EU-Kunst entpuppt sich als Schwindel
publiziert: Dienstag, 13. Jan 2009 / 23:26 Uhr

Prag/Brüssel - Tschechiens EU-Ratspräsidentschaft ist bei ihrer künstlerischen Präsentation auf den renommierten Bildhauer David Cerny hereingefallen. Der Prager Europaminister Alexandr Vondra zeigte sich am Abend «unangenehm überrascht».

David Cerny ist bekannt dafür, dass er den Schalk im Nacken sitzen hat.
David Cerny ist bekannt dafür, dass er den Schalk im Nacken sitzen hat.
Mit 27 Beiträgen von Künstlern aus angeblich allen 27 EU-Ländern schmückt die Grossinstallation «Entropa» das Brüsseler Ratsgebäude. Doch der tschechische Künstler erfand einfach Künstlerbiografien für die eigentlich bis zum Juni geplante Ausstellung.

Eine Broschüre zur meterhohen Skulptur nennt etwa Helmut Bauer als Urheber des deutschen Beitrags. Doch den «künstlerischen Helmut Bauer» gibt es anscheinend gar nicht. Das fand die tschechische Nachrichtenagentur CTK am Dienstag heraus.

Ebensowenig eine Österreicherin namens Sabrina Unterberger oder den Griechen Angelo Navridis. Ob alle 26 Künstler ausser Cerny reine Erfindungen sind, blieb am Dienstagabend in Prag noch unklar.

Kulturelle Vielfalt

Am Montag war «Entropa» in Brüssel enthüllt worden. Die als Collage gestaltete Installation soll mit ihren Beiträgen aus allen EU-Mitgliedsstaaten nach tschechischer Interpretation die kulturelle Vielfalt Europas ausdrücken.

«Das Werk sollte Künstler aus allen 27 EU-Ländern beteiligen», sagte Vondra. «Cerny trägt die volle Verantwortung dafür, seine Verpflichtungen und Versprechen nicht eingehalten zu haben.» Man werde am Donnerstag weitere Informationen bekanntgeben.

Cerny entschuldigt sich

Cerny entschuldigte sich unterdessen in einem Schreiben an CTK bei der tschechischen EU-Führung. Es sei nicht gewollt gewesen, dass Politiker «für diese Art der politisch inkorrekten Satire Verantwortung übernehmen müssen».

Mit «Entropa» war er von der tschechischen Regierung beauftragt worden. Cernys Kunstverständnis ist von Witz und Ironie geprägt.

(fest/sda)

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