Nicht mit Lage mithalten
Ebola-Epidemie wird noch mindestens sechs Monate andauern
publiziert: Freitag, 15. Aug 2014 / 15:18 Uhr
Die Epidemie wird noch mindestens sechs Monate grassieren. (Symbolbild)
Die Epidemie wird noch mindestens sechs Monate grassieren. (Symbolbild)

Genf - Die Ebola-Epidemie in Westafrika wird nach Ansicht der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) noch mindestens sechs Monate grassieren. Die Helfer könnten nicht mit der sich stetig verschlechternden Lage mithalten, sagte MSF-Präsidentin Joanne Liu in Genf.

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"So etwas haben wir noch nie erlebt", sagte Liu nach einer zehntägigen Reise durch die Region. Es brauche eine neue Strategie, denn die Ausbreitung der Krankheit beschränke sich nicht mehr nur auf einige Dörfer, sondern habe jetzt auch Liberias Hauptstadt Monrovia erfasst, eine Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern.

In der betroffenen Region - von Guinea, Sierra Leone bis Liberia - herrsche ein allgemeines Klima der Angst, vergleichbar mit der Atmosphäre während eines Krieges. Und Angst sei kein guter Ratgeber, sagte Liu vor den Medien.

Misstrauen sogar Gesundheitszentren

Die Leute misstrauten sogar den Gesundheitszentren, und MSF fehle es an Personal, um diejenigen Leute aufzuspüren, die mit den Infizierten Kontakt hatten. In Kailahun, einer Grenzstadt im Osten von Sierra Leone, zum Beipsiel müssten sie 2000 Personen finden, aber ihnen stünden nur Mitarbeiter für die Suche von 250 zur Verfügung.

"Die Infrastruktur versagt völlig", sagte Liu. Die Pufferzone, die um das Epizentrum der Epidemie errichtet wurde, sei zwar "ein Teil einer möglichen Lösung". Aber sie müsste von der Bevölkerung akzeptiert werden, um wirklich zu funktionieren.

Bekämpfungsmittel mobilisieren

Liu appellierte an die internationale Gemeinschaft, alle Mittel zur Bekämpfung der Epidemie zu mobilisieren. "Das muss sofort passieren, wenn wir die Epidemie eindämmen wollen. Und das Engagement muss auf mindestens sechs Monate ausgerichtet sein", sagte Liu.

Seit dem Ausbruch der Epidemie im März ist MSF mit 700 Mitarbeitern - darunter 80 Ausländer - in sieben verschiedenen Orten in den drei Ländern im Einsatz.

(flok/sda)

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