Vor Gericht gut gelaunt
Ecclestone nach 15 Prozesstagen siegessicher
publiziert: Mittwoch, 2. Jul 2014 / 20:09 Uhr
Für Ecclestone könnte es dennoch schlecht ausgehen.
Für Ecclestone könnte es dennoch schlecht ausgehen.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der sich wegen Bestechung verantwortn muss, ist zufrieden mit dem Verlauf des Prozesses vor dem Landgericht München. Nach 15 Verhandlungstagen mit etlichen Zeugen ist er zuversichtlich, den Richtern seine Unschuld beweisen zu können.

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Ecclestone stellte sich im Prozess als Opfer einer Erpressung dar und widersprach dem Vorwurf der Bestechung. Bislang läuft das Verfahren recht gut für ihn. Eine langjährige Haftstrafe scheint nach dem bisherigen Prozessverlauf unwahrscheinlich.

Daher zeigt sich der 83-Jährige vor Gericht meist gut gelaunt. In den Prozesspausen plaudert der 1,58-Meter-Mann mit den Wachtmeistern, zupft die Roben seiner Anwälte zurecht oder schäkert mit seiner fast 50 Jahre jüngeren Frau Fabiana Flosi, die ihn stets begleitet.

Es wäre das Ende der Spitze

Aber die scheinbare Gelassenheit lenkt nicht vor der Tatsache ab, dass es für Ecclestone in dem Prozess ums Ganze geht. Sollte er verurteilt werden, ist sein Ende an der Spitze der Formel 1 besiegelt, was er um jeden Preis vermeiden will.

Ecclestone wird vorgeworfen, dem einstigen Banker Gerhard Gribkowsky mit 44 Millionen Dollar bestochen zu haben, um sich seinen Job zu sichern. Dieser Vorwurf wiegt besonders schwer, weil der 56-jährige Deutsche ehemals Vorstand der Bayerischen Landesbank, einer Staatsbank, war.

In Zange genommen

Gleichzeitig beschuldigt Ecclestone den Banker der Lüge. Gribkowsky habe ihm mit einer Anzeige bei den britischen Steuerbehörden gedroht. Nur deshalb habe er ihm die Millionen gezahlt. Es steht daher Aussage gegen Aussage. Aber wie glaubwürdig ist Gribkowsky? Mehrere Zeugen nährten Zweifel an der Aufrichtigkeit des Juristen mit Doktortitel.

Ende Juli, beim nächsten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten, soll Gribkowski gemäss den Vorstellungen von Ecclestone in die Zange genommen werden. Dann wird dieser erneut als Zeuge vernommen. Dannzumal haben Ecclestones Anwälte das Wort und sollen sie Widersprüche in dessen Aussagen nachweisen.

(awe/Si)

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