Eagles of Death Metal im Interview
Ein Dokument des Schreckens
publiziert: Donnerstag, 26. Nov 2015 / 06:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 26. Nov 2015 / 14:24 Uhr

New York - Nach den Anschlägen in Paris gibt die Band Eagles of Death Metal ein Interview. Der Schock steht den Musikern immer noch deutlich in die Gesichter geschrieben. Auf die Bühne des «Bataclan», wo etwa 90 Menschen starben, wollen sie trotzdem zurückkehren.

9 Meldungen im Zusammenhang
Die Musiker müssen das Interview mehrfach unterbrechen, ihre Stimmen stocken, immer wieder sind sie den Tränen nahe. Fast zwei Wochen nach den Terrorangriffen von Paris hat "Vice" am Mittwoch ein Interview mit den Eagles of Death Metal veröffentlicht.

Ziel der Terroristen war am 13. November auch ein Auftritt der Gruppe im "Bataclan". In der Konzerthalle richteten die Angreifer ein Massaker an. Etwa 90 der mindestens 130 Totesopfer der Anschläge starben dort.

Mehrere Menschen hätten sich im Umkleideraum der Musiker versteckt, erzählt Frontmann Jesse Hughes. Die Attentäter seien in den Raum gekommen und hätten alle getötet - "ausser einer Person, die sich unter meiner Lederjacke versteckte".

Viele Menschen hätten sich tot gestellt, berichtet Hughes. Während er auf der Suche nach seiner Freundin gewesen sei, habe er plötzlich einem der Attentäter gegenüber gestanden. Der Mann habe auf ihn gezielt, die Kugel sei aber im Türrahmen eingeschlagen.

Aug in Aug mit den Tätern

Auch Tonmann Shawn London sah sich plötzlich einem der Attentäter direkt gegenüber. "Er traf mein Mischpult, die Knöpfe sind überall hingeflogen", berichtet London. Er habe sich sofort auf den Boden geworfen, während der Attentäter immer weiter geschossen und mit aller Kraft "Allahu Akbar" (Allah ist gross) geschrien habe.

Hughes guckt in dem Interview kaum nach oben. Er beginnt zu weinen, wenn er sich etwa daran erinnert, wie der von Kugeln getroffene Crew-Manager Nick Alexander starb. Er habe nicht nach Hilfe gerufen, "weil er nicht wollte, dass irgendwer anderes verletzt wird".

Gleichzeitig macht sich Hughes selbst Vorwürfe, den Bassisten Matt McJunkins auf der Bühne zurückgelassen zu haben. "Ich fühlte mich so schuldig." Er denkt, ein Hauptgrund, warum so viele Menschen getötet wurden, sei, weil so viele ihre Freunde nicht verlassen wollten. "So viele Leute haben sich vor andere gestellt."

Jetzt erst recht

Ihre Tour will die Band unbedingt fortsetzen und auch erneut im "Bataclan" spielen, sobald die Konzerthalle wieder öffnet. "Da haben wir keine wirkliche Wahl", sagt Homme. Nicht nur die Terroristen, auch sie würden Leute "rekrutieren" und zwar dafür, Teil des Lebens zu sein, sagt Homme und deutet dabei ein vorsichtiges Lachen an.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Die US-Rockband Eagles of Death Metal hat drei Monate nach dem ... mehr lesen
The Eagles of Death Metal.
Paris - Knapp einen Monat nach dem Anschlag auf die Pariser Konzerthalle Bataclan ist die US-Rockband Eagles of Death Metal, die das Blutbad hautnah miterlebte, wieder in der französischen Hauptstadt aufgetreten. Die Musiker spielten am Montagabend an der Seite der Band U2. mehr lesen 
Ende 2016 soll es wieder Konzerte geben.
Paris - Die Betreiber des «Bataclan» ... mehr lesen
Sängerin Céline Dion (47) gedachte ... mehr lesen
Céline Dion zollte den Opfern der Terroranschläge von Paris mit einer besonderen Performance bei den American Music Awards Tribut.
Auf Twitter veröffentlichte Cameron ein Foto, das ihn «Schulter an Schulter» mit dem französischen Staatschef zeigt.
Paris - Nach der Anschlagsserie in Paris haben Frankreichs Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron am Montag gemeinsam die Konzerthalle ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Zürich/Genf - In der Schweiz sind ... mehr lesen
Musiker Brandon Flowers (34) findet ... mehr lesen
Brandon Flowers (34) appelliert an seine Kollegen, sich nicht vom Terror einschüchtern zu lassen.
Natalie Portman wird kein TV-Interview zum Film «Jane Got a Gun» durchführen.
Die israelisch-US-amerikanische Schauspielerin ('Thor') lebt seit Anfang des Jahres mit ihrem Ehemann Benjamin Millepied (38) in der französischen Hauptstadt, er arbeitet dort als Tanzdirektor ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 2°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 2°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Luzern 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Genf 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Lugano 7°C 10°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten