EU-Länder streiten um Milliarden für Irland
EU-Ratspräsident Rompuy warnt vor Auseinanderbrechen der Euro-Zone
publiziert: Dienstag, 16. Nov 2010 / 20:48 Uhr
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

Brüssel - Zwischen den Euro-Ländern ist ein Streit um Rettungshilfen für Irland entbrannt. Beim Finanzministertreffen am Dienstagabend in Brüssel wurde laut EU-Diplomaten eine «lebhafte Debatte» erwartet.

4 Meldungen im Zusammenhang
Während am Abend die Finanzminister bereits tagten, sagte der irische Premierminister Brian Cowen vor dem Parlament in Dublin, sein Land habe «keinen Antrag auf externe Hilfe» gestellt. Er räumte lediglich ein, dass es Gespräche mit Partnern gebe.

Im Vorfeld zum Finanzministertreffen in Brüssel stellte sich Deutschland dem Vernehmen nach auf den Standpunkt, dass derzeit keine Notwendigkeit für Hilfen aus dem 440 Mrd. Euro schweren Rettungsschirm bestehe. Die Europäische Zentralbank (EZB), Österreich und Portugal dagegen drängten auf eine Entscheidung.

EU-Finanzkommissar Olli Rehn erklärte indes, er sei besorgt über den zänkischen Ton der Debatte. Der irische Staatshaushalt sei finanziert bis Mitte 2011. Allerdings müsse Irland die Probleme seiner Banken lösen. Die EU-Kommission und die irische Regierung arbeiteten aber daran, sagte er. Involviert in die Diskussionen seien auch die EZB und der Internationale Währungsfonds (IWF).

Zur Rettung seiner Banken, allen voran der Anglo Irish Bank, bürgt Irland für die Rekordsumme von 350 Mrd. Euro. Das Staatsdefizit hat sich deshalb auf den Rekordwert von 32 Prozent des Bruttoinlandproduktes aufgebläht, das ist gut zehn Mal so viel wie die EU erlaubt.

Ohne Antrag keine Hilfe

Ein EU-Diplomat erklärte, Voraussetzung für Rettungshilfen der Euro-Länder sei, dass Irland sich kein Geld mehr an den Kreditmärkten beschaffen könne und einen Antrag auf Hilfe stelle. Beide Bedingungen seien aber derzeit nicht erfüllt.

Der österreichische Finanzminister Josef Pröll warnte vor seiner Abreise nach Brüssel allerdings vor einer «Ansteckungsgefahr» für die Euro-Zone. Ähnlich hatte sich am Montag auch der portugiesische Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos geäussert. Dies wurde als Aufforderung an Irland bewertet, Rettungshilfen in Anspruch zu nehmen.

Einringliche Warnung Van Rompuys

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy warnte dagegen vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. «Wenn die Eurozone nicht überlebt, wird auch die EU nicht überleben».

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Hamburg - Die anhaltende Euro-Krise gefährdet nach Einschätzung von Italiens Premierminister Mario Monti den Zusammenhalt in ... mehr lesen
«Wenn die gemeinsame Währung zu einem Faktor des europäischen Auseinanderdriftens werde, dann sind die Grundlagen des Projekts Europa zerstört».
Der EU-Währungskommissar Olli Rehn.
Brüssel - Irland hat seinen Widerstand gegen EU-Hilfe aufgegeben und wird ... mehr lesen
Brüssel - Die Milliardenbeträge, die ärmere EU-Staaten aus dem EU-Haushalt bekommen, sollen künftig gezielter und wirksamer ... mehr lesen
Die Kohäsionszahlungen sind mittlerweile der grösste Ausgabenblock der EU.
Der EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy.
Brüssel - Verschärfte EU-Strafen für ... mehr lesen
Die Versammlung stellte am Mittwochabend mehrere Forderungen an Moskau auf.
Die Versammlung stellte am Mittwochabend mehrere Forderungen ...
Europarat - Ukraine  Strassburg - Im Europarat hat die Parlamentarische Versammlung die im Frühjahr 2014 gegen die russischen Abgeordneten verhängten Sanktionen vorerst bestätigt. Die Strafen - unter anderem der Entzug des Stimmrechts - wurden nach langen und kontroversen Debatten verlängert. 2
Kampf gegen den Terror  Riga - Die Angst vor einheimischen Dschihadisten ist gross in ...  
Sommaruga wird am Ministertreffen teilnehmen.
Tunesier aus der Schweiz ausgeschafft Genf - Ein Tunesier, der verdächtigt wird, einer islamistischen Bewegung anzugehören, ist am Mittwoch mit einem ...
Der Mann erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung für sein Studium, wie aus einem erstinstanzlichen Urteil eines Genfer Gerichts hervorgeht. (Symbolbild)
Tod einer japanischen Geisel durch den IS bestätigt Tokio - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in einer am Sonntagabend im Internet verbreiteten ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Das "kleines" Land Russland Russland ist ein wirtschaftspolitischer Zwerg und von der ... heute 12:47
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2734
    Es... ist fast schon bewunderswert, welche rhetorischen Kurven gefahren ... heute 10:01
  • kubra aus Berlin 3193
    Riesig ist nur der Anspruch Russlands, gross zu sein. Wirtschaftlich ist es ... gestern 23:26
  • Augenzeuge aus Gränichen 2
    Das Grosses Land Russland Russland ist ein grösstes Land der Welt mit riesigem Einfluss auf die ... gestern 21:31
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2734
    Hätte... D die gleichen Einwanderungs- und Asylregelungen wie Australien ... gestern 20:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Worin unterscheiden linke und rechte Populisten? Sie stehen Rücken an Rücken, schauen jedoch in entgegengesetzten ... gestern 20:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2734
    Auch... Tsipras wird nach der gewonnenen Wahl zum Realisten mutieren. Das kann ... gestern 15:41
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2734
    Die... Juden werden aus Europa auswandern und sich nicht ein zweites mal ... gestern 15:10
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich -2°C -1°C bedeckt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel -2°C 0°C bedeckt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall
St.Gallen 0°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 1°C 5°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Luzern 1°C 6°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 3°C 5°C bedeckt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Lugano 1°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten