EU-Koordinator rechnet mit Kosovos Unabhängigkeit
publiziert: Montag, 24. Jul 2006 / 11:10 Uhr

Berlin - Der EU-Sonderkoordinator für den Stabilitätspakt Südosteuropa, Erhard Busek, rechnet mit einer Unabhängigkeit des Kosovo.

Laut Erhard Busek ist die Kosovo-Frage ein «Europäisches Problem».
Laut Erhard Busek ist die Kosovo-Frage ein «Europäisches Problem».
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«Das ist zwar ein langwieriger Prozess, aber letztendlich wird die Unabhängigkeit kommen», sagte er dem Berliner «Tagesspiegel».

Bis es soweit sei, müsse die EU im Balkanstaat schrittweise mehr Verantwortung übernehmen, weil die Vereinten Nationen dort an ihre Grenzen stiessen. «Ausserdem liegt das Kosovo nun einmal in Europa», sagte der Österreicher gegenüber der Zeitung. «Die Sache ist also unser Problem.»

Erste direkte Gespräche

Unterdessen sind zum ersten Mal seit den NATO-Luftangriffen von 1999 in Wien die Staats- und Regierungschefs von Serben und Albanern zu direkten Gesprächen über die Zukunft des Kosovo zusammengekommen.

Auf serbischer Seite nehmen Staatschef Boris Tadic und Ministerpräsident Vojislav Kostunica teil. Die albanische Seite ist durch Präsident Fatmir Sejdiu und Regierungschef Agim Ceku vertreten.

Bei dem eintägigen Treffen unter Leitung des UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari soll es erstmals um Kernfragen des künftigen Status der Region gehen. Die im Februar unter UNO-Führung begonnenen Verhandlungen hatten sich bislang auf Fragen der Dezentralisierung konzentriert.

Neue Phase

Die Konferenz leitet nach Meinung der österreichischen Aussenministerin Ursula Plassnik «eine neue kritische Phase» im Bemühen um eine endgültige Lösung des Kosovo-Konflikts ein.

Kosovo gehört völkerrechtlich bis heute zu Serbien. Während Pristina die vollständige Unabhängigkeit für fordert, will Belgrad der Provinz nur weitgehende Autonomie zugestehen. Das Gebiet wird seit dem Bürgerkrieg zwischen Serben und Kosovo-Albanern 1998/99 von den Vereinten Nationen verwaltet.

Sollten sich beide Seiten nicht einigen können, muss der Sicherheitsrat über die Zukunft des Gebiets entscheiden. Dort leben zwei Millionen Menschen, von denen 95 Prozent ethnische Albaner sind.

(bert/sda)

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