Eine Gruppe ohne Aussenseiter
publiziert: Mittwoch, 31. Mai 2006 / 10:41 Uhr

Alptraum-, Hammer- oder Todesgruppe - die Bezeichnungen für die Gruppe C sind martialisch.

Marco van Basten formte ein Team, dem auch der Titel zugetraut wird.
Marco van Basten formte ein Team, dem auch der Titel zugetraut wird.
Argentinien und Holland zählen zwar zu den Favoriten, doch den WM-Neulingen Serbien-Montenegro und Elfenbeinküste sind Überraschungen zuzutrauen.

Argentinien: Prunkstück Angriff

Nach der verpatzten WM 2002 und dem Out nach der Vorrunde ist Argentinien überzeugt, nicht erneut vorzeitig zu scheitern. Die Albiceleste, die himmelblauen Weissen, von Trainer José Pekerman qualifizierte sich als erste Mannschaft Südamerikas für die WM und stützt sich vor allem auf sein unglaubliches Offensivpotenzial.

Vor dem überragenden Mittelfeld-Regisseur Riquelme vom Champions-League-Halbfinalisten Villarreal wirbeln der ehemalige Strassenfussballer Carlos Tevez von den Corinthians Sao Paulo, Chelseas Hernan Crespo und Barças Jungstar Lionel Messi, sofern sich dieser rechtzeitig von seinem im März erlittenen Muskelriss erholt.

Aggressivität, Härte, Schnelligkeit und Technik zählen zu den Vorzügen der Gauchos, Disziplin und Abwehrschwächen zu den Defiziten. Die letzten Testspiele in Europa waren nicht überzeugend.

Bereits wurde Kritik an Chefcoach Pekerman laut, der sich nach seiner Aktivkarriere vier Jahre lang als Taxifahrer verdingte. Volksidol Diego Armando Maradona hat sich bereits als möglicher Nachfolger positioniert.

Elfenbeinküste: Die stärksten Afrikaner

Mit einer kompletten Söldnertruppe (alle 23 WM-Teilnehmer spielen im Ausland) versucht der erfahrene Franzose Henri Michel mit der Elfenbeinküste bei deren erstem WM-Auftritt für die grosse Überraschung zu sorgen.

Die Ivorer, gezeichnet und geprägt vom Bürgerkrieg und Korruption in der Heimat, bewiesen auch gegen die Schweiz (1:1) ihre Fähigkeiten am Ball. Der Profiteur vom Ausrutscher Kameruns in der WM-Qualifikation verfügt nicht nur über den Weltklassestürmer Didier Drogba, dessen Marktwert bei 60 Millionen Franken liegt.

Das Sturm-Juwel von Chelsea ist der Leader einer hungrigen Mannschaft mit Spielern aus verschiedenen Religionen und Stämmen. Der Young Boy Gilles Yapi Yapo, Bonaventure Kalou, der ehemalige FCZ-Spieler Kanga Akale oder die beiden Arsenal-Verteidiger Kolo Touré und Emmanuel Eboué sind starke Exponenten der «Elefanten», wie die Zweiten der diesjährigen Afrika-Meisterschaft genannt werden.

Unberechenbar gibt sich der dribbel- und kopfballstarke Drogba auch als Prognostiker: «Wir wollen Weltmeister werden», sagt der Star der Elefanten selbstbewusst.

Serbien-Montenegro: Die Defensivkünstler

Serbien-Montenegro, das erst seit Februar 2003 offiziell existiert und in Deutschland letztmals gemeinsam auftritt, gilt als Mannschaft ohne überragende Einzelkönner. Das Team des ehemaligen Servette-Meistertrainers Ilija Petkovic, in dessen Reihen sich auch der Basler Ivan Ergic Einsätze wünscht, besticht durch Teamwork und Teamgeist.

Petkovic stützt sich vor allem auf eine stabile Abwehr, die der Schalker Mladen Krstajic organisiert. Die grosse Stärke der Mannschaft des einstigen Jugoslawien, das siebenmal an der WM-Endrunde mitspielte, ist die Defensive. In zehn WM-Qualifikationsspielen liess Serbien nur einen einzigen Gegentreffer zu und beendete die Ausscheidung als Gruppenerster vor Spanien.

Vor der kompakten Abwehr sichern zwei defensive Mittelfeldspieler nach hinten ab. Mit Kontern über Dejan Stankovic und Mateja Kezman und mit «stehenden» Bällen ist die Stimmungsmannschaft gefährlich.

Holland: Jung und spektakulär

18 Jahre liegt der grösste Erfolg der Holländer zurück. Der Europameister von 1988 mit dem heutigen Trainer Marco van Basten sorgte damals und auch an den WM 1974 und 1978, als die «Oranje» bis in den Final vorstiessen, für Spektakel.

Mit zehn Siegen und zwei Remis und nur drei Gegentoren überstand Holland die Qualifikation ungeschlagen. Unter van Basten, der sich nicht scheute, alternde Stars wie Clarence Seedorf, Edgar Davids und Patrick Kluivert auszumustern und auf Roy Makaay zu verzichten, ist Holland cleverer, unberechenbarer und defensiv stabiler geworden.

Die «Elftal» agiert taktisch im gewohnten 4-3-3-System und besitzt mit Arjen Robben, Robin van Persie und Ruud van Nistelrooy, der allerdings ein schwieriges Jahr bei Manchester United hinter sich hat, einen Angriff von Weltklasse.

Das eigentliche Prunkstück ist aber das Mittelfeld mit Wesley Sneijder, Mark van Bommel, Philipp Cocu und dem Hamburger Rafael van der Vaart.

Gruppe C:

Argentinien. Gegründet: 1893. -- FIFA-Beitritt: 1912. -- FIFA-Ranking: 4. -- WM-Teilnahmen (13): 1930 (Final), 1934, 1958, 1962, 1966 (Viertelfinal), 1974, 1978 (Weltmeister), 1982, 1986 (Weltmeister), 1990 (Final), 1994 (Achtelfinal), 1998 (Viertelfinal), 2002. -- Bilanz der Schweiz gegen Argentinien: 4 Spiele/0 Siege/1 Unentschieden/3 Niederlagen. -- Letztes Spiel: Schweiz - Argentinien 1:1 (in Bern, 8. Mai 1990/Tor für die Schweiz: Türkyilmaz).

Elfenbeinküste. Gegründet: 1960. -- FIFA-Beitritt: 1961. -- FIFA-Ranking: 41. -- WM-Teilnahmen (0). -- Bilanz der Schweiz gegen Elfenbeinküste: 1 Spiel/1 Niederlage am 2. Dezember 1983 in Abidjan (0:1).

Serbien-Montenegro. Gegründet: 1919. -- FIFA-Beitritt: 1921. -- FIFA-Ranking: 44. -- WM-Teilnahmen (9, als Jugoslawien)): 1930 (Halbfnals), 1950, 1954 (Viertelfinals), 1958 (Viertelfinals), 1962 (Halbfinals), 1974 (Zwischenrunde), 1982, 1990 (Viertelfinals), 1998 (Achtelfinals). -- Bilanz der Schweiz gegen Serbien-Montenegro (inkl. Jugoslawien): 13 Spiele/2 Siege/5 Remis/6 Niederlagen. -- Letztes Spiel: Schweiz Jugoslawien 1:2 (in Basel, 1. September 2001).

Holland. Gegründet 1889. -- FIFA-Beitritt: 1904. -- FIFA-Ranking: 3. -- WM-Teilnahmen (7): 1934, 1938, 1974 (Final), 1978 (Final), 1990, 1994, 1998 (Halbfinal). Bilanz der Schweiz gegen Holland: 31 Spiele/14 Siege/2 Remis/15 Niederlagen). -- Letztes Spiel: Holland - Schweiz 2:0 (EM-Gruppenspiel in Birmingham, 13. Juni 1996).

(rr/Si)

 
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