Keine Gründe für Waffen im Kleiderschrank
Ehemalige Offiziere für die Waffeninitiative
publiziert: Dienstag, 18. Jan 2011 / 10:53 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Jan 2011 / 23:34 Uhr
Die Waffe muss nicht privat aufbewahrt werden.
Die Waffe muss nicht privat aufbewahrt werden.

Bern - Ein Teil der ehemaligen Armee-Offiziere unterstützt die Waffeninitiative. Deren drei sind am Dienstag vor die Medien getreten. Aus militärischer Sicht gebe es keinen Grund für die Waffe zu Hause, sagen sie. Zudem bringe das «Obligatorische» nichts, und Munition zu stehlen sei ein Leichtes.

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Die drei ehemaligen Offiziere zerzausten in Bern die Argumente der Gegner und begründeten ihr Ja zur Vorlage militärisch. Eine schnelle Mobilmachung, welche die Waffe im Schrank erfordert hätte, sei heute unwahrscheinlich, sagte der ehemalige Kompaniekommandant Urs W. Honegger. Die Schweiz sei heute praktisch nur noch von befreundeten Ländern umgeben - und bei Terrorakten käme die Armee nur subsidiär zum Einsatz.

«Ich stehe ein für die Landesverteidigung und für unsere Armee», sagte Hauptmann a.D. Honegger mit Jahrgang 1946. Doch bisher habe er von den Gegnern «keine objektive und nachvollziehbare Begründung» für die Waffe im Schrank gehört. Er ging gar einen Schritt weiter und kritisierte die obligatorische Schiessübung und den Diebstahl von Munition.

Auch das Argument, durch den Einzug der Taschenmunition sei der Missbrauch der Armeewaffe eingedämmt, liess Honegger nicht gelten: «Jeder weiss, wie einfach es ist, Munition zu entwenden und im Hosensack verschwinden zu lassen.» Oberstleutnant a.D. Jean-Marc Guinchard stützte diese Aussage. «Die Kontrollen sind ungenügend», sagte der 1954 geborene ehemalige Chef einer Panzerbatterie.

Als Seelsorger der Landeskirche hatte Ebo Aebischer Kontakt zu Hinterbliebenen von Menschen, die sich mit einer Waffe das Leben nahmen. Es werde immer Suizide geben, sagte der ehemalige Armeestabs-Hauptmann, doch ein erschwerter Zugang zur Waffe sei «zweifelsohne eine Möglichkeit, solche Tragödien einzudämmen».

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft SOG reagierte am Dienstag umgehend. In einem Communiqué spricht sie sich für ein Nein zur Vorlage aus und schreibt von «absurden Behauptungen» der drei Ehemaligen. Diese gäben «in keiner Weise» die Auffassung der überwiegenden Mehrheit der Offiziere wieder. Die Initiative sei unter anderem deshalb abzulehnen, weil sie gegen den illegalen Waffenbesitz nichts ausrichten könne.

(fest/sda)

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Vergleichssalat
Ja immer diese Vergleiche.
Ein Auto ist keine Waffe sondern etwas mit dem man von A nach B kommt.
Ein Küchenmesser ist auch keine Waffe, sondern da um z.B. Gemüse klein zu hacken.

Ein Gewehr ist IMMER eine Waffe, der einzige Zweck ist damit zu schiessen was wenn man trifft zumindest Schwerverletzte produziert.

Biometrische Pässe finde ich persönlich etwas gutes, es gibt einem ein bisschen Sicherheit zurück wenn man fliegt. Da gibt es andere Dinge im Flugverkehr die schon viel mehr witzlos sind, und ja, man fühlt sich heutzutage als potentieller Terrorist sobald man einen Flughafen betritt.
ein etwas hinkender Vergleich
denn mit einem Auto zu töten wird ja eher selten absichtlich gemacht. Hier liegt die Gefahr nicht beim Abdrücker, sondern in der Masse und der Geschwindligkeit. Ich bin aber mit Ihnen einverstanden, wenn den Sündern der Ausweis auf Lebzeiten abgenommen wird. Das Gefahrenpotenzial liegt auch nicht alleine bei den Leuten, die ihre Waffe sicher zu Hause aufbewahren. Denken Sie aber, wieviele Waffen jährlich einfach verschwinden. Sicher mehr, als Autos gestohlen werden. Mit dem Aufbewahren im Zeughaus kann man auch den unvorsichtigen Waffenbesitzern zuvorkommen.
Vergleich
Da ja Autos erwiesenermassen auch töten können, mache ich folgenden Vorschlag: Alle VCS-Mitglieder die einen Führerausweis haben, müssen sich melden bei den zuständigen Strassenverkehrsämter und ihren Führerausweis abgeben. Sollten sie auf die Idee kommen, ein Fahrzeug zu bewegen, müssen sie einen Nachweis zur Benutzung erbringen. Sollten die VCS-Mitglieder aus dem Verein austreten (ergo Mitglieder Schützenverein) bekommen sie den Führerausweis nicht mehr zurück.
Dass man seine Waffe nicht mehr zu Hause aufbewahren will/soll, darüber lässt sich diskutieren und jeder soll selber darüber entscheiden können ob er seine Waffe ins Zeughaus bringt. Ich wehre mich aber dagegen, dass mir der Staat verbietet eine Waffe zu Hause zu haben bzw. mich darum als potentiellen Mörder/Massenmörder/Selbstmörder verdächtigt.
Ich behaupte mal, dass verschiedene Leute, die hier für die Waffeninitiative sind, sich mokiert haben über die verschiedenen Vorschriften, die im Flugverkehr erhoben worden sind (biometrische Pässe, usw.). Man ist ja schliesslich kein Terrorist! Und man lässt sich auch nicht in dieses Schema drücken!
Einfach so meine Gedanken
Die Waffe zu Hause ist völlig unnötig!
Wenn man die derzeitige Bedrohungslage und den Auftrag der Armee berücksichtigt, macht die Waffe zu Hause keinen Sinn. Die Begründung des Obligatorischen dient nur den Schützenvereinen. Die sollen doch den Schützen Waffen zur Verfügung stellen.
Hans Stalder ehem. Hptm und Kranzschütze
„Schutz vor Waffengewalt“ in Finnland
Armeeoffiziere in der Schweiz sind für die Waffeninitiative. In Finnland wird auch eine Verschärfung des Waffenrechtes gefordert, wie in der Schweiz mit der Volksinitiative „Schutz vor Waffengewalt“ über die wir am 13. Februar abstimmen. Ein Amokläufer hatte an Silvester vor einem Jahr in der finnischen Stadt Espoo sechs Menschen erschossen. Nach diesem vierten Amoklauf in Finnland mit vielen Toten in den vergangenen zehn Jahren sprach sich der damalige Ministerpräsident Matti Vanhanen für eine erneute Verschärfung der Waffengesetze aus. Der finnischen Innenministerin Anne Holmlund wurde vorgeworfen bisher nichts unternommen zu haben.

Finnland hat in den vergangenen zehn Jahren vier Amokläufe mit insgesamt 33 Toten zu beklagen. So tötete in einer Berufsschule in Kauhajoki ein 22-jähriger Waffennarr im September 2008 acht Mitschülerinnen, einen Mitschüler und einen Lehrer. Der Täter beging Selbstmord.

Ende 2007 hatte ein 18-jähriger Abiturient in einem Schulzentrum der Ortschaft Tuusula sechs Mitschüler, eine Krankenschwester und die Schulleiterin erschossen. Anschliessend tötete er sich mit einem Kopfschuss.

In Finnland sind wie in der Schweiz viele Schusswaffen vorhanden. In Finnland hat auch aussergewöhnlich viele Schusswaffentote zu beklagen. (Suizide und Morde) Die hohe Suizidrate in Finnland hat etwas zu tun mit den vielen Schusswaffen die im Umlauf sind. Wie aus einer Statistik die im „Small Arms Report“ in Genf publiziert wurde, gibt es nämlich einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Schusswaffen in einem Land und der Anzahl von Todesfälle durch Feuerwaffen.
Waffe zu Hause?
Bis jetzt habe ich gemeint jeder Soldat habe eine persönliche Waffe. Welch Aufwand für ihn, wenn seine Waffe nun in einem Zeughaus steht. Bei jedem Dienst und Obligatorischen muss er seinem Gewehr nachlaufen. Welch Aufwand für den Bürger! Wenn aber seine Knarre zu Korps-material degratiert wird. würde ihm irgend eine Knarre zum Gebrauch zugeteilt. Welch Hurra-vorstellung!
Waffengesetz-Initiative und Armeewaffe
Wäre die Waffengesetz-Initiative nur über die Armeewaffe, würde ich sofort zustimmen. Aber diese unnötigen Kosten, die durch das zentrale Waffenregister wieder verursacht werden, gehören da einfach nicht rein. Ich denke, dass die Armeewaffe zu Hause weder nützt noch schadet, da die meisten Leute sie nie nutzen werden. Und für einen Selbstmord oder um eine Waffe zu haben, brauche ich ja nur Sportschütze zu werden, also wird es für die Leute, die die Waffen legal wollen kein Problem sein. Und illegale Waffen sind durch ein Waffenregister ebenfalls unauffindbar. Letztendlich ist die Initiative wieder einmal einfach teuer und sinnlos.
Ja dieser Meinung bin ich auch
Fragen Sie Ihren Bundesrat was er will. Es würde mich wirklich auch interessieren. Ich glaube er hat keine Ahnung.

Richtig, die Munition ist im Zeughaus, da gehört sie auch hin. Da wir aber beide wissen, dass es kein Problem ist, an Munition zu kommen, gehört eben auch die Waffe ins Zeughaus.
Wie wär's damit?
Ursprünglich war die Idee mal, dass jeder Soldat im Falle einer Mobilmachung seine Waffe lädt und sich schon bewaffnet zum Sammelplatz aufmacht.

Nun, da die GSOA/SP und Co die Munition schon mal gestrichen hat, macht die Waffe weniger Sinn als auch schon.

Ich bin deshalb dafür, wir führen die Taschenmunition wieder ein, da sich gezeigt hat, dass die vollmundigen Versprechen der GSOA/SP und Co sich damals schon nicht erfüllt haben, dass die Selbstmordrate massiv abnehmen werde, wenn man den Wehrmännern die Munition abnimmt.

Das war damals schon eine Lüge.

Wie gesagt, sollte man sich endlich entscheiden, welche Armee man will.

Die Armee der virtuellen Krieger, die an ihren Armeelaptops und in synthetischen Welten auf einen Krieg hin üben, von dem man noch nicht weiss, welche Waffensysteme dannzumal benutzt werden, oder eine Armee, die Soldaten und Waffen immer aktuell auf dem neusten technischen Stand hält und für das Heute gerüstet ist..
Schön
Diese Aussagen werden wohl kaum von allen Offizieren geteilt. Ich finde es aber schön das ein Teil der Offiziere für die Initiative einstehen. Die Aussage; "Er habe in der ganzen Diskussion über die Initiative von keinem einzigen Offizier eine objektive und nachvollziehbare Begründung gehört, weshalb eine Soldat die Waffe mit nach Hause nehmen soll." Diese Aussage kann ich nur unterstützen. Eine Begründung habe ich von den Gegnern bis heute noch nicht gehört. Keine die mich überzeugt hätte.
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