EU-Troika beantragt Iran-Sondersitzung
publiziert: Montag, 16. Jan 2006 / 22:58 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Jan 2006 / 08:09 Uhr

London - Im Atomstreit mit Iran unternehmen Deutschland, Frankreich und Grossbritannien einen ersten Schritt zur Einschaltung des UNO- Sicherheitsrats.

Der Chef der Internationalen Atom-Energie-Behörde (IAEA) Mohamed El Baradei schloss nicht aus, dass Iran mit der Entwicklung von Atomwaffen begonnen hat.
Der Chef der Internationalen Atom-Energie-Behörde (IAEA) Mohamed El Baradei schloss nicht aus, dass Iran mit der Entwicklung von Atomwaffen begonnen hat.
6 Meldungen im Zusammenhang
Sie beantragen eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Ein Sprecher des britischen Aussenministeriums sagte weiter, die drei EU-Länder hätten am selben Tag bei einem Treffen hochrangiger Diplomaten in London Russland, China und die USA über ihre Absicht informiert.

In Kreisen von EU-Diplomaten hiess es, Berlin, Paris und London bereiteten für die IAEA-Sitzung, die vom 2. bis 3. Februar in Wien stattfinden soll, eine Resolution zur Einschaltung des UNO- Sicherheitsrates vor.

Bei den Beratungen in London stimmte Russland wie China der Forderung zu, dass Iran auf die Anreicherung grundsätzlich verzichten soll. Alle sechs an dem Treffen beteiligten Staaten seien «ernsthaft besorgt über die Aktivitäten Irans zur Wiederaufnahme der Urananreicherung», hiess es in einer Erklärung des Londoner Aussenministeriums.

Abstimmung zwischen BRD und Russland

In Moskau einigten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin auf eine «enge Abstimmung» ihrer Politik gegenüber Teheran. «Wir haben vereinbart, dass wir unsere nächsten Schritte eng absprechen werden», sagte Merkel nach ihrem dreistündigen Treffen mit dem Kreml-Chef.

Putin wiederum warnte nach Delegationsangaben vor Schritten in dem Atomstreit, «die unabsehbare Folgen mit sich bringen» könnten. Er wies darauf hin, dass Iran den Moskauer Vorschlag zur Urananreicherung auf russischem Boden noch nicht endgültig abgelehnt habe.

US-Aussenministerin Rice sprach sich unterdessen erneut für diplomatische Mittel und eine rasche Überweisung Irans an den Sicherheitsrat aus. Es sei nicht sinnvoll, über einen Militärschlag zu spekulieren, sagte Rice in Monrovia (Liberia) zu einer entsprechenden Forderung des einflussreichen republikanischen US- Senators John McCain.

Tür öffnen zu Zwangsmassnahmen

Die Einschaltung des Sicherheitsrats wäre eine neue Stufe in den diplomatischen Bemühungen zur Eindämmung des Konfliktes. Sie könnte die Tür öffnen zu Zwangsmassnahmen wie Sanktionen oder gar zu einem von der internationalen Gemeinschaft autorisierten Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm.

Der Chef der Internationalen Atom-Energie-Behörde (IAEA) Mohamed El Baradei schloss nicht mehr aus, dass Iran bereits heimlich mit der Entwicklung von Atomwaffen begonnen hat. Selbst nach dreijähriger intensiver IAEA-Kontrollen könne er nicht sicher sagen, ob die Ziele des iranischen Atomprogramms friedliche seien, sagte er.

(smw/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Im Streit um das ... mehr lesen
Javier Solana meint, es sei an der Zeit den Druck auf Iran zu erhöhen.
Der Sicherheitsrat könnte gegen den Iran empfindliche Sanktionen beschliessen.
Teheran - Iran hat erneut vor einer Einschaltung des UNO-Sicherheitsrats in den Streit um sein Atomprogramm gewarnt. mehr lesen
New York - Der Generaldirektor der ... mehr lesen
Mohamed el Baradei kann militärische Aktivitäten noch nicht ausschliessen.
Angela Merkel erntete Kritik aus Teheran.
Teheran - Die iranische Regierung hat ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
In Natans soll das Uran laut iranischen Aussagen nur bis zu einem Grad von 3,5 Prozent angereichert werden. (Archivbild)
Teheran - Trotz internationaler ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich -2°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 0°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 2°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt starker Schneeregen
Bern -1°C 5°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 0°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt, Regen
Genf 1°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 4°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten