UNO berichtet
EU-Soldaten sollen in Afrika Minderjährige missbraucht haben
publiziert: Freitag, 29. Jan 2016 / 13:48 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Jan 2016 / 14:55 Uhr
Die UNO hat alarmierende Zeugenaussagen zum Missbrauch afrikanischer Kinder erhalten. (Symbolbild)
Die UNO hat alarmierende Zeugenaussagen zum Missbrauch afrikanischer Kinder erhalten. (Symbolbild)

Genf - Georgische EU-Soldaten sowie französische Militärangehörige stehen laut der UNO im Verdacht, in Zentralafrika Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Entsprechende Zeugenaussagen seien «äusserst alarmierend», erklärte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die EU, Georgien und Frankreich sowie ein weiteres Land, das nicht benannt wurde, hätten strafrechtliche Ermittlungen zugesagt, hiess es von Hochkommissar Said Raad al-Hussein am Freitag in Genf. Bereits Anfang Januar waren die Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Allerdings hatte die UNO damals nicht mitgeteilt, aus welchen Ländern die Soldaten stammten.

Mehrere Mädchen in der Zentralafrikanischen Republik, die seinerzeit zwischen 14 und 16 Jahren alt waren, sagten einem UNO-Team, sie seien von Soldaten der europäischen Militärmission EUFOR für Sex bezahlt oder vergewaltigt worden.

Ein siebenjähriges Mädchen berichtete, es habe für Oralsex mit Soldaten der französischen Sangaris-Militärmission eine Flasche Wasser und eine Packung Kekse bekommen. Das Mädchen und ein neunjähriger Junge gaben an, auch andere Kinder seien von französischen Soldaten missbraucht worden.

«Schwerwiegende Vorwürfe»

«Das sind äusserst schwerwiegende Vorwürfe, und es ist dringend erforderlich, dass dies rasch untersucht wird», sagte Al-Hussein. «Viel zu viele solcher Verbrechen werden nicht verfolgt, und die Täter bleiben straffrei, das ermutigt zu weiteren derartigen Taten.»

Die Vorwürfe bezögen sich auf das Jahr 2014, seien aber erst jetzt bekanntgeworden. Damals waren in dem Land Tausende von ausländischen Soldaten im Einsatz, um in Zentralafrika einen Bürgerkrieg zwischen christlichen und muslimischen Milizen einzudämmen.

Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gab es im vergangenen Jahr bereits gegen 15 Soldaten, die im Rahmen der UNO-Friedensmission in die Zentralafrikanische Republik geschickt worden waren. Diese Fälle werden von der zuständigen UNO-Abteilung in New York untersucht.

An der EUFOR-Mission waren bis zu 1000 Soldaten beteiligt. Sie unterstützten 6000 afrikanische und 2000 französische Soldaten.

Frankreich hatte in seiner ehemaligen Kolonie interveniert, nachdem das muslimische Rebellenbündnis Séléka im März 2013 den damaligen Staatschef François Bozizé gestürzt hatte. Der Putsch zog das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Die französische Justiz ermittelt gegen einen weiteren Soldaten, der bei einem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik ... mehr lesen
Ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung unter Ausnutzung einer Amtsstellung wurde eingeleitet.
New York - Blauhelmsoldaten in Krisengebieten bezahlen laut einem UNO-Bericht regelmässig Geld oder Waren für Sex mit Frauen in ihren Einsatzgebieten. Dies geht aus dem Entwurf eines Berichts des internen Kontrollbüros (OIOS) der UNO hervor. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. 
Verteidigung fordert Freispruch Florenz - Im Berufungsprozess gegen «Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino hat die ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... 2
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten