Studierende schockiert
EU begrenzt Schweizer Teilnahme an «Erasmus +»
publiziert: Mittwoch, 26. Feb 2014 / 17:48 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Feb 2014 / 19:44 Uhr
Auch für das Forschungsprogramm «Horizon 2020» kündigte EU-Sozialkommissar Làszló Andor Konsequenzen an.(Archivbild)
Auch für das Forschungsprogramm «Horizon 2020» kündigte EU-Sozialkommissar Làszló Andor Konsequenzen an.(Archivbild)

Bern - Das Ja zur Zuwanderungsinitiative hat Folgen für die Studierenden und die Forschung. Die Schweiz wird beim Studentenaustauschprogramm «Erasmus +» und beim Forschungsprogramm «Horizon 2020» nicht mehr wie ein EU-Land, sondern nur noch wie ein Drittstaat behandelt.

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Die Schweiz habe nach der Aussetzung der Verhandlungen mit Brüssel die Fristen für die Projekteingaben für das Studienjahr 2014/15 verpasst, sagte EU-Sozialkommissar Làszló Andor am Mittwoch bei einer Debatte vor dem EU-Parlament über die Konsequenzen der Schweizer Abstimmung.

Das bedeute, dass die Beteiligung der Schweiz an «Erasmus +» auf eine Kooperation beschränkt werde, wie sie auch für alle anderen Nicht-EU-Staaten gelte.

Altes Erasmus wird aus Schublade geholt

«Aus den Projekteingaben für 2014 sind wir definitiv draussen», bestätigte Gaétan Lagger, stellvertretender Leiter Internationale Bildungsprogramme beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Da die Verhandlungen über «Erasmus +» seit der Volksabstimmung vom 9. Februar auf Eis gelegt seien, könnten sie nicht abgeschlossen werden. Das aber wäre die Bedingung für eine Teilnahme der Schweiz an den Projekteingaben 2014 gewesen.

Lagger hofft, dass die Schweiz 2015 wieder an «Erasmus+» teilnehmen kann. In der Zwischenzeit arbeite die Schweiz an einer Übergangslösung. Es sei jedoch nicht weit hergeholt anzunehmen, dass diese Überbrückung ähnlich gestaltet sein werde wie vor 2011. Damals war die Schweiz nur indirekt an der Studierendenmobilität der EU beteiligt.

Folgen für «Human Brain Projet» nicht absehbar

Konsequenzen kündigte Andor auch für das Forschungsprogramm «Horizon 2020» an. Weil es kein gültiges internationales Abkommen gebe, werde die Schweiz 2014 auch hier nicht mehr als «assoziiertes Land», sondern nur noch als Drittland teilnehmen, sagte er. Schweizer Projektvorschläge würden entsprechend behandelt.

Damit ist unter anderem das Schicksal des milliardenschweren EU-Forschungsprojekts «Human Brain Project» offen. Dieses wird von der ETH Lausanne geleitet. Die Folgen seien noch nicht absehbar, sagte dazu der Kommunikationschef des Eidgenössischen Wirtschaftsdepartements, Rudolf Christen, auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda.

EU will schnell Antworten

EU-Kommissar Andor betonte, dass die Schweizer Beteiligung an den beiden Programmen mit der Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien verbunden sei. Solange die Schweiz das Protokoll nicht unterschreibe, könnten die Verhandlungen nicht fortgeführt werden.

Die Position der EU-Kommission sei klar: «Wir können keine unterschiedlichen Behandlungen unserer Mitgliedstaaten akzeptieren», sagte Andor. Die Schweiz habe angedeutet, dass sie ihre internen Beratungen bis Anfang April abschliessen werde. «Wir müssen das schnell wissen», sagte Andor. «Business as usual» sei keine Option.

Studierende schockiert

Der Bundesrat liess verlauten, er arbeite weiter daran, «auch im Kontakt mit der EU den Beschluss der Schweizer Stimmbürger und Stimmbürgerinnen koordiniert im Interesse der betroffenen Personen egal ob schweizerischer oder europäischer Nationalität umzusetzen».

Schockiert reagierte hingegen der Verband der Schweizer Studierendenschaften der Schweiz (VSS). Er erklärte, dies bedeute «den vorläufigen Tod für die internationale Dimension der Schweizer Hochschullandschaft».

Der VSS fordere die «EntscheidungsträgerInnen der Schweiz und Europas» auf, alles zu unternehmen, um den europäischen Hochschulraum nicht zu schädigen«, hiess es in einer Erklärung. Und der Verband rief die Studierenden zu einer Demonstration am 1. März auf.

(ig/sda)

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Niederträchtig
Es ist in meinen Augen niederträchtig, wenn man seit Jahren eine ausländerfeindliche Einstellung hier offenbart und dann anderen vorwirft, das Gleiche zu tun. Dabei auch noch so tut, als wisse er etwas, was andere nicht wüssten! Dann tischt uns der Herr mit dem verräterischen Namen auch noch alltägliche Zeitunglektüre und TV-Nachrichten als sein eigenes, anderen unbekanntes Wissen auf. Wie doof muss einer abgesehen von dieser Niedertracht da wohl sein?
Ja 'thomy' ...
Die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel. Deshalb, und wirklich nur ausnahmsweise, wieder einmal eine direkt an Sie gerichtete Antwort.

Da ich in meinem eigenen 'post'* beim besten Willen nichts über Mehr- oder Minderheiten und Transitwege finden kann, drängt sich mir jetzt zwangsläufig die Frage auf, ob Sie sich mit diesem Ihrem 'statement'* einfach nur als "... vermeintlicher "Menschenrechtler" ..." 'outen'* wollen.
Aus Ihrem "...AUCH ..." leite ich ab, dass Sie sich nicht zu den "... EU-Fans* ..." zählen?!?

Des weiteren frage ich mich, was Sie mit Ihrer Antwort, an mich, eigentlich sagen wollen - sie passt zwar zur Meldung, hat aber doch wenig, eher nichts, mit meinem "MEI und die viel gepriesene PFZ. ... " zu tun ...



* ich bin kein Freund der 'verenglischten EUisierung' der deutschen Sprache - aber wer wollte sich denn schon dem, von den USA weiterhin vorgegebenen, glorreichen(?) Fortschritt verweigern ...
Lieber Querschleeger ...
Sie sollten es schon längst AUCH gemerkt haben, dass in der Schweiz eine Mehrheit der Bürger wohl nicht mehr so eng mit der EU verbandelt sein "möchte" ...!! Ich schreibe absichtlich "möchte", weil wir halt einfach und tragischerweise als Kern von Europa uns mit unseren Nachbarn wohl oder übel arrangieren MÜSSEN!

Natürlich haben wir noch Mittel in der Hand, um uns zu wehren. Zum Beispiel die Transitwege vom Norden in den Süden und umgekehrt - u.a.

ABER, diese auch als "Waffe" anzuwenden, das würde wohl sehr, sehr heikel für uns und auch für die umliegenden EU-Länder.

Hier, in diesem Bereich, so angedacht ..., wird wohl auch diskutiert werden müssen.

Die EU und auch ihre drohend sich zeigenden Machos, denen werden unsere Aussenpolitiker wohl in klarer Sprache wohl aufzeigen müssen, welchen Wert die heutige Schweiz - trotz allem - für die EU bedeutet! EBEN, besonders auch bezgl. der Transitwege ...
MEI und
die viel gepriesene PFZ. ...

ORF2, Weltjournal von gestern

http://tv.orf.at/program/orf2/20140226/700079201/374156

dazu passt

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Agentur_f%C3%BCr_die_ope...

http://www.fr-online.de/politik/frontex-einsatz-in-griechenland--waech...

Wer weiss denn überhaupt was von Frontex und über deren Arbeit und Alltag?
Wer weiss was von der Existenz und über die Zustände im EU-Aufnahmelager für Migranten-Neuankömmlinge in Fylakio? Unsere Medien berichten ausschliesslich von Lampedusa.

Aufschlussreich auch die links zum Thema auf den jeweiligen Seiten, und besonders die zugehörigen Leserkommentare ....

Vor allem EU-Fans und vermeintliche "Menschenrechtler" sollten sich mal eingehend mit dieser Wahrheit auseinandersetzen - nicht bloss mit dem, was uns Politiker, mainstream-Medien und das Weisenhaus Kassandra' dauernd als solche aufzudrücken versuchen!

Na dann, lest mal fleissig - bevor Ihr hier wieder breit tretet, wofür wir Schweizer uns wegen der MEI schämen sollen ...
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