30 Mio. Werke bis 2015
EU fordert Digitalisierung des kulturellen Erbes
publiziert: Mittwoch, 2. Nov 2011 / 13:18 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Nov 2011 / 14:43 Uhr
«Die Kunst der Alchimie» des Paracelsus, Grundlage von Chemie und Medizin, wurde bereits digitalisiert.
«Die Kunst der Alchimie» des Paracelsus, Grundlage von Chemie und Medizin, wurde bereits digitalisiert.

Brüssel - Die Europäische Kommission hat die 27 EU-Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, sich stärker darum zu bemühen, die Digitalisierung von kulturell bedeutenden Werken im eigenen Land voranzutreiben.

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Nur durch den raschen und umfassenden Transfer in digitale Formate sei es möglich, die wertvollen Bestände an Filmen, Büchern und Vinyl-Schallplatten, die in den zahlreichen europäischen Bibliotheken schlummern, vor dem sicheren Zerfall zu bewahren, heisst es aus Brüssel. Die EU selbst will zwischen 2011 und 2013 jährlich 3,7 Mio. Euro in die Förderung von Digitalisierungsprojekten stecken.

«Europa hat wahrscheinlich das grösste kulturelle Erbe der Welt», wird Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, vom Wall Street Journal zitiert. «Wir können es uns nicht leisten, die vielversprechenden Möglichkeiten auszulassen, die uns die Digitalisierung bietet», betont Kroes weiter. Wer im Bereich der Überführung von wichtigen Kulturschätzen nicht die nötige Konsequenz und das erforderliche Engagement zeige, laufe Gefahr, kulturell zu verfallen, so die Warnung der EU-Politikerin.

30 Mio. Werke bis 2015

Wenn die Filme, Bücher oder Schallplatten erst einmal in ein digitales Format transferiert sind, soll das entsprechende Material über die europäische digitale Bibliothek Europeana für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind auf der Seite bereits 19 Mio. Materialien per Mausklick abrufbar. «Bis zum Jahr 2015 soll der Umfang auf 30 Mio. Stück anwachsen», kündigt Kroes an.

«Die Europeana hat zur Zeit noch das Problem, dass der Stand der Digitalisierung in den einzelnen Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich ist», meint Friedrich Geisselmann, ehemaliger Direktor der Universitätsbibliothek Regensburg, gegenüber pressetext. Da die EU nicht selbst in grossem Stil Kulturwerke digitalisiere, sei sie auf das digitale Material angewiesen, das in den einzelnen Mitgliedsstaaten vorhanden ist. «Auch in Deutschland ist die Digitalisierung unterschiedlich weit fortgeschritten», merkt Geisselmann an.

100 Mio. Euro für EU-Bestände

Als entscheidender Faktor im Zusammenhang mit dem Voranschreiten des Europeana-Projekts erweist sich natürlich der finanzielle Aspekt. «Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch niemand genau sagen, was der Digitalisierungsprozess letztendlich kosten wird», stellt Geisselmann klar. Um das von EU-Kommissarin Kroes angepeilte Ziel für 2015 erreichen zu können, wird man wohl auch auf tatkräftige private Unterstützung angewiesen sein. Aktuellen Berechnungen der Europäischen Union zufolge werden an die 100 Mio. Euro erforderlich sein, um die gesamten Bestände von Europas Museen, Archiven und Bibliotheken zu digitalisieren.

(dyn/pte)

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