Ex-Sprecher Gaddafis in Libyen festgenommen
Ehemaliger Sprecher Gaddafis in Libyen festgenommen
publiziert: Samstag, 20. Okt 2012 / 21:28 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Okt 2012 / 22:25 Uhr
Ibrahim wurde am Samstag nach Tripolis gebracht. (Symbolbild)
Ibrahim wurde am Samstag nach Tripolis gebracht. (Symbolbild)

Tripolis - Genau ein Jahr nach dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi ist dessen Sprecher festgenommen worden. Wie die libysche Regierung mitteilte, wurde Mussa Ibrahim am Samstag in der Ortschaft Tarhuna rund 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis gefasst.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die kurze Regierungsmitteilung bestätigte Gerüchte, die seit den Morgenstunden kursierten. Ibrahim wurde am Samstag nach Tripolis gebracht.

Die Festnahme des einstigen Sprechers erfolgte am ersten Todestag Gaddafis, der in dem nordafrikanischen Land mehr als vier Jahrzehnte lang uneingeschränkt geherrscht hatte. Der Machthaber wurde im Zuge eines Volksaufstandes, bei dem die Rebellen von einer internationalen Militärallianz unterstützt wurden, gestürzt und am 20. Oktober 2011 auf der Flucht getötet.

Der 38-jährige Ibrahim hatte den Posten des Gaddafi-Sprechers im März 2011 kurz nach dem Beginn der Revolte gegen den Machthaber übernommen. Über Monate lieferte er der internationalen Presse die Interpretation der Regierung zu den Ereignissen im Land.

Weiter Kämpfe in Bani Walid

Vor der Festnahme Ibrahims hatte der Präsident der libyschen Nationalversammlung, Mohammed al-Megarjef, in einer in der Nacht zum Samstag ausgestrahlten Rede bedauert, dass einige Regionen des Landes ein Jahr nach dem Tod Gaddafis noch nicht «vollständig befreit» seien.

Er verwies dabei insbesondere auf Bani Walid, in der sich noch viele von der Justiz gesuchte Anhänger des gestürzten Machthabers aufhalten sollen. Laut al-Megarjef befinden sich dort auch Söldner des Gaddafi-Lagers. Die Wüstenstadt ist seit Tagen Schauplatz von Kämpfen, regierungstreue Milizen beschiessen die Stadt.

Nahkämpfe in Stadtvierteln

Am Samstag seien neun Tote und 122 Verletzte eingeliefert worden, sagte ein Verantwortlicher des Spitals der nordöstlich gelegenen Stadt Misrata, in dem regierungstreue Kämpfer behandelt werden. «Die meisten Verletzungen wurden durch leichte Waffen verursacht, was auf Nahkämpfe in den Stadtvierteln schliessen lässt.»

«Die Regierung hat den Milizen grünes Licht gegeben, die Stadt auszulöschen», sagte Salem al-Waer, der die grösste bewaffnete Gruppe in Bani Walid führt. Er rief die UNO und westliche Staaten auf, die Zivilisten in der Stadt zu schützen. Auch am Samstag sei die Stadt seit dem Morgen bombardiert worden, sagte er. «Die humanitäre Lage ist sehr schlecht.»

Bani Walid war am 17. Oktober 2011 von den Gaddafi-Gegnern eingenommen worden. In den vergangenen Monaten gewannen aber die Anhänger Gaddafis dort wieder die Oberhand.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tripoli - Widersprüchliche Angaben aus Libyen zur angeblichen Festnahme von Mussa Ibrahim, dem früheren Sprecher von ... mehr lesen
Unklar: Befindet sich der frühere Sprecher von Muammar al-Gaddafi doch nicht in Tripolis in Haft?
Der gesuchte libysche Ex-Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi ist in Mauretanien festgenommen worden.
Nouakchott - Der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (ICC) per Haftbefehl gesuchte libysche ... mehr lesen 1
Tripolis - Der meistgesuchte Gaddafi-Sohn ist gefasst: Milizionäre der Übergangsregierung in Libyen verhafteten Saif al-Islam ... mehr lesen 1
Saif El Islam Gaddafi. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert.   1
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären ... 1
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 730
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten