Eine ganz andere First Lady
publiziert: Donnerstag, 22. Mai 2008 / 15:41 Uhr

Man nehme eine brillante, willensstarke Amerikanerin, verheirate sie mit einem hoffnungsvollen, jungen Politiker, die beiden gründen eine Bilderbuch-Familie. Sie verfolgt ihre eigene Karriere als Anwältin und wird so selbst zu einer einflussreichen, öffentlichen Figur.

5 Meldungen im Zusammenhang
Heraus käme die uns schon lang bekannte Hillary Clinton, oder aber auch Michelle Obama, die gerade erst ins Licht der Öffentlichkeit rückt.

Mit Barack Obamas Sieg in Oregon diese Woche und seinem uneinholbaren Vorsprung zur demokratischen Präsidentschaftsnominierung, sieht es derzeit nicht danach aus, als ob Hillary Clinton als erste Präsidentin der Vereinigten Staaten in die Geschichte eingehen wird.

Eine ganz andere Art «First Lady»

Wenn die aktuellen Umfragen und Wahlprognosen für einen demokratischen Sieg im November sich bewahrheiten sollten, dann wird Michelle Obama Geschichte machen: als erste afro-amerikanische First Lady. Und mit ihr darf man eine ganz andere Art «First Lady» erwarten.

Michelle LaVaughn Robinson wurde, wie ihr Ehemann, der zweieinhalb Jahre älter ist, vor 44 Jahren in Chicago geboren. Während er seine Kampagne unter das Motto «Hoffnung» stellte, sprach sie über die harten Realitäten des amerikanischen Alltags, über die Unterschiede zwischen arm und reich, zwischen schwarz und weiss.

Amerika hatte bereits einige lautstarke Präsidentengattinnen, aber Michelle Obama könnte die erste zornige werden. Sie hat die USA öffentlich als «angstgesteuert» und «ausgesprochen gemein» kritisiert.

Jetzt ist sie stolz auf ihr Land

Der Wahlkampf ihres Mannes zum Präsidentschaftskandidaten habe sie das erste Mal in ihrem erwachsenen Leben stolz auf ihr Land gemacht. Viele Amerikaner haben sich gefragt, warum ein Mädchen aus bescheidenen Verhältnissen, das dann die Möglichkeit bekommt, in Harvard Jura zu studieren und nun als Anwältin ein ansehnliches Einkommen hat, sich derart kritisch über ihr Land äusserte.

Sollte sie nicht eher dankbar sein für die Chancen, die sie bekam? Sie hat im Nachhinein mehrmals versucht, diese Bemerkungen abzumildern – aber es war bereits zu spät.

Die Republikaner haben diese Kritik für einen Wahlkampf-Spot genutzt und den zornigen Äusserungen Michelle Obamas patriotische Parolen zufriedener amerikanischer Bürger entgegengesetzt.

Barack Obama hat in dieser Woche den Werbespot kritisiert. Die Republikaner sollten seine Frau in Ruhe lassen, den Sachverhalt nicht verdrehen und von billigen Sprüchen absehen.

Sie spielt einen entscheidenden Part im Wahlkampf

Michelle Obama spielt einen entscheidenden Part in Barack Obamas Wahlkampf. Wenn sie sich zu einem Thema äussert, kann sie sicher sein, gehört zu werden und muss deshalb damit rechnen, dass sich auch die Gegner ihres Mannes dazu äussern.

Man kann also gespannt sein, was noch passieren wird. Auch wenn Hillary Clinton aus dem Rennen ausscheidet, wird es immer noch eine hartnäckige Frau im Wahlkampf geben, die einige Niederlagen einstecken muss, bevor sie die Chance bekommt, Geschichte zu schreiben.

Jonathan Mann - Campaign Trail Column für den 23.5.08
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «The Campaign Trail» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(cnn-Kolumne von Jonathan Mann)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
CNN-News Jede Bewegung wird beobachtet, jedes Wort analysiert: im Rampenlicht des Wahlkampfes können die äusserliche Erscheinung, ... mehr lesen
Hinreissend und elegant: Cindy Hensley McCain.
In seiner Siegesrede rief Obama eindringlich zur Einheit der Partei auf.
Washington - Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Demokraten scheint entschieden: Der schwarze Senator Barack Obama hat sich zum Abschluss der Vorwahlen zum Sieger ... mehr lesen
Barack Obama sieht sich unmittelbar vor der Präsidentschaftskandidatur seiner Partei.
Washington - Der demokratische ... mehr lesen
Washington - Jahrelang wurde in ... mehr lesen
King wurde «Schwarzer Ghandi» genannt.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, ...
US-Wahlen  Noch ist absolut nichts sicher, doch es ist mittlerweile eine absolut realistische und alarmierende Möglichkeit geworden: was hat die Welt zu erwarten, falls Donald Trump wirklich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt werden sollte? mehr lesen 
US-Wahlen  Hillary Clinton muss dieser Tage feststellen, dass der Stachel der jahrzehntealten Sex-Skandale ihres Mannes noch immer tief sitzt - und man mittlerweile ... mehr lesen
Unsittlich im Oval Office?
US-Wahlen  Ist Donald Trump der geeignete Mann, Amerika vor dem IS zu beschützen? Oder ist er vielmehr genau der Kandidat, den sich die Extremisten im Weissen Haus wünschen würden? mehr lesen  
Ben Carson ist im Rennen .
US-Wahlen  Die Geschichte wiederholt sich - und ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 0°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen bedeckt, wenig Regen
Basel 2°C 5°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen trüb und nass
St. Gallen -2°C 1°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen starker Schneeregen
Bern -2°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen bedeckt, wenig Regen
Luzern 0°C 3°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Genf -5°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten