Ein Schritt vorwärts, aber ein zu kleiner
publiziert: Samstag, 13. Aug 2005 / 00:01 Uhr

Peter Haas wirkte beim Bilanzieren der Schweizer Einsätze an den Weltmeisterschaften in Helsinki nachdenklich: «Wir haben Fortschritte gemacht, aber sie sind mir zu klein», sagte der Leistungssportchef.

Über einen Leisten geschlagen beurteilte Haas die Resultate in Helsinki als befriedigend.
Über einen Leisten geschlagen beurteilte Haas die Resultate in Helsinki als befriedigend.
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Nach der Enttäuschung an den Olympischen Spielen 2004 in Athen, wo es keine einzige Klassierung in den Top 16 gegeben hatte, war in Helsinki ein Aufwärtstrend auszumachen. Diesmal waren es immerhin drei: Christian Belz mit Schweizer Rekord über 10 000 m (14.), die Hochspringerin Corinne Müller (14.) und der Speerwerfer Stefan Müller (15.).

Statistisch gesehen steht die Schweizer Leichtathletik wieder dort, wo sie vor zwei Jahren in Paris 2003 gewesen war. Damals erreichte die ebenfalls neunköpfige Delegation zwar erstmals in der Geschichte der WM keinen Finalplatz (Top 8), wies aber ebenfalls drei Rangierungen unter den ersten 16 auf (Bucher, Belz, Röthlin).

Über einen Leisten geschlagen beurteilte Haas die Resultate in Helsinki als befriedigend. Die Detailanalyse fiel allerdings zwiespältig aus. Insbesondere sei es nicht gelungen, die Formsteuerung konsequent auf den Saisonhöhepunkt auszurichten.

André Bucher falsch eingestuft

Sprachlos machte ihn das Scheitern des Teamleaders André Bucher: "Ich hatte ihn, so wie er in den letzten Tagen aufgetreten war, ganz anders eingestuft." Lobende Worte fand Haas hingegen für Co-Leader Christian Belz: "Er hat sein Rekordversprechen eingelöst und wurde mit einem guten Rang belohnt."

Als Basis im Schweizer Team gilt ein Quintett um Corinne Müller, Simone Oberer (Siebenkampf), Nadine Rohr (Stab), Ivan Bitzi (110 m Hürden) und Patric Suter (Hammer). Sie alle hatten bereits zuvor an Grossanlässen Erfahrungen gesammelt.

Corinne Müller ragte aus dieser Gruppe heraus. Ihr gelang die Bestätigung ihrer Fortschritte (1,91 m); sie steht nun an der Schwelle zum Finaleinzug. Oberer baute im Siebenkampf nach tollem Start ab und zeigte sich mental noch nicht ganz auf der Höhe.

"Wettkampfpech", Enttäuschungen und Lichtblicke

Im Fall von Bitzi, der im heftigen Gegenwind von 5,1 m/s lief, ist der Ausdruck "Wettkampfpech" angebracht. Enttäuschend waren hingegen die Leistungen von Rohr und Suter. "Jedes Team muss auf zehn Leute zwei oder drei Ausfälle verkraften, auch die Amerikaner", meinte Haas. Konstruktive Konsequenzen bezüglich Wettkämpfhärte und Leistungsbereitschaft würden in diesen Fällen gezogen.

Für die eigentlichen Lichtblicke sorgten die Rookies im Team. Der 400-m-Läufer Pierre Lavanchy wollte nach seiner überraschenden Selektion unbedingt reüssieren; mit dem 19. Rang unter 53 Aktiven gelang ihm dies eindrucksvoll. Auch der Speerwerfer Stefan Müller erwies sich als Wettkampftyp. Ein Luckypunch hatte ihn nach Helsinki geführt, wo er mit 76,30 m den Exploit bestätigte und den Final um weniger als einen Meter verpasste.

Schweizer Resultate
- Christian Belz (10 000 m/20. Platz im Feld nach Saisonbestleitungen): 14. von 23 Teilnehmern in 27:53,16 (Schweizer Rekord)

- Ivan Bitzi (110 m Hürden/24.): 32./46 in 14,26

- André Bucher (800 m/19.): 27./50 in 1:47,97

- Pierre Lavanchy (400 m/30.): 19./53. -- Vorlauf in 45,79, Halbfinal in 47,19

- Stefan Müller (Speer/23.): 15./31 mit 76,30

- Patric Suter (Hammer/20.): 28./31 mit 68,54

- Corinne Müller (Hoch/20): 14./29 mit 1,91

- Simone Oberer (Siebenkampf/20.): 18./26 mit 5882

- Nadine Rohr (Stab/20.): 29./30 ohne gültigen Versuch

(Hans Leuenberger, Helsinki/Si)

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