Lernen aus der Finanzkrise
EU-Projekt soll Finanzmärkte strenger kontrollieren
publiziert: Donnerstag, 20. Okt 2011 / 09:22 Uhr
Die EU-Kommission will die Finanzmärkte wieder sicher und transparent gestalten.
Die EU-Kommission will die Finanzmärkte wieder sicher und transparent gestalten.

Brüssel - Die EU-Kommission will einen Schritt wagen, den Aktivisten und Marktanalysten bereits seit Jahren fordern, und die Finanzmärkte strenger an die Leine nehmen. Nach Derivaten oder Hedge-Fonds-Managern folgen jetzt neue Vorschriften für die Märkte insgesamt. Die Finanzkrise habe gezeigt, wie undurchsichtig und unkontrollierbar gewisse Aktivitäten geworden sind.

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Am Donnerstag legt die Kommission in Brüssel hierzu zwei umfangreiche Gesetzentwürfe vor: Die Revision der Finanzdienstleistungs-Richtlinie (Mifid) und eine Finanzmarkt-Verordnung.

Kein Produkt, kein Akteur, kein Markt möge unkontrolliert sein, hatten die G20-Staaten als Lehre aus der Krise beschlossen. «Die Krise hat uns unerbittlich vor Augen geführt, wie komplex und undurchsichtig bestimmte Aktivitäten und Produkte geworden sind», sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier laut vorab verbreitetem Text. «Das muss sich ändern.»

Sicherer und transparenter

Ziel der Reform ist es, die Finanzmärkte sicherer und transparenter zu machen, damit sie von den Aufsichtsbehörden besser überwacht werden können. Denn Mifid hatte seit der Einführung Ende 2007 zwar für mehr Wettbewerb und sinkende Preise im Wertpapierhandel gesorgt.

Doch die Durchschaubarkeit der Märkte sei dabei auf der Strecke geblieben, sagt der deutsche EU-Parlamentsabgeordnete Markus Ferber. Der Handel habe sich neue Wege gesucht, um die Vorschriften für Wertpapierdienstleistungen zu umgehen. Ferber wird der Verhandlungsführer des EU-Parlaments sein, welches den Paket ebenso wie die EU-Mitgliedstaaten zustimmen muss.

Unter anderem müssen sämtliche Marktdaten künftig an einem Handelsplatz verfügbar sein, damit die Händler ein vollständiges Bild über die Preise bekommen. Die Zügel werden auch an den Warenterminbörsen angezogen, um Preisspekulationen zu bremsen.

Mehr Kompetenzen

Die Wertpapieraufsicht soll das Recht erhalten, bestimmte Produkte, Dienstleistungen oder Handelspraktiken zu verbieten, wenn der Anlegerschutz oder die Stabilität der Märkte bedroht ist. Um die Beratung der Kunden zu verbessern, sollen unabhängige Anlageberater künftig keine Provisionen mehr für die Vermittlung von Produkten kassieren.

(dyn/sda)

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Da muss ich ja lachen!
Ha ha, solange genug Neo-Liberale Mittelstandskiller und Rechtsbürgerliche Hochfinanzprotektionisten in Europa an der Macht sind wird sich nie was ändern.

Jede Bemühung zu Reformen oder Regulierungen werden im Keim erstickt werden von den Lobbyisten.

Wie naiv ist diese Kommission eigentlich.

Das Finanzmarktsystem ist dermassen aus dem Ruder gelaufen, dass es nur noch eines gibt.
Den Zusammenbruch. Und der wird kommen.

Danach hat man dann die Chance, sofern genug lernfähige Politiker da sind, das ganze System neu und gesund aufzubauen.

Eine totale freie Marktwirtschaft darf es nie mehr geben. Diese ist spektakulär gescheitert, denn ohne Regeln und Gesetze an die auch eine Hochfinanz sich halten muss geht es nicht.

Das ist etwa so als würde man alle Gesetze für Bürger abschaffen. Anarchie wäre die Folge.
Etwas ähnliches erleben wir ja jetzt im neo-liberalen Finanzmarktsystem.
.
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