Privatsphäre
Eine grosse Gefahr für das freie Internet und die Privatsphäre
publiziert: Montag, 28. Jan 2013 / 09:04 Uhr
Die User wissen mittlerweile, dass gratis nicht kostenfrei bedeutet.
Die User wissen mittlerweile, dass gratis nicht kostenfrei bedeutet.

Angesichts der zunehmenden Bedrohung für die Privatsphäre jedes Einzelnen hat der heute, Montag, stattfindende Europäische Datenschutztag eine besondere Bedeutung.

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Der Datenschutztag, der seit 2007 jährlich am 28. Januar begangen wird, soll Europas Bürger für den Schutz ihrer Daten sensibilisieren - mit einem ähnlichen Ziel begeht seit 2008 auch Nordamerika zeitgleich den sogenannten Data Privacy Day. Das Konzept zeigt Wirkung. Bei den Datenschützern der Suchmaschinen Ixquick und Startpage steigen die Suchanfragen kontinuierlich und nähern sich bereits der Dreimillionen Marke. Pro Tag.

Die tägliche Suche birgt grosse Gefahr für die Privatsphäre

Eine grosse Gefahr für das freie Internet und die Privatsphäre stellen laut Meinung von Datenschützern aktuell vor allem die neue Such-Funktion des Social-Network-Riesen Facebook sowie die Personalisierung der Google-Suche dar, die in einer Such-Blase enden könnte.

Auch wenn Facebook betont, dass bei seiner neuen Suche die Einstellungen zur Privatsphäre berücksichtigt würden, die Einführung der neuen Graph-Search-Funktion hat Datenschützer auf den Plan gerufen. Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, kritisierte zum Start in deutschen Medien lautstark, «dass völlig unkalkulierbar auf einmal Daten ausgewertet werden». Erste Tests der neuen Facebook-Suche in den USA haben gezeigt, dass erschreckend persönliche Suchanfragen wie «Verheiratete Männer, die Prostituierte mögen» zu Ergebnissen führen. Auch Suchanfragen wie «Single-Frauen, die in der Nähe wohnen und sich gern betrinken» öffnen dem Missbrauch Tür und Tor. Umso wichtiger, dass sich die Facebook-User - wenn sie Facebook schon weiter nutzen wollen - ganz genau mit ihren Privatsphäre-Einstellungen auseinandersetzen.

Setzt sich die etwa bei Google derzeit in der Erprobung stehende personalisierte Suche durch, könnte am Ende dieser Suchmaschinen-Entwicklung, die bevorzugt auf den User passende Ergebnisse ausspuckt, gar das Ende des freien Internets stehen. Denn der Suchmaschinennutzer würde sich - wie in einer Blase gefangen - von einem personalisierten Suchergebnis zum nächsten hangeln und bald schon nicht mehr über den eigenen Tellerrand schauen (dürfen). Ganz zu schweigen von der dahinter stehenden Auswertung für die Schaltung möglichst personalisierter Werbung, die mehr Klicks und damit höhere Einnahmen verspricht.

Ebenfalls in der Kritik steht die gängige Praxis von kostenlosen E-Mail-Anbietern, die Inhalte dieser E-Mails - wenn auch automatisiert, andere Menschen sollen die Mails nicht lesen können - auszulesen, um wiederum die Werbeanzeigen zu personalisieren. Dennoch werden damit persönliche Daten wie die IP-Adresse verwendet.

Bewusstsein für Datenschutzfragen steigt

Aber das Blatt beginnt sich zu wenden - dem Einsatz von Initiativen wie dem Europäischen Datenschutztag und datenschutzfreundlichen Unternehmen sei Dank. Die User wissen mittlerweile, dass gratis nicht kostenfrei bedeutet. Denn auf der Rechnung, die jeder Nutzer von herkömmlichen Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und E-Mail-Diensten am Ende präsentiert bekommt, steht der Verlust eines guten Teils der persönlichen Daten und der Privatsphäre, die sich dann in den Händen gieriger Werbe-Dienstleister befinden.

Dass das Bewusstsein für derlei Probleme wächst, zeigt nicht zuletzt der Ansturm auf die diskreten Suchmaschinen Ixquick und Startpage, die überhaupt keine persönlichen Daten sammeln. Weder wird die IP-Adresse gespeichert noch der Besuch der Suchmaschinen überhaupt. Vor allem werden keine Tracking-Cookies im Browser installiert. Dadurch entsteht auch keine Suchblase, da Personalisierung ohne Daten nicht möglich ist. «Und das ist gut so.», meint Robert Beens, CEO der Surfboard Holding, Betreiber der Datenschutzdienste. Auch ein absolut diskreter E-Mail-Service befindet sich gerade in Fertigstellung und soll noch im ersten Halbjahr 2013 mit einem gross angelegten Betatest beginnen.

«Der World Privacy Day ist ein Signal für mehr Bewusstsein im Umgang mit den eigenen Daten und hält zu mehr Vorsicht an. Vor allem aber führen viele Veranstaltungen rund um den Globus die immer rasanter voranschreitende Entwicklung von Technologien vor Augen und (er)klären die vielen Lücken und Prozesse, die unsere Gesellschaft die Privatheit nehmen. Wo immer Daten gesammelt werden, werden diese auch missbraucht, entwendet, vervielfältigt. Wir sind stolz, unseren Usern ein sicheres Umfeld bieten zu können und werden auch in Zukunft an vielen weiteren Innovationen arbeiten, die alle nur ein Ziel verfolgen. Datenberge erst gar nicht entstehen zu lassen.», so Jörg Bauer, Sprecher für DACH.

Über Startpage und Ixquick

Startpage und Ixquick sind preisgekrönte Suchmaschinen, die von unabhängiger Seite zertifiziert und vollkommen anonym sind. Sie überzeugen mit den besten Datenschutzrichtlinien im Internet: Weder Suchergebnisse noch IP-Adressen werden gespeichert, auf Tracking-Cookies wird komplett verzichtet.

Beiden wurde das begehrte EuroPriSe-Gütesiegel für herausragende Privatsphäre- und Datenschutzrichtlinien verliehen. Darüber hinaus sind die diskretesten Suchmaschinen der Welt von der unabhängigen Organisation Certified Secure zertifiziert und bei der niederländischen Datenschutzbehörde registriert.

Startpage und Ixquick sind die einzigen Suchmaschinen, die einen kostenlosen Proxy-Service und waren die ersten, die SSL-Verschlüsselung anboten.

(bg/pte)

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