Klimabeirat der UNO in Nairobi zusammengetroffen
EU will auch ohne die USA Kyoto-Protokoll ratifizieren
publiziert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 21:04 Uhr

Nairobi/Ottawa - Der internationale Klimabeirat der UNO (IPCC) ist am Mittwoch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi zusammengetroffen. Die Staaten der EU erklärten derweil, sie wollten das Kyoto-Protokoll auch ohne die USA ratifizieren.

Der vom UNO-Umweltprogramm (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gemeinsam gegründete IPCC will bei seinem zweitägigen Treffen seine jüngsten Berichte zum Klimawandel verabschieden.

«Die IPCC hat uns erstklassige Daten über die steigenden Erdtemperaturen und ihre verheerenden Folgen geliefert und Wege aufgezeigt, wie wir den schlimmsten Konsequenzen begegnen können», sagte UNEP-Exekutivdirektor Klaus Töpfer.

Die Schweiz ist durch Jose Romero, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), vertreten. Für ihn belegt der in Nairobi vorliegende Bericht deutlich, dass dringend gehandelt werden muss.

Absage der USA

Das Treffen der IPCC findet wenige Tage nach der Absage der USA an das Kyoto-Protokoll statt. Die Europäische Union (EU) hatte noch vor der Konferenz erklärt, sie wolle das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto auch ohne die USA ratifizieren. «Wir sind bereit, ohne die USA weiterzumachen», sagte der schwedische Umweltminister Kjell Larsson am Dienstag (Ortszeit) in Washington.

Die EU habe US-Präsident George Bush die klare Botschaft übermittelt, dass sie ihre Bemühungen um den Klimaschutz auf der Grundlage des Kyoto-Protokolls fortsetzen werde, sagte Larsson nach Gesprächen einer EU-Delegation mit US-Umweltpolitikern in Washington. Die EU sei nach wie vor «entschlossen, das Protokoll bis 2002 zu ratifizieren».

Druck

EU-Umweltkommissarin Margot Wallström kündigte in Washington an, dass die EU in Sachen Klimaschutz weiter Druck auf Washington ausüben werde. Die USA hätten bei den Gesprächen in Washington offiziell bestätigt, dass sie das Protokoll keinesfalls ratifizieren würden, sagte Wallström.

Ohne die USA sei es schwieriger und teurer, etwas gegen den Treibhauseffekt zu unternehmen. Zusammen mit Larsson und einem Vertreter Belgiens traf sie unter anderem die Leiterin der US-Umweltschutzbehörde, Christine Todd Whitman.

Die USA sollen nach Auffassung der EU von Entscheidungen über Kyoto-Klimaschutzabkommen ausgeschlossen werden. Wallström sagte am Mittwoch in Ottawa, es sei inakzeptabel, dass die USA den weiteren Prozess bestimmten. Die USA hätten signalisiert, sie wollten an den geplanten internationalen Treffen zum Klimaschutz teilnehmen, sagte Wallström.

Appell

Der deutsche Aussenminister Joschka Fischer appellierte an die USA, die Entscheidung zum Bruch des Abkommens zu überdenken. Der britische Premierminister Tony Blair hofft, dass man mit Washington zu einer Einigung kommen könne. Hingegen übte der französische Regierungschef Lionel Jospin scharfe Kritik: Bushs Entscheidung sei ein «sehr schädlicher einseitiger Akt».

Die USA wollen sich aus dem Kyoto-Abkommen, das die Reduzierung der Treibhausgase festschreibt, zurückziehen. Bush hatte die Ablehnung des Klimaschutz-Protokolls mit den wirtschaftlichen Interessen der US und einer drohenden Energiekrise begründet.

Das vor vier Jahren in Japan unterzeichnete Kyoto-Protokoll fordert von den Industriestaaten, ihre Treibhausgasemissionen zwischen 2008 und 2012 im Schnitt um 5,2 Prozent zu senken. Die Verhandlungen über die Umsetzung des Vertrags waren jedoch bei der Klimaschutzkonferenz im November in Den Haag ins Stocken geraten.

(kil/sda)

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