Eine Männerhochburg wird langsam weiblich
publiziert: Mittwoch, 8. Feb 2006 / 07:34 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Feb 2006 / 08:09 Uhr

Bern - Die Aufregung ist gross: Aus Quotengründen soll Micheline Calmy-Rey sechs Männer bei der Rekrutierung von Diplomaten nicht berücksichtigt haben.

Micheline Calmy-Rey wollte mit ihrer Entscheidung eine konservative, männliche Dominanz aufbrechen.
Micheline Calmy-Rey wollte mit ihrer Entscheidung eine konservative, männliche Dominanz aufbrechen.
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Dabei wird schon länger versucht, die Diplomatie für Frauen attraktiver zu machen. Während mehr als zwei Jahrzehnten hatte eine Diplomatin nicht das Recht zu heiraten, wenn sie im Ausland arbeiten wollte, wie Regula Frey-Nakonz erklärt. Dieses Verbot wurde 1978 vollständig aufgehoben, erklärt die Beauftragte für Chancengleichheit im Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage.

Zudem wurden Reglemente im Bezug auf das Familienleben erlassen. So wird Diplomaten-Kindern, die zum Beispiel für die Ausbildung in der Schweiz bleiben, zweimal pro Jahr eine Reise zu ihren Eltern im Ausland bezahlt, erklärt Frey-Nakonz weiter.

Dem Familienleben nicht förderlich

Der Beruf sei dem Familienleben aber allgemein nicht sehr förderlich. «Das gilt sowohl für Frauen wie auch Männer, da heute oft beide Karriere machen.»

Das EDA ist denn auch das einzige Departement, das über eine Hundertprozentstelle für Chancengleichheit verfügt, sagt die Beauftragte. Die konkreten Situationen seien bei der Diplomatie oft komplexer als anderswo, da auch Wohnortswechsel ins Ausland organisiert werden müssten.

Neue Massnahmen, um die Chancengleichheit zu fördern und vor allem den Diplomatenberuf attraktiver zu machen, werden momentan geprüft. Sie sollen bis 2007 in Kraft treten. Frey-Nakonz will vor allem darauf achten, dass es einen besseren Ausgleich zwischen Berufs- und Familienleben gibt.

«Langsame Entwicklung»

Der frühere Diplomat Bénédict de Tscharner hält fest, dass die Förderung der Frauen in der Diplomatie im Verzug ist. Es habe zahlreiche Fortschritte gegeben, aber «diese Entwicklung geht sehr langsam vor sich».

Der Diplomat, der seit 2002 pensioniert ist, weist auf die Schwierigkeiten des Berufs hin, vor allem in gewissen Ländern, in denen der Status der Frauen nicht der gleiche ist. Der Beruf sei aber «nicht speziell männlich». Er entspreche sogar stark den Frauen, da Intuition und das Knüpfen von Kontakten gefragt sei.

Calmy-Rey habe seit ihrem Amtsantritt im Dezember 2002 die Frauenförderung als eines ihrer Hauptanliegen deklariert und die Sache auch vorangebracht. Aber auch die Vorgänger Flavio Cotti und Joseph Deiss hätten Frauen ermutigt, die diplomatische Laufbahn einzuschlagen.

Im Moment befinden sich 16,5 Prozent Frauen im diplomatischen Dienst der Schweiz. 1975 waren es noch 4,6 Prozent. Heute stehen 305 Diplomaten 71 Diplomatinnen gegenüber. Unter ihnen sind 10 Botschafterinnen im Gegensatz zu 106 Botschaftern.

(Anja Germond/sda)

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