Eine halbe Million Libanesen auf der Flucht
publiziert: Freitag, 21. Jul 2006 / 17:14 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Jul 2006 / 17:29 Uhr

Nikosia - Angesichts des Massenansturms von Zehntausenden von Libanon- Flüchtlingen ist Zypern nach eigenen Angaben kaum noch Herr der Lage. Insgesamt 60´000 Ausländer sind bislang nach Zypern in Sicherheit gebracht worden.

Aussenminister Giorgos Lillikas rief andere Mitglieder der EU auf, seinem Land zu helfen.
Aussenminister Giorgos Lillikas rief andere Mitglieder der EU auf, seinem Land zu helfen.
9 Meldungen im Zusammenhang
Dies teilte das UNO-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) in Genf mit. Zyperns Aussenminister Giorgos Lillikas sagte, während der Haupttouristensaison sei es äusserst schwierig, mit der Lage fertig zu werden. Er rief andere Mitglieder der Europäischen Union auf, seinem Land zu helfen.

«Wir sinken», sagte er im staatlichen Radio. «Wir haben einfach nicht die nötige Infrastruktur, um so viele Menschen unterzubringen.» Langfristig könne die Mittelmeerinsel mit einer Einwohnerzahl von weniger als einer Million Menschen die Flüchtlinge nicht aufnehmen.

Etwa 2000 US-Bürger trafen in der Nacht in den Häfen von Larnaca und Limassol ein. US-Vertreter äusserten die Erwartung, bis Freitag 6000 US-Bürger vor den israelischen Luftangriffen in Sicherheit zu bringen. Auch Schiffe aus Italien, Grossbritannien, Griechenland und Indien liefen die Mittelmeer-Insel an.

Freier Zugang gefordert

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) rief derweil zu Spenden in Höhe von 12 Millionen Dollar (15 Mio. Franken) für humanitäre Hilfe für die wachsende Zahl vertriebener Menschen in Libanon auf. Nach UNO-Angaben sind dort rund eine halbe Million Menschen auf der Flucht.

Die UNO-Hilfsorganisationen forderten erneut die Gewährung des freien Zugangs zu der bedürftigen Bevölkerung. Die libanesische Regierung habe um dringend benötigte Nahrungsmittelhilfen gebeten. Aber das Hauptproblem sei die Sicherheitslage.

«Grosse» Probleme

In den südlibanesischen Kriegsgebieten fehlt es zehn Tage nach Beginn der israelischen Luftangriffe am Allernötigsten. Besonders stark macht sich der Mangel an Trinkwasser und Medikamenten bemerkbar. Wegen Verknappung stiegen die Lebensmittelpreise in Beirut um 400 Prozent.

«Die Probleme im Süden sind gross, gross, gross», beschrieb Soha Boustani vom UNO-Kinderhilfswerk UNICEF die Lage. Die Versorgung der Vertriebenen werde zunehmend schwieriger. «Wenn der Zugang zu ihnen gefährlich bleibt, stehen wir vor einer riesigen humanitären Krise», warnte Boustani.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die Europäische Union hilft ... mehr lesen
Die zyprische Regierung hatte die EU-Partner dringend um Unterstützung gebeten.
Bereits ist rund ein Viertel der libanesischen Bevölkerung auf der Flucht im eigenen Land.
Beirut/Zürich - Zehn Tage nach Beginn ... mehr lesen
Schon jetzt seien mehrere tausend israelische Soldaten in Südlibanon im Einsatz.
Beirut - Die Anzeichen für eine ... mehr lesen
Bern - Die Nothilfe von Schweizer ... mehr lesen
Das IKRK sei daran, die Lieferung von Hilfgütern von Zypern nach Libanon aufzubauen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - In Zürich sind drei Flugzeuge ... mehr lesen
Die erste von Dubrovnik Airline gecharterte Maschine landete in Zürich-Kloten.
Die Schweiz unterstützt die Bemühungen von Generalsekretär Kofi Annan, sagte der Schweizer Botschafter Peter Maurer.
New York - In einer offenen Debatte über den andauernden Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah an der UNO in New York ergreift heute auch die Schweiz das Wort. Sie fordert einen ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ist im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten ... mehr lesen
Avigdor Lieberman.
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den ... mehr lesen   2
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 12°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Basel 11°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 10°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 10°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 16°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 14°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten