ETH entwickelt Polymer
Eine Schutzschicht so vielfältig wie ein Taschenmesser
publiziert: Montag, 15. Feb 2016 / 08:57 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Feb 2016 / 09:23 Uhr
Die Anforderungen bei Beschichtungen für Implantate ist gross.
Die Anforderungen bei Beschichtungen für Implantate ist gross.

Zürich - Medizinische Implantate dürfen keinen Belag ansetzen. Deshalb beschichtet man ihre Oberfläche - dank neuer ETH-Technologie vielleicht bald mit einem universellen Polymer, das sich auf einer Vielzahl von Materialien aufbringen lässt.

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Das beste Material für die Funktion eines Geräts muss nicht das beste für seine Haltbarkeit und Verträglichkeit sein. Medizinische Implantate dürfen beispielsweise keinen Belag aus Proteinen oder Bakterien ansetzen. Deshalb werden sie beschichtet, damit sich nichts an ihre Oberfläche heftet und darauf wächst.

Forschende der ETH Zürich haben nun ein Polymer entwickelt, das Bewuchs verhindert und sich fest mit einer Reihe verschiedener Oberflächen verbinden kann, wie die Hochschule am Montag mitteilte.

«Wir wollen ein Beschichtungs-Polymer, das so vielseitig anwendbar ist wie ein Schweizer Taschenmesser», sagte Studienleiter Nicholas Spencer, Professor für Oberflächentechnik gemäss ETH-Mitteilung. Das ist den Wissenschaftlern gelungen: Das neue Polymer verbindet sich fest mit Silizium, Glas, Titan, Eisen und anderen Materialien.

Einfache Beschichtungsmethode

Bisherige Beschichtungen lösten sich leicht ab oder ihr Auftragen war sehr aufwendig und mit dem Gebrauch giftiger Substanzen verbunden. Das neue Polymer lässt sich hingegen durch einfaches Eintauchen auftragen. Überschüssiges Material tropft anschliessend ab. «Und die Beschichtung widersteht auch harschen Bedingungen wie Säuren, Basen, hohen Salzkonzentrationen und Tensiden», so Spencer.

Nicht nur in der Medizintechnik, auch für Verpackungen in der Lebensmittelindustrie oder für Geräte in der Wasseraufbereitung, Schiffahrt oder beim Fischfang könnte das Polymer nützlich sein, schreibt die ETH. Die Forschenden haben das Polymer zum Patent angemeldet und nun im Fachjournal «Macromolecular Rapid Communications» vorgestellt.

 

(pep/sda)

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