Ebner-Untersuchung kurz vor Abschluss
publiziert: Donnerstag, 28. Nov 2002 / 19:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Nov 2002 / 19:28 Uhr

Bern - Die Voruntersuchung gegen den Berner Frauenmörder Mischa Ebner steht nach seinem Suizid im Regionalgefängnis Thun kurz vor dem Abschluss.

Ebner werden keine weiteren als die 29 gestandenen Delikte zugeschrieben, die er vor seinem Suizid gestand.
Ebner werden keine weiteren als die 29 gestandenen Delikte zugeschrieben, die er vor seinem Suizid gestand.
Der 27-jährige Koch und bekannte Waffenläufer war am 20. August verhaftet worden. Er gestand unter anderem den Mord an einer Frau in Niederwangen BE in der Nacht auf der 1. August sowie drei weitere Angriffe auf Frauen in Bremgarten BE, Büren zum Hof BE und Schinznach Bad AG, begangen seit Sommer 2001.

Bei den vier Delikten hätte die Anklage voraussichtlich auf vollendete bzw. versuchte Tötung gelautet, wie Untersuchungsrichterin Anastasia Falkner vor den Medien sagte.

Insgesamt legte Ebner in 29 Fällen ein Geständnis ab. Neben den vier genannten Fällen könnten 21 weitere als Eigentumsdelikte bezeichnet werden, in den übrigen sei das Opfer als Person angegriffen worden.

Nach objektiven Kriterien seien heute keine weiteren Fälle bekannt, die Ebner zugeordnet werden könnten, sagte Falkner. Unter anderem sei heute klar, dass ihm offene Delikte in Deutschland und Frankreich nicht angelastet werden könnten. Die Voruntersuchung stehe deshalb kurz vor dem Abschluss. Danach werde sie Antrag auf Aufhebung der Strafverfolgung gegen Ebner stellen.

In seinem Abschiedsbrief bezeichnet Ebner seine Taten als schrecklich sowie nicht nachvollziehbar und erklärt, es tue ihm Leid, wie die für die Untersuchung des Suizids zuständige Untersuchungsrichterin Christine Schenk sagte. Einen Hinweis auf den Selbstmord gebe es darin nicht.

Beim Tod Ebners könne eine Dritteinwirkung ausgeschlossen werden. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass die Verantwortlichen ihre Pflichten im Zusammenhang mit dem Selbstmord verletzt hätten. Ebner erhängte sich laut Schenk am Oberlicht seiner Zelle, während sein Zellengenosse beim Fernsehen einschlief.

(bsk/sda)

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