Economiesuisse kritisiert UVEK-Massnahmen
publiziert: Freitag, 7. Sep 2007 / 17:08 Uhr

Zürich - Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse fährt Umweltminister Moritz Leuenberger an den Karren: Dessen zu Wochenbeginn vorgestellte Lenkungsabgaben zur Reduktion des CO2-Ausstosses seien nicht nachhaltig und wettbewerbsverzerrend.

Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer  Leuenbergers Ideen.
Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer Leuenbergers Ideen.
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«Wir können die Herausforderungen durch den Klimawandel nicht lösen, indem man einfach ökonomische Gesetzmässigkeiten missachtet», sagte Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer vor den Medien in Zürich anlässlich des «Tages der Wirtschaft», zu dem sich rund 430 Vertreter aus Wirtschaft und Politik einfanden.

Man müsse auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen, sagte Bührer weiter. «Wenn man mit technischen Massnahmen mit einem Zwanzigstel oder einem Fünfzehntel des Geldes die gleiche CO2-Reduktion erreichen kann, dann sollte man diese viel stärker gewichten.»

Der Chef des Zementkonzerns Holcim, Markus Akermann, forderte eine rasche Anbindung der Schweiz an das Emissionshandelssystem der EU: «Mit der Investition von 1 Mio. Fr. in Indien kann ich eine viel grössere CO2-Reduktion erreichen als mit dem selben Geld in der Schweiz.»

Gegen Lohn- und Sozialdumping antreten

Die Schweiz sei bei der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz schon in der Spitzengruppe, sagte Bührer. Da würden weitere Reduktionen sehr schnell viel teurer. «Das eine tun, heisst aber nicht, das andere zu lassen.»

Die Schweiz wäre gut beraten, sich dafür einzusetzen, dass die EU die CO2-Emissionsrechte auf Basis der tatsächlichen Effizienzkriterien vergebe und nicht auf historischen Emissionswerten, sagte Akermann als Vertreter der CO2-intensiven Zementindustrie.

Bundespräsidentin Calmy-Rey forderte von den Wirtschaftsvertretern, weiterhin gemeinsam mit den Gewerkschaften gegen Lohn- und Sozialdumping anzutreten: «Viele Menschen in diesem Land sind enttäuscht, weil das Wirtschaftswachstum nicht seinen angemessenen Niederschlag in den Lohntüten findet.»

(smw/sda)

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