Eine Million Dollar pro HIV-infiziertem Kind
publiziert: Sonntag, 15. Jul 2007 / 12:10 Uhr

Tripolis - Im Fall der in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und eines palästinensischen Arztes sollen die Familien der mit HIV infizierten Kinder offenbar jeweils eine Million Dollar (1,2 Millionen Franken) Entschädigung erhalten.

Den Krankenschwestern wird vorgeworfen, die Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. (Archivbild)
Den Krankenschwestern wird vorgeworfen, die Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. (Archivbild)
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Dieses Angebot hätten die Familien akzeptiert, sagte der Sprecher der Gaddafi-Stiftung der Nachrichtenagentur AFP.

Der Sprecher der Opferfamilien, Idriss Lagha bestätigte, dass die Familien eine Entschädigung in dieser Höhe akzeptiert hätten.

Er betonte jedoch, eine entsprechende Vereinbarung werde erst unterzeichnet, wenn die Familien das Geld auch tatsächlich erhalten hätten.

Das Oberste Gericht in Libyen hatte erst am Mittwoch die Todesurteile gegen die fünf Krankenschwestern und den Arzt bestätigt.

Letzte Chance

Eine Entschädigungseinigung gilt nach dem Todesurteil als letzte Chance für die Verurteilten. Auf deren Grundlage kann Libyens Oberster Justizrat die Todesstrafe aufheben oder in eine Haftstrafe umwandeln.

Die Krankenschwestern und der Arzt waren waren von mehreren Gerichten für schuldig befunden worden, in einem Krankenhaus in Benghasi 438 Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. 56 Kinder starben inzwischen an Aids.

Die Verurteilten hatten wiederholt ihre Unschuld beteuert. Aids-Experten verwiesen darauf, dass die Kinder bereits vor der Ankunft der sechs Verurteilten infiziert gewesen seien.

(rr/sda)

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