Olympia: Ski alpin, Riesenslalom
Eberharters olympischer Treppenlauf: 3. - 2. - 1.
publiziert: Freitag, 22. Feb 2002 / 09:52 Uhr

Park City - Stephan Eberharter hat auch noch die höchste Stufe gepackt: 3. in der Abfahrt, 2. im Super-G, 1. im Riesenslalom. So wurde er doch noch eine der grossen Figuren der olympischen Spiele.

In Österreich hatten sie bereits die Nase gerümpft. Wäre Stephan Eberharter Schweizer, hätte man ihm nach Bronze und Silber in den Speed-Rennen den roten Teppich ausgelegt, doch im sieggewohnten Österreich erwartet man von einem wie ihm etwas mehr. Dank seiner Goldmedaille im Riesenslalom erstrahlen nun aber auch Eberharters bisherige Medaillen in einem ganz anderen Glanz. Und schliesslich ist Eberharter jetzt auch noch der erfolgreichste alpine Olympia- Medaillensammler, den Österreich je hatte. Zusammen mit dem Riesenslalom-Silber von Nagano bringt er es jetzt auf vier Medaillen an Olympischen Spielen -- das schaffte in seinem Land vor ihm noch keiner.

"Mit solchen Statistiken", sagt Eberharter, "beschäftige ich mich nicht. Mein Ziel hier war einfach zu gewinnen. Das habe ich jetzt geschafft. Nur das zählt." Neun Weltcuprennen hatte er im bisherigen Winter gewonnen, fünf in der Abfahrt, drei im Super-G, aber nur eines im Riesenslalom. Und genau in dieser Disziplin, in der man es von ihm am wenigsten erwartet hatte, vermochte er zu triumphieren: "Für mich ist es generell leichter, in der Abfahrt oder im Super-G zu gewinnen. Deshalb ist dieser Olympiasieg für mich sehr wertvoll. Und der Riesenslalom zählt unter Insidern eigentlich am meisten."

Dass es in den Speed-Rennen nicht zu Gold gereicht hatte, brachte ihn nicht aus dem Konzept: "Ich fühlte eigentlich gar keinen Druck, denn ich habe in meiner Karriere schon so viel wegstecken müssen. Und schliesslich hatte ich ja schon zwei Medaillen. Die muss man zuerst einmal machen. Ich war am Morgen vor dem Rennen entspannt und auch zwischen den Läufen kam keine Nervosität auf."

Für Eberharter war es ein langer Weg zu Olympia-Gold. Seine Geschichte ist ja bekannt: Zuerst (als 21-Jähriger) der kometenhafte Aufstieg mit den zwei WM-Titeln 1991 in Saalbach, dann eine endlose Serie von Verletzungen, lange Jahre des Misserfolgs mit der Relegation in den Europacup, schliesslich das Comeback. Erst 1998 -- sechs Jahre nach Saalbach -- errang er seinen ersten Weltcupsieg.

Doch so gut Eberharter seither auch fuhr, einer war immer noch ein bisschen besser: Hermann Maier. Nicht weniger als 12 Mal verwies ihn der Herminator auf Platz 2. Aber jetzt da Maier verletzt abseits steht, ist Eberharter aufgeblüht, wie ihm das wohl kaum einer zugetraut hätte. In diesem Winter gewann er im Weltcup neun Mal. Das sind drei Siege mehr als die gesamte Karriere zuvor. Der Gesamt-Weltcup wird ihm wohl nicht mehr zu nehmen sein, die kleine Kugel für die Abfahrt hat er schon auf sicher.

Eigentlich könnte Eberharter Ende Saison getrost zurücktreten. Mehr als Olympiasieger, Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger kann er ja nicht mehr werden. Am 24. März feiert der Tiroler seinen 33. Geburtstag. Doch von Rücktritt hält Eberharter noch nichts: "Ich mache noch eine Saison, danach entscheide ich, wie es weiter geht." Nächsten Winter wird er wohl wieder auf Hermann Maier treffen, mit dem er sich nicht sonderlich gut versteht. Aber vielleicht ist gerade dies der besondere Anreiz.

(Werner Eisenring, Park City /sda)

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