Street Parade
Eine halbe Million Raver an der Street-Parade
publiziert: Samstag, 12. Aug 2000 / 18:42 Uhr

Zürich - Zürich war am Samstag wieder Mekka der Techno-Fans. Mit einer halben Stunde Verspätung setzte sich am Nachmittag ein Tanzwurm mit 29 Love-Mobiles und einer halben Million Ravern rund ums Zürcher Seebecken in Bewegung. Die diesjährige, neunte Street Parade stand unter dem Motto «Believe in Love». Kälter war an diesem Nachmittag nur noch der See.

Als die Love Mobiles gegen 15.45 Uhr am Mythenquai starteten, versetzten sie mit ihrer House- und Technomusik Alt und Jung sofort in Ekstase. Heisse Rhythmen aus wattstarken Musikanlagen dröhnten entlang der rund 3,8 Kilometer langen Strecke und brachten Gross und Klein, Jung und Alt in Bewegung. Und obwohl im Vorfeld der Street Parade in diversen Szenemagazinen die Wasserpistole und die Federboa als «Megaout» bezeichnet worden waren, liessen sich viele Raverinnen und Raver diesen Spass nicht entgehen. Die Erfrischung tat not: Das Thermometer erreichte gute 30 Grad.

Die Kleiderfrage war an diesem schönen und heissen Sommertag nicht schwer zu beantworten. Wer mehr als ein kurzes Trägershirt oder einen Minirock trug, badete schon in der Zürcher S-Bahn und vor Beginn der eigentlichen Street Parade im eigenen Schweiss. Viele Tänzerinnen und Tänzer hatten sich für die grösste Open-Air-Party der Schweiz zudem etwas Spezielles einfallen lassen: Sie schminkten ihre Körper an allen möglichen Ecken und Enden und lösten damit die Frage nach dem richtigen Kleid auf ihre Weise. Sie glitzerten schon Stunden vor Einbruch der Dunkelheit in den buntesten Farben.

Getanzt wurde auch in den Gassen neben der offiziellen Strecke. Diese Lokale mussten gemäss Polizeisprecherin Nicole Fix aber mit dem erwarteten Ende der Street Parade gegen 21.00 Uhr schliessen. Meldungen über Zwischenfälle lagen bis am frühen Abend nicht vor. Bereits am Morgen begann in den Hallen des Zürcher Hauptbahnhofs eine so genannte «Warm-up-Party». Für jene Restaurants sowie die rund 40 Clubs, wo nach der eigentlichen Parade getanzt werden durfte, wurde zudem die Polizeistunde aufgehoben, wie Fix sagte. Neben der Polizei zeigten sich auch die Organisatoren vom Ablauf befriedigt. Genaue Angaben über die Zahl der Teilnehmer lagen zunächst aber nicht vor. «Wir brauchen aber nicht mehr als die halbe Milion vom letzten Jahr,» sagte Mediensprecher Stefan Epli. Erwartet wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa. Ein 39-jähriger Deutscher aus Mannheim erklärte, die Street Parade sei das Ebenbild der Liebe. «Die Menschen sind sexuelle Wesen, und das zeigen sie hier auch ungeschminkt,» sagte er.

Riesiger Abfallberg

Grösser als im letzten Jahr dürfte diesmal die Menge des Abfalls sein. Der Zürcher Hauptbahnhof glich schon kurz vor dem Beginn der Parade einem Schlachtfeld. Überall verstreut lagen Zeitungen, Büchsen und Flaschen. Und zumindest der vordere Teil der Bahnhofstrasse war ein einziges Konfettifeld. Die Kosten der Street Parade werden von den Organisatoren auf rund eine Million Franken geschätzt. Etwa ein Viertel des Budgets entfällt auf Information und Werbung, der Rest auf Sicherheit, Sanität, Organisation, Abgaben und Reinigung. Für das Fest, bei dem laut den Organisatoren für Liebe, Frieden, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz getanzt werden soll, gilt ein Verbot, Werbezettel und Werbemuster zu verteilen. Verboten ist auch der Verkauf von Getränken und Esswaren durch nicht zugelassene Händler, da über die die Gastroeinnahmen ein Grossteil des Budgets gedeckt werden soll. Alkohol wird nicht verkauft.

(klei/AP)

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