Neues Kapitel für Haustiere in Europa
EU-Kommission hält erstmals Tierschutz-Konferenz zum Thema Hunde und Katzen
publiziert: Dienstag, 29. Okt 2013 / 15:04 Uhr
Mehr als 470 Vertreter von nationalen Regierungen, Tierschutzorganisationen, Interessengruppen und Privatinitiativen diskutierten in Brüssel.
Mehr als 470 Vertreter von nationalen Regierungen, Tierschutzorganisationen, Interessengruppen und Privatinitiativen diskutierten in Brüssel.

Die erste Konferenz der Europäischen Kommission zum Schutz von Hunden und Katzen «für ein Europa, das für Heimtiere sorgt» fand gestern in Brüssel mit übereinstimmend ermutigenden Zukunftsperspektiven statt. «Vier Pfoten» begrüsst diesen ersten Schritt der EU zur Öffnung für eine zu künftige Zuständigkeit auch für diese Tiere.

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Mehr als 470 Vertreter von nationalen Regierungen, Tierschutzorganisationen, Interessengruppen und Privatinitiativen fanden sich gestern in Brüssel ein, um Probleme beim Schutz von Hunden und Katzen in der EU zu identifizieren und Lösungsansätze zu diskutieren.

Hunde und Katzen erfreuen sich grösster Beliebtheit: In Europa werden insgesamt mehr als 100 Millionen gehalten. Aufgrund der steigenden Zahl sind neue Industriezweige, wie zum Beispiel Tierfutter-Produktion oder Tiermedizin, entstanden. Leider hat der Boom auch Schattenseiten. Rassehunde werden unter tierschutzwidrigen Bedingungen in grossen Zuchtanlagen, so genannten «Puppy Mills», regelrecht produziert.

Dumpingpreise für illegale Welpen

Auch der illegale Handel mit Hunden nimmt zu, Dumpingpreise für illegale Welpen verursachen Wettbewerbsverzerrungen auf dem seriösen Markt - allesamt Entwicklungen mit negativen Auswirkungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere. Hinzu kommt die unkontrollierte Vermehrung ausgesetzter Hunde und Katzen in einigen Mitgliedstaaten.

Da die EU für Heimtiere rechtlich nicht zuständig ist, hat sie heute eine Studie gestartet, die diese Probleme im Bereich Handel und Gesundheit untersucht. Die EU sollte zudem, so die Forderung von «Vier Pfoten», aktiv ein für alle Mitgliedstaaten gemeinsames europäisches Verständnis für den Tierschutz entwickeln und verantwortliches Handeln gegenüber Tieren fördern.

Das Prinzip des verantwortlichen Handelns

Während der Konferenz wurden auch Best-Practice Beispiele der Gesetzgebung der Hunde- und Katzenbevölkerung vorgestellt. Es wurde deutlich, dass das «Prinzip des verantwortlichen Handelns» dringend in die Praxis umgesetzt werden muss: eine präzise Gesetzgebung mit klaren Zuständigkeiten, eine verbindliche Kennzeichnung und Registrierung, nationale mittel-und langfristige Sterilisationsprogramme zur Geburtenkontrolle der Tiere anstatt Tötung gesunder Tiere, Regeln für Tierheime und die Haltung in privaten Haushalten sowie eine Kultur zur Adoption ausgesetzter Tiere anstelle des Erwerbs aus dubiosen Quellen.

«Das jüngst verabschiedete Tierschutzgesetz Litauens basiert als erstes nationales Tierschutzgesetz ausdrücklich auf dem Europäischen Tierschutzprinzip, Art. 13 Vertrag von Lissabon. Eine verantwortungsvolle Tierhaltung ist Ausdruck dieses Prinzips. Eine europäische Kultur der Verantwortung gegenüber allen Tieren als Teil der Schöpfung könnte gut anhand der Haustiere entwickelt werden, da uns diese am nächsten stehen. Die EU sollte dies mittels eines europaweiten Systems zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden beim Tiergesundheitsgesetzentwurf untermauern», so Marlene Wartenberg, Leiterin des Europabüros von «Vier Pfoten» in Brüssel.

 

(li/Vier Pfoten)

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