Eigentor: Kritik an Blocher aus der Westschweiz
publiziert: Mittwoch, 13. Sep 2006 / 15:14 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Sep 2006 / 15:58 Uhr

Lausanne - Christoph Blochers Versuch, die Publikation von Karikaturen während der Fernsehdebatte «Infrarouge» zum Ausländer- und zum Asylgesetz zu unterbinden, wirft in der Westschweiz hohe Wellen.

Ob Blocher Klage einreicht, ist noch nicht bekannt.
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Die Welschen sind sich einig: Blocher schoss ein Eigentor. «Blochers haben völlig überreagiert; das war ein Eigengoal», kommentierte Peter Rothenbühler, Chefredaktor von «Le Matin». Die Quittung dafür erhielten Blochers nun, indem sie in den Medien mit Häme überschüttet würden, erklärte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Wie die meisten welschen Tagezeitungen hat das Boulevardblatt «Le Matin» den Zensur-Versuch von Christoph und Silvia Blocher auf der ersten Seite gebracht.

Das Ehepaar hatte nach der Aufzeichung der Debatte versucht, die von Philippe Becquelin alias «Mix & Remix» live produzierten und eingeblendeten Zeichnungen aus der Sendung zu kippen. Das Westschweizer Fernsehen TSR, ging darauf nicht ein und strahlte das Pendant zur Deutschschweizer «Arena» am Dienstagabend unzensuriert aus.

Normal

«Ich war auch schon in der Sendung ´Infrarouge´ und wurde durch ´Mix & Remix´ verunglimpft», so Rothenbühler. Er werde jeweils als «Gossen-Journalist» dargestellt. Das sei aber normal, schliesslich seien es ja Karikaturen.

Die Reaktion Blochers kann sich Rothenbühler nur damit erklären, dass die Deutschschweizer weniger an bissige Karikaturen gewöhnt sind als die Welschen. Die Welschen hätten aber nicht einfach mehr Humor.

Auch sie hätten sich erst an Satire gewöhnen müssen. Vor etwa 30 Jahren habe sich etwa der verstorbene Bundesrat Georges-André Chevallaz gegen eine Karikatur gewehrt, die ihn mit einem Fischkopf zeigte.

Grössere Karikaturtradition

«Die Karikatur-Tradition ist im französischen Sprachraum viel grösser», glaubt auch Nico, der Hauskarikaturist des «Blick». In der Westschweiz habe jede grössere Regionalzeitung einen eigenen Zeichner unter Vertrag.

Wie Christoph Blocher auf die gegen seinen Willen ausgestrahlten Karikaturen reagieren wird, blieb offen. «Bundesrat Blocher überlegt sich eine Klage, aber es ist noch nichts entschieden», sagte Bundesratssprecher Oswald Sigg.

(fest/sda)

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