Ein angekündigter Meister
publiziert: Donnerstag, 12. Mai 2005 / 08:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Mai 2005 / 08:45 Uhr

In der drittletzten Runde sicherte sich der FC Basel den 11. Meistertitel. Der allenthalben erwartete langweilige Alleingang des Ligakrösus war es allerdings nicht - dank der unerwarteten Gegenwehr des FC Thun.

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Der FC Basel hatte vor einem Jahr den Titel bereits vier Runden vor Schluss gefeiert. In ungeteilter Favoritenstellung startete er auch in diese Saison. Deshalb stellte sich im letzten Sommer - nicht nur am Rheinknie - weniger die Frage, ob der FCB seinen Titel erfolgreich verteidigen würde, als vielmehr, wann die Entscheidung zugunsten der Basler fallen würde.

32 Runden brauchten die Rot-Blauen, um ihre Konkurrenz entscheidend zu distanzieren. Der Dank für eine in der Rückrunde spannende Meisterschaft geht an den FC Thun, der sich lange Zeit dem übermächtigen Gegner zum Duell David gegen Goliath stellte.

Überforderte Gegner

Noch sechs Runden vor Schluss lagen die Thuner nach Verlustpunkten auf Augenhöhe mit dem Meister. Erst mit einem Zwischenspurt hängten die weitaus routinierteren Basler die Berner Oberländer ab.

Die höher als Thun eingestuften Young Boys sowie die Grasshoppers und der FC Zürich waren bereits in der Winterpause mit zehn oder mehr Punkten Rückstand entscheidend distanziert und konnten vom kleinen Basler Formtief zu Beginn der Rückrunde mit zwei Niederlagen in drei Spielen keinen Nutzen ziehen. Servette, selbsternannter Titelkandidat, bezahlte den Versuch, mit dem FCB und seinem 30 Millionen Budget zumindest auf dem Transfermarkt mitzuhalten, im Januar mit dem Konkurs.

Seit Dezember 2002 im 'Joggeli' ungeschlagen

Weil die Genfer nach der Winterpause nicht mehr antraten und wegen den misslichen Wetterbedingungen, die zu zahlreichen Verschiebungen führten, entwickelte sich eine unübersichtliche Rückrunde, die als einzige Konstante den FC Basel hatte.

Nach der Winterpause gab er den ersten Platz nicht mehr ab. Nur nach der 2., 5., 6., 9. und 10. Runde stand er nicht zuoberst in der Tabelle. Über die gesamte Saison verlor er daheim keine Partie und ist damit seit Dezember 2002 im St. Jakob-Park ungeschlagen. Insgesamt verloren die Basler fünf Meisterschaftspartien, die Mehrzahl in der Zeit, als sie noch im UEFA Cup engagiert waren.

Zwiespältige Transferbilanz

Dass die Doppelbelastung dem FCB zu schaffen machte, lag in erster Linie daran, dass die Sommertransfers nicht die gewünschte Verstärkung brachten. Der Australier Mile Sterjovski blieb bis auf wenige Ausnahmen blass. Mladen Petric und Cesar Carignano hatten mit Verletzungen zu kämpfen. Christian Gimenez war so einmal mehr der beste und treffsicherste Stürmer und wird zum vierten Mal in Folge zum Saisonende Basels bester Torschütze sein.

Glücklicher verliefen die Transfers in der Winterpause: Reto Zanni vermochte sich auf Anhieb im hochkarätigen Ensemble durchzusetzen, und Patrick Müller kam in den letzten Wochen immer besser in Tritt.

Wer bleibt, wer geht?

Wie aktiv der FC Basel, der sich für nächste Saison die Dienste von Baykal (Thun) bereits gesichert hat, künftig auf dem Transfermarkt sein wird, hängt vor allem von den Abgängen ab. Kleber, David Degen, Benjamin Huggel und Pascal Zuberbühler könnten bei einem lukrativen Angebot ins Ausland wechseln, Sébastien Barberis wird zurücktreten, und Marco Zwyssig, dessen Vertrag genauso ausläuft wie derjenige von Ivan Ergic, dürfte wegziehen.

Unklar ist die Situation von Julio Hernan Rossi, der nicht mehr den vollen Rückhalt der Vereinsleitung geniessen soll. Trainer Christian Gross wird voraussichtlich auch nach seinem fünften Meistertitel den Lockrufen ausländischer Klubs widerstehen und sein erfolgreiches Tandem mit Mäzenin Gigi Oeri weiterführen.

Ziel: Champions League

Wie auch immer das Kader nächste Saison aussehen wird, der FC Basel kann sich nicht mehr "nur" mit Meisterehren zufrieden geben. Er wird schweizweit an seinen Erfolgen im Europacup gemessen. Diese fielen in dieser Saison bescheiden aus.

Nach dem wichtigen Überwintern im UEFA Cup scheiterten die Basler im Sechzehntelfinal an den Franzosen aus Lille, die nächste Saison wohl in der Champions League spielen werden. Dorthin will auch der FC Basel zum zweiten Mal nach 2002. Dass er den dritten Meistertitel in Folge anstrebt, versteht sich ohnehin von selbst.

Titel des FC Basel
Meistertitel: 11 (1953, 1967, 1969, 1970, 1972, 1973, 1977, 1980, 2002, 2004, 2005).
Cupsiege: 7 (1933, 1947, 1963, 1967, 1975, 2002, 2003).
Ligacupsieger: 1972.
Alpencupsieger: 1969, 1970, 1981.
Europacup-Teilnahmen: 16 (12 Teilnahmen zwischen 1967/68 und 1980/1981) -- 1x Qualifikation für Viertelfinals, Meistercup 1974 (5:6 gegen Celtic Glasgow (h 3:2, a 2:4). -- Qualifikation für Zwischenrunde in der Champions League 2002/03.

Schweizer Meister der letzten 20 Jahre
2005 Basel 2004 Basel 2003 Grasshoppers 2002 Basel 2001 Grasshoppers 2000 St. Gallen 1999 Servette Genf 1998 Grasshoppers 1997 Sion 1996 Grasshoppers 1995 Grasshoppers 1994 Servette Genf 1993 Aarau 1992 Sion 1991 Grasshoppers 1990 Grasshoppers 1989 Luzern 1988 Neuchâtel Xamax 1987 Neuchâtel Xamax 1986 Young Boys

(von Julien Oberholzer/Si)

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