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Eine sichere und saubere Energieversorgung für alle
publiziert: Dienstag, 7. Feb 2012 / 09:22 Uhr
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Gastautor David Stickelberger ist Geschäftsführer von Swissolar, dem Fachverband für Sonnenenergie.
Gastautor David Stickelberger ist Geschäftsführer von Swissolar, dem Fachverband für Sonnenenergie.

2012 ist das «UNO-Jahr der erneuerbaren Energien für alle». Der Teil «für alle» scheint mir dabei besonders wichtig: Es geht nicht nur um die Abkehr von den fossilen und nuklearen Energiequellen, sondern auch um eine sichere und saubere Energieversorgung für rund eine Milliarde Menschen, die heute Energie höchstens in Form von Dieselgeneratoren oder gesundheitsgefährdenden Kerosinlampen kennen und besonders unter dem steigenden Ölpreis leiden.

Elektrizitätswerke in Drittweltländern haben ein Interesse, bisher nicht versorgte Gebiete an ihr Stromnetz anzuschliessen und somit neue Kunden an sich zu binden. In vielen Fällen wäre jedoch die Stromproduktion mit Photovoltaik-Inselanlagen sehr viel sinnvoller - solche Anlagen brauchen keine Übertragungsleitungen, und die Eigenverantwortung der Konsumenten fördert den haushälterischen Umgang mit Energie.

Energiewende: Private engagieren sich und übernehmen Eigenverantwortung

Auch in Industrieländern möchten immer mehr Hausbesitzer wieder Eigenverantwortung für ihren Energieverbrauch übernehmen. Die immer billiger werdenden Solarmodule bieten dafür eine ideale Voraussetzung - eine Photovoltaikanlage zur Deckung des Jahres-Strombedarfs einer Familie ist bereits ab etwa 12'000 Franken zu haben. In unseren Breiten sind solche Anlagen mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden, das anstelle einer Batterie für den Ausgleich zwischen sonnenreichen und sonnenarmen Zeiten sorgt.

In Deutschland waren Ende 2010 17 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert, davon fast 40 Prozent im Besitz von Privatpersonen - meist in Form von Kleinanlagen. Nur gerade drei Prozent gehörten den Energieversorgungsunternehmen. Die zweitwichtigste Besitzergruppe waren übrigens die Landwirte mit 21%¹. Auch in der Schweiz dürfte die Mehrheit der 14'000 Photovoltaik-Projekte auf der Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung von Privaten initiiert sein.

Wo bleiben die Investoren für Grossanlagen?

Wir von Swissolar haben aufgezeigt, dass bis 2025 die Hälfte der heutigen Atomstromproduktion mit Photovoltaikanlagen ersetzt werden könnte. Allein mit Kleinanlagen auf Wohnbauten kann dies allerdings nicht gelingen. Zum Ausschöpfen der enormen Potenziale auf Gewerbe- und Dienstleistungsbauten braucht es finanzkräftige Investoren. Der Genfer Stromversorger SIG macht es vor: Demnächst geht die grösste Photovoltaikanlage der Schweiz mit einer installierten Leistung von 4.2 Megawatt auf den Palexpo-Hallen in Betrieb. Sie kann 1200 Haushalte mit Strom versorgen. Bis 2015 will der Kanton eine installierte Leistung von 15 MW erreichen. Zum Vergleich: heute steht die Schweiz bei etwa 200 Megawatt installierter Solarstrom-Leistung.

Ganz anders tönt es bei der ebenfalls in staatlichem Besitz stehenden Axpo: Der Konzern setzt bei seiner Förderstrategie für erneuerbare Energien fast ausschliesslich auf Importe. Im Inland ist der vorgesehene Zuwachs äusserst klein, und Photovoltaik ist praktisch inexistent. Laut ist jedoch das Gejammer über den Widerstand von Umweltorganisationen gegen neue Kraftwerke - dabei hätte niemand etwas gegen Solarmodule auf Industriebauten einzuwenden.

Kostendeckende Einspeisevergütung ist unverzichtbar

Bei der Umsetzung des Uno-Mottos «Erneuerbare Energien für alle» hat Photovoltaik enorme Vorteile, denn sie ist im Gegensatz zu allen anderen Technologien in fast jeder gewünschten Anlagengrösse einsetzbar. Die Schwierigkeit für den Investor besteht in den vergleichsweise hohen Erstellungskosten bei sehr tiefen Betriebskosten. Dieses Hindernis lässt sich bei Anlagen im Verbund mit einem Stromnetz am besten mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) überwinden, ein Instrument, das weltweit bereits in etwa 60 Ländern im Einsatz ist und garantierte Einnahmen über längere Zeit sicherstellt. Mit einer KEV-Deblockierung in der Schweiz würden auch hierzulande rasch viele solare Gross- und Kleinanlagen gebaut. Das Parlament hat dazu im vergangenen Jahr Ja gesagt - nun liegt es am Departement Leuthard, den Beschluss rasch in die Tat umzusetzen!

¹ Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fraunhofer ISE, 8.12.2011

(Gastautor David Stickelberger/ETH-Klimablog)

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