Sichere Zonen falsch eingeteilt
Eine Stadt in Angst - Nachbeben in Christchurch
publiziert: Samstag, 24. Dez 2011 / 19:23 Uhr
Schäden nach dem Erdbeben.
Schäden nach dem Erdbeben.

Wellington - Nach dem heftigen Erdbeben von Freitag ist die zweitgrösste neuseeländische Stadt Christchurch am Heiligabend nicht zur Ruhe gekommen. Die Erdbebenwarte GNS verzeichnete etwa 30 Nachbeben, das stärkste davon am frühen Morgen mit 5,1. Viele Einwohner standen am Samstag unter Schock.

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Rettungsdienste waren im Einsatz, um unterbrochene Strom- und Wasserleitungen wieder in Gang zu bringen. Rund 2000 Freiwillige halfen beim Aufräumen, nachdem bereits am Freitagnachmittag mitten im weihnachtlichen Einkaufstrubel mehrere Beben die Stadt erschüttert hatten.

Abgesehen von Einwohnern, die Ärzte und Spitäler mit stressbedingten Symptomen aufsuchten, wurde am Freitag niemand verletzt. Christchurch hatte erst im Februar ein schweres Beben erlebt. 181 Menschen kamen ums Leben.

Gebäude eingestürzt

«Viele sind sprachlos, haben Angst, sind hilflos, manche trotzig», sagte die Bewohnerin Ilka Norrie der Nachrichtenagentur dpa. Unzählige Einwohner verbrachten den Heiligabend statt mit Geschenke einpacken mit Schaufel und Schubkarre im Garten, um Schlamm zu beseitigen.

Bei dem 5,8- und 6,0-Beben am Freitag waren einige bereits früher beschädigte Gebäude weiter zusammengefallen. Christchurch ist seit September 2010 von einer beispiellosen Serie von Erdbeben erschüttert worden.

Der grösste Schaden entstand durch Bodenverflüssigung. Strassen und Trottoir brachen teilweise ein. Über viele Grundstücke ergoss sich tonnenweise breiiger Schlamm. Christchurch ist grossenteils auf sandigem Boden gebaut. Die Verflüssigung ist ein gängiges Phänomen bei Erdbeben.

Irrtum der Experten

Die Kanalisation war in einigen Stadtteilen beschädigt, berichtete das Lokalfernsehen. «Wir haben die Nase voll, so kann es nicht weiter gehen», sagte Geoff Cooke im Fernsehen. «Wir haben das schon drei Mal in diesem Jahr gemacht, es ist reine Zeitverschwendung», sagte ein anderer Einwohner.

Geologen hatten die Böden der Stadt nach dem schweren 6,3-Beben im Februar untersucht und Stadtteile als rot markiert, in denen der Grund zu instabil ist. Am Freitag verflüssigte sich der Boden aber auch in vermeintlich sicheren Zonen. Bürgermeister Bob Parker räumte am Samstag ein, dass diese Zoneneinteilung nun überprüft werden müsse.

(bert/sda)

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