Ebola-Epidemie
Ebola: New York lockert Quarantäne-Regeln
publiziert: Montag, 27. Okt 2014 / 18:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Okt 2014 / 19:35 Uhr
Heimkehrer stehen 21 Tage lang unter Beobachtung und müssen regelmässig ihre Körpertemperatur messen.
Heimkehrer stehen 21 Tage lang unter Beobachtung und müssen regelmässig ihre Körpertemperatur messen.

Washington - Nach heftiger Kritik hat der US-Bundesstaat New York die Regeln für den Umgang mit Rückkehrern aus Ebola-Gebieten wieder gelockert. Westafrika-Rückkehrer werden nicht mehr generell für drei Wochen unter Quarantäne gestellt, wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntagabend erklärte.

10 Meldungen im Zusammenhang
Heimkehrer aus Westafrika, die Kontakt mit Ebola-Kranken hatten, jedoch keine Symptome zeigen, dürfen die Quarantäne nach den von Cuomo verkündeten Regeln zu Hause statt im Spital ableisten. Wer keinen Kontakt zu Ebola-Patienten hatte, muss nicht in Quarantäne.

Die Heimkehrer stehen aber 21 Tage lang unter Beobachtung und müssen regelmässig ihre Körpertemperatur messen. Drei Wochen dauert es maximal, bis nach einer Ansteckung mit dem Virus Symptome auftreten.

Zuvor hatte die US-Regierung einem Bericht der «New York Times» zufolge die Staaten New York und New Jersey aufgefordert, ihre gerade erst eingeführten strengen Quarantäne-Regeln zu lockern. Die Regierung befürchtete, Freiwillige könnten künftig vom Einsatz in Westafrika abgeschreckt werden.

Krankenschwester aus Zwangsquarantäne entlassen

Eine Krankenschwester aus Maine errang im Streit um die Zwangsquarantäne einen kleinen Sieg. Die 33-jährige Kaci Hickox wurde am Montag aus der Isolierung entlassen, nachdem sie sich heftig über die Bedingungen beschwert hatte. Sie war die erste, bei der die neuen Massnahmen zum Schutz vor einer Ebola-Einschleppung angewandt worden waren.

Hickox hatte sich darüber beklagt, dass sie nach ihrem Hilfseinsatz in Sierra Leone am Freitag stundenlang «verhört» und dann in einem Zelt vor der Universitätsklinik Newark untergebracht worden sei. Obwohl sie keine Symptome gezeigt habe und zwei Bluttests negativ gewesen seien, habe sie drei Wochen ohne Dusche und nur mit einer Chemietoilette ausharren sollen.

Am Montag liess der Staat New Jersey sie gehen. Alle Tests seien negativ gewesen und in den letzten 24 Stunden habe die Frau keine Symptome der Krankheit gezeigt. Solange sie noch in New Jersey sei und auch in Maine werde sie weiter ständig untersucht.

Der Bundesstaat verteidigte zugleich die Zwangsquarantäne. Die Frau sei in Westafrika ständig mit Ebola-Kranken zusammen gewesen und habe danach in den USA Fieber bekommen.

Während der Isolierung sei sie in einem «hochentwickelten Zeltsystem» untergekommen. «In der Quarantäne wurde jede Mühe gemacht, um ihr die Zeit möglichst angenehm zu gestalten mit Zugang zu Computer, Mobiltelefon, Lesestoff und Mahlzeiten ihrer Wahl.»

 US-Soldaten isoliert

Eine Gruppe von US-Soldaten wurde nach der Rückkehr vom Einsatz im Ebola-Gebiet in Westafrika vorsorglich isoliert. Die Vorsichtsmassnahme betreffe rund ein Dutzend Soldaten, sagte Pentagon-Sprecher Steven Warren in Washington.

Sie seien vor Kurzem auf ihren Stützpunkt im italienischen Vicenza zurückgekehrt und würden dort in einem abgetrennten Bereich medizinisch überwacht. Keiner der Soldaten habe bislang Ebola-Symptome gezeigt, sagte der Sprecher. In Westafrika sind derzeit rund 700 US-Soldaten im Einsatz gegen die Ebola-Epidemie.

Fehlalarm in Australien

Australien stoppte am Montag die Emigration aus den von Ebola betroffenen Staaten. Antragstellern aus den westafrikanischen Ebola-Gebieten würden keine Einreisevisa mehr ausgestellt, sagte Einwanderungsminister Scott Morrison vor dem Parlament.

Die Behörden gaben unterdessen Entwarnung nach einem Ebola-Verdachtsfall bei einer aus Guinea eingewanderten 18-Jährigen in Brisbane. Drei aus Guinea, Liberia und Sierra Leone eingereiste Familien standen weiter in ihren Wohnungen unter Quarantäne.

In Spanien wurden alle Menschen, die nach Kontakt mit einer an Ebola erkrankten Krankenschwester unter Quarantäne gestellt worden waren, aus dem Spital entlassen. Zehn Betroffene konnten am Montag nach Ablauf der 21-tägigen Inkubationszeit nach Hause gehen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Dem derzeit noch einzig verbliebenen Ebola-Patienten in den USA geht es etwas besser. Nach neuntägiger ... mehr lesen
Der Fall des Mediziners, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Guinea Ebola-Kranke behandelte, hatte für grosses Aufsehen gesorgt. (Symbolbild)
Nein, dieser Artikel ist nicht ansteckend ...
Dublin - Weil er während eines Fluges von Mailand nach Dublin Angst vor dem Ebola-Virus ausgelöst hat, ist ein Italiener in Irland zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der ... mehr lesen
Seoul - Aus Angst vor der Ebola-Epidemie hat Nordkorea seine Einreisebestimmungen weiter verschärft. Alle Ausländer werden nach ihrer Ankunft in dem kommunistischen ... mehr lesen
Reisende, die aus den Seuchengebieten stammen, würden «in einem von der Regierung benannten Hotel unter medizinische Beobachtung gestellt». (Symbolbild)
Der Junge, der vor kurzem in Westafrika gewesen ist, bleibe dennoch auf der Isolierstation des Bellevue Hospital. (Symbolbild)
New York - Der Verdacht auf Ebola ... mehr lesen
Ein neues DNA-programmiertes Löschpapier erkennt eine Ebola-Infektion binnen 30 Minuten. Das Team um Jim Collins beziffert die ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Helfer werden im Kampf gegen Ebola dringend benötigt.
Washington - Die US-Regierung hat ... mehr lesen
Basel - Der Pharmakonzern Roche arbeitet an einem Schnelltest für Ebola. Für Forschungszwecke stehe dieser schon bereit. «Nun streben wir die Registrierung für den klinischen Alltag an», sagte Konzernchef Severin Schwan der «SonntagsZeitung». mehr lesen 
Genf - Die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika ist auf mehr als 10'000 gestiegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ... mehr lesen
Der Ebola-Virus scheint noch nicht bekämpft zu sein.
Brüssel/New York - Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie stockt die Europäische Union ihre Hilfe auf eine Milliarde Euro auf. Derweil ... mehr lesen
Die WHO kündigte für Dezember erste Tests mit einem Ebola-Impfstoff in den Epidemie-Gebieten Westafrikas an. (Symbolbild)
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 16
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ...  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein ...
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
16 Personen in der Schweiz Zika-infiziert Bern - In der Schweiz sind seit Einführung der Meldepflicht Anfang März 16 Fälle von Infektionen mit dem ...
In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
Massagepraxis in Zürich-Oerlikon
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen recht sonnig
Basel 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
St. Gallen 14°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 15°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Luzern 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen freundlich
Genf 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 18°C 27°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten