Ein Kantersieg für Peter Gilliéron
publiziert: Samstag, 13. Jun 2009 / 13:49 Uhr / aktualisiert: Samstag, 13. Jun 2009 / 17:13 Uhr

In aller Deutlichkeit wählte die Delegiertenversammlung des SFV Peter Gilliéron zum neuen Präsidenten. Der bisherige Generalsekretär siegte gegen Benedikt Weibel mit 80:20 Stimmen. Das Resultat ist für die Profiliga und ihren abtretenden Präsidenten Peter Stadelmann ein Debakel.

Ralph Zloczower gratuliert Peter Gilliéron zur SFV-Präsidentschaft.
Ralph Zloczower gratuliert Peter Gilliéron zur SFV-Präsidentschaft.
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Es ist ein Kantersieg, den Peter Gilliéron, der Kandidat der Amateurliga, gegen den von der Swiss Football League (SFL) aufgestellten Benedikt Weibel realisierte. Der Berner Jurist bekam die Stimmen nicht nur von der ihn portierenden Kammer und von der 1. Liga, die seine Wahl empfahl. Auch einzelne SFL-Vertreter votierten für Gilliéron. «Ich bin nicht überrascht vom Sieg, aber vom deutlichen Resultat», gab der 56-Jährige zu.

Gilliéron tritt also wie erwartet in die (grossen) Fussstapfen von Ralph Zloczower, der während seiner achtjährigen Amtszeit grösste Erfolge feierte. Unter Zloczowers Präsidentschaft erreichte die A-Nationalmannschaft drei Endrunden, die EM 2008 holte er in die Schweiz und auch die bisher grössten Erfolge der Nachwuchs-Auswahlen fallen in die Ära Zloczower.

Trotzdem sieht Gilliéron noch Steigerungspotenzial für den SFV. «Die finanzielle Situation ist stabil, doch sie soll noch besser werden. Es gibt Mittel und Möglichkeiten dazu», so Gilliéron. Zu seinem Programm gehören aber in erster Linie die Lösung des Gewaltproblems und die Verbesserung des Images des Schweizer Fussballs.

Beide Punkte sind eng miteinander verknüpft. Der Fussball leidet hierzulande vor allem unter den negativen Schlagzeilen, für welche die Hooligans während des Meisterschaftsbetrieb fast wöchentlich verantwortlich sind.

Gewaltproblem hat höchste Priorität

In ihrem Wahlkampf, der eigentlich keiner war, weil gerade bei den Vertretern der Amateurliga und der 1. Liga die Meinung offenbar früh und pro Gilliéron gebildet war, versicherten beide Kandidaten, dass das Gewaltproblem höchste Priorität geniesst. Ob Gilliéron hier besser zu den verschiedenen Instanzen durchstösst als der in der Politik bestens vernetzte Weibel, ist zweifelhaft.

«Ich bin überzeugt, dass Benedikt Weibel in den wichtigen Anliegen viel hätte bewegen können. In der Vergangenheit haben wir beim Gewaltproblem zu wenig erreicht», so SFL-Präsident Peter Stadelmann, der sich kurz vor der Wahl mit einer «Brandrede» nochmals für seinen Kandidaten Weibel stark gemacht hatte.

Stadelmann versuchte dabei, den Mut der Delegierten zu wecken. «Die Wahl eines Quereinsteigers wäre auch eine Öffnung nach aussen und somit eine Verbesserung des Images. Machen wir es wie andere Verbände!» Dabei spielte Stadelmann beispielsweise auf den Eishockey-Verband an, der mit Denner-Chef Philippe Gaydoul einen erfolgreichen Wirtschaftskapitän ins Boot holte.

Der Aufruf blieb unerhört. Weibel bekam aus dem Lager der Amateure und Erstligisten keine einzige Stimme. Trotzdem sieht der frühere SBB-Chef nicht alles negativ: «Peter Gilliéron ist nun ein Präsident mit grösserer Legitimation, als wenn er als Generalsekretär bloss ´durchgewunken´ worden wäre.»

Interne Lösung

Letztlich haben die Delegierten im Verhältnis 4:1 für die interne Lösung gestimmt. Peter Gilliéron ist seit 1993 für den SFV tätig; seit Anfang 1994 ist er Generalsekretär. In seiner kurzen Antrittsrede versicherte er, «ein Präsident für alle und alle Kammern» zu sein.

Gemessen wird letztlich auch er anhand der Resultate, auch derjenigen auf dem Rasen. Bei der Nationalmannschaft und den Nachwuchsauswahlen kann er es kaum besser machen als Vorgänger Zloczower. Die Klubs allerdings sollen international die Schlagkraft erhöhen. «Ich wünsche mir, dass im Europacup regelmässig Schweizer Vereine die Viertelfinals erreichen.»

Stadelmann neuer Nationalmannschaftsdelegierter

Mit der Kandidatur von Weibel erlitt Stadelmann Schiffbruch. Trotzdem endete die DV für den Ostschweizer Anwalt mit einem Erfolg. Er wurde in den SFV-Zentralvorstand gewählt und wird Nachfolger von Ernst Lämmli als Delegierter der Nationalmannschaft. «Auf diese Aufgabe freue ich mich. Das ist mein Traumjob. Ich kann meine Stärken in der Organisation, bei den Kontakten und beim Aushandeln von Verträgen einbringen.»

Stadelmann erhält für dieses Amt 50'000 Franken im Jahr. Im Vergleich zu seiner bisherigen Tätigkeit als SFL-Präsident sei der zeitliche Aufwand jedoch «signifikant kleiner». Stadelmann spricht von jährlich 1200 bis 1500 Stunden, die ihn der Fussball bisher beansprucht habe. Erste Amtshandlung wird nun das Engagement eines neuen U21-Trainers sein (Pierre-André Schürmann unterschrieb am Samstag einen Vertrag als Trainer von Xamax).

Und dann wolle er so schnell wie möglich mit Nationalcoach Ottmar Hitzfeld verlängern. «Es ist in meinem Sinn, wenn wir mit ihm weitermachen», sagte dazu auch Gilliéron. Zumindest in diesem Punkt gibt es bei den beiden nur eine Meinung.

Wahlresultate:
Wahl zum SFV-Präsidenten: Peter Gilliéron 80 Stimmen, Benedikt Weibel 20 Stimmen.

Zusammensetzung des Zentralvorstandes: Peter Gilliéron (Zentralpräsident), Kurt Zuppinger (Präsident 1. Liga), Paul Krähenbühl (Präsident Amateurliga), Thomas Grimm (Präsident SFL), Peter Stadelmann (Delegierter der Nationalmannschaft), Philippe Hertig (Mitglied der 1. Liga), Peter Hofstetter (Mitglied der Amateurliga).

Zum SFV-Ehrenmitglied gewählt: Köbi Kuhn, Ernst Lämmli, Giuseppe Poma, Urs Saladin (posthum), Urs Vogel, Samuel Schmid.

Zum SFV-Ehrenpräsidenten gewählt: Ralph Zloczower.

(Stefan Wyss/Si)

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