Ein Stan ist geboren
publiziert: Dienstag, 7. Sep 2010 / 14:43 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Sep 2010 / 16:14 Uhr
Der Sieg über Murray wird Stanislas Wawrinka  für künftige grosse Aufgaben viel Selbstvertrauen geben.
Der Sieg über Murray wird Stanislas Wawrinka für künftige grosse Aufgaben viel Selbstvertrauen geben.

Stanislas Wawrinka könnte den Sprung auf den nächsten Karrierelevel eingeläutet haben. Der Romand feierte gegen den schottischen Mitfavoriten Andy Murray in der 3. Runde des US Open mit dem 6:7 (3:7), 7:6 (7:4), 6:3, 6:3 den wichtigsten Sieg seiner Karriere.

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Wawrinka zeigte gegen den Sieger des Masters-1000-Turniers in Toronto, neben Roger Federer der meistgenannte Titelkandidat, eine brillante Leistung. Er fand gegen die Turniernummer 4 die Mischung zwischen Angriff und Abwarten so gut wie noch selten in seiner Laufbahn und reduzierte die «sinnlosen» Fehler auf ein Minimum.

Er hätte sogar noch schneller gewinnen können, konnte aber im ersten Satz einen 5:3, 30:0-Vorsprung nicht verwerten, obwohl er in den ersten neun Games eindrücklich aufgezeigt hatte, dass er auf dem Weg ist, ein kompletterer Spieler zu werden.

Zu passiv

«Gegen Ende des Satzes bin ich kurzfristig zu passiv geworden, und das hat Andy bestraft», so Wawrinka, der ab 6:5, 30:30 nur 4 von 25 Punkten gewinnen konnte, sich dann aber bei 6:7, 0:3 rasch wieder fand.

Taktisch machte sich der Einfluss von Peter Lundgren bereits bemerkbar. Wawrinka, der bislang an einem guten Tag schon oft sehr gut spielte, aber an einem schlechten sehr wenig traf, unterschritt ein gewisses Grundniveau nie und spielte sehr konstant. Zudem streute er mit vielen unterschnittenen Bällen eine Variante ein, die man von ihm in dieser Häufigkeit bisher nicht gekannt hatte.

Unmotivierter Murray

Damit frustrierte er auch Murray, der in den letzten beiden Durchgängen allerdings auch leicht handicapiert wirkte, sich an der Schulter behandeln liess und einige Games lang erschreckend unmotiviert spielte.

Wawrinka brauchen Faiblessen in Spiel und Auftreten seines Gegners nicht zu kümmern. Er hat im elften Anlauf zum zweiten Mal bei einem Major-Turnier einen Top-Ten-Spieler eliminiert, nachdem er 2005 ebenfalls in New York die damalige Weltnummer 10 Mariano Puerta ausgeschaltet hatte.

Murray ist natürlich ein ganz anderes Kaliber als der argentinische Linkshänder und Sandplatz-Spezialist. Das weiss der Romand: «Das ist natürlich der mit Abstand wichtigste Sieg meiner Karriere. Er wird mir auch für künftige grosse Aufgaben viel Selbstvertrauen geben.»

Freude bei Federer und Nadal

Auch Rafael Nadal und Roger Federer werden sich beim Romand bedanken, ist ihnen doch ein Hauptkonkurrent aus dem Weg geräumt worden, der ihnen im Halbfinal respektive Final möglicherweise einiges Kopfzerbrechen bereitet hätte. Für Wawrinka hingegen werden die Aufgaben kaum leichter. In seinem sechsten Major-Achtelfinal trifft er am Dienstag auf den amerikanischen Aufschlag-Spezialisten Sam Querrey (ATP 22), der Nicolas Almagro (Sp/14), den Sieger des Turniers in Gstaad, ohne Probleme bezwungen und bisher erst einen Satz abgegeben hat. Im Vorjahr hat Wawrinka in Indian Wells den Riesen (198 cm) nach zwei abgewehrten Matchbällen 2:6, 7:5, 7:6 (10:8) besiegt.

Wieder ein Höhepunkt

Die Schweizer Nummer 2, die ein Jahr nach dem Tiefpunkt gegen Nicolas Lapentti (ATP 163) wieder einen Höhepunkt in New York erlebt, war schon bald wieder auf dem Boden der Tatsachen: «Ich darf nun nicht zu euphorisch werden. Gegen Querrey wird es schwer. Aber wenn ich so spiele, habe ich sicher meine Chancen.» Genauso wie in einem möglichen ersten Grand-Slam-Viertelfinal gegen Michail Juschni (Russ/12) oder Tommy Robredo (Sp).

(von Marco Keller, New York/Si)

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