Ehemalige Kader-Mitarbeiter der Bank Vontobel angeklagt
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 15:59 Uhr

Zürich - Der ehemalige Präsident und ein Geschäftsleitungsmitglied der Zürcher Bank Vontobel müssen sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Betrug, Urkundenfälschung sowie ungetreue Geschäftsführung vor.

Der ehemalige Präsident und ein Geschäftsführungsmitglied hätten eine «schwindelhafte Kapitalerhöhung» durchgeführt. (Symbolbild)
Der ehemalige Präsident und ein Geschäftsführungsmitglied hätten eine «schwindelhafte Kapitalerhöhung» durchgeführt. (Symbolbild)
Konkret haben die beiden Angeklagten laut Staatsanwaltschaft am 27. März 2000 eine «schwindelhafte Kapitalerhöhung» durchgeführt. Die Investmentgesellschaft Private Equity Holding AG wurde dabei um 138,8 Millionen Franken höher bewertet.

Indem sie die neuen Aktien anschliessend an Bankkunden verkauften und der Rechnungsabschluss nicht der Wahrheit entsprach, machen sie sich laut Staatsanwalt Andreas Ochsenbein des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsführung sowie der Urkundenfälschung schuldig.

Unsinnige Aktienverkäufe

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werden die zwei Angeklagten zudem beschuldigt, Aktien im Wert von damals 36,7 Millionen Deutschen Mark (rund 29 Millionen Franken) verkauft zu haben, die sieben Monate später schon vollständig abgeschrieben werden mussten. Laut Staatsanwaltschaft haben sich die Angeklagten damit des Betrugs schuldig gemacht.

Beide Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. «Der Prozess wird frühestens in einem Jahr stattfinden», sagte Ochsenbein auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft wird das verlangte Strafmass erst in der Verhandlung bekannt geben.

Die Bank Vontobel hatte beide Angeklagten im Jahr 2001 freigestellt, offiziell, weil sie ihren Kontrollaufgaben im Internetbanking-Projekt «y-o-u» nicht nachgekommen seien.

Sistieren musste die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen mehrere Verwaltungsräte der Internetfirma Think Tools AG, die von der Bank Vontobel an die Börse gebracht wurde. Laut Ochsenbein hätten diese mit unwahren Angaben operiert und so die Firma zu hoch bewertet.

(tri/sda)

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