Ausserdem zu komplex
Eingeschränkte Arztwahl hat Managed Care verhindert
publiziert: Freitag, 10. Aug 2012 / 11:22 Uhr
Fast drei Viertel waren überzeugt, dass Managed Care zu einer Einschränkung der freien Arztwahl führen würden.
Fast drei Viertel waren überzeugt, dass Managed Care zu einer Einschränkung der freien Arztwahl führen würden.

Bern - Es war vor allem die Sorge um die freie Arztwahl, die die Managed-Care-Vorlage zu Fall brachte. Viele Stimmende sahen aber ohnehin keine Vorteile im neuen Modell und glaubten auch nicht, dass es ihnen tiefere Prämien bescheren würde.

4 Meldungen im Zusammenhang
Dies ist das Ergebnis der am Freitag veröffentlichten VOX-Analyse zum Urnengang vom 17. Juni, bei dem auch über die Staatsvertrags-Initiative und über eine Bauspar-Initiative abgestimmt worden war. Managed Care sorgte allerdings für die grösste Überraschung, wurde die Vorlage doch mit wuchtigen 76 Prozent Nein-Stimmen verworfen.

Mit 87 Prozent am deutlichsten Nein sagten gemäss VOX-Analyse die Parteigänger der SVP, deren Fraktion der Vorlage in den eidgenössischen Räten noch zugestimmt hatte. Bei der CVP betrug der Nein-Anteil 68 Prozent, bei der FDP 72, obwohl beide Parteien die Ja-Parole ausgegeben hatten.

Zu komplex

Auch positive Erfahrungen konnten die Vorlage nicht retten: Nur jeder dritte Stimmberechtigte, der bereits in einem Ärztenetzwerk versicherte war, legte ein Ja in die Urne. Die VOX-Analyse kommt auch zum Schluss, dass der Kenntnisstand der Stimmenden nicht ungewöhnlich tief war. Der Mangel lag in der Vorlage selber: Diese hatte zahlreiche unterschiedliche Aspekte, von welchen die Stimmenden nur einzelne als Entscheidgrundlage herbeizogen.

Dazu gehörte allem voran die Furcht vor der Einschränkung der freien Arztwahl. Fast drei Viertel der Befragten waren überzeugt, dass Managed Care genau dazu führen würden. Fast zwei Drittel glaubten ausserdem, dass die Gesundheitskosten für sie ohnehin weiter ansteigen würden.

Tiefer Graben

Nicht besser erging es der Staatsvertrags-Initiative der AUNS. Laut VOX-Analyse verlief der Graben zwischen Befürwortern und Gegnern in etwa zwischen SVP-Anhängern und dem Rest der Stimmenden. Die Gegner führten vor allem ins Feld, dass das Stimmvolk mit zusätzlichen Abstimmungen überfordert würde.

70 Prozent der Befragten waren der Ansicht, dass das Schweizer Stimmvolk schon jetzt über die wichtigsten aussenpolitischen Belange entscheiden kann. Gemäss der Untersuchung genossen aber gewisse Argumente der Initianten grössere Sympathie, als es der deutliche Abstimmungsausgang von 75,3 Prozent Nein vermuten lässt.

Ebenfalls eine Abfuhr erlitt die Bauspar-Intiative des Hauseigentümerverbands. Bei dieser verlief der Bruch nicht entlang der Parteigrenzen. Wichtiger war gemäss VOX-Analyse der persönliche Nutzen, den man sich von der Vorlage versprach. War dieser hoch, stieg auch die Zustimmung, war er unwichtig, wurde das Volksbegehren wahrscheinlich abgelehnt.

Für die VOX-Analyse hat das Forschungsinstitut gfs.bern innerhalb von 15 Tagen nach der Abstimmung 1507 stimmberechtigte Personen aus allen drei Landesteilen befragt. Die Analyse führte das Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern durch.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK) will einen neuen Anlauf nehmen zur Förderung der ... mehr lesen 1
Förderung von innovativen Entwicklungen. (Symbolbild)
Bern - Fast jeder achte Einwohner der Schweiz hat sich im Jahr 2011 in einem Spital behandeln lassen. Insgesamt mussten sich ... mehr lesen
Schweizer Spital-Behandlungen kosten 24 Milliarden Franken pro Jahr.
Ärzte können seit 2012 wieder uneingeschränkt eine Praxis eröffnen.
Bern - Der Bundesrat ist bereit, die ... mehr lesen
SRG-Präsident Raymond Loretan gibt sein Amt ab.
SRG-Präsident Raymond Loretan gibt sein Amt ab.
Genfer Ständeratskandidat  Genf - Die Genfer CVP hat an ihrer Delegiertenversammlung vom Donnerstag Raymond Loretan als Ständeratskandidaten nominiert. Wie angekündigt tritt dieser daher als Präsident und Verwaltungsrat der SRG zurück. 
CVP will mit Barbara Schmid-Federer in den Ständerat.
Zürcher CVP will mit Barbara Schmid-Federer in den Ständerat Zürich - Die Zürcher CVP will mit Barbara Schmid-Federer in den Ständerat. Die Delegierten haben die 49-Jährige ...
Reta Caspar Irland hat's vorgemacht: Gegen den massiven Widerstand der katholischen Kirche haben sich die allgemeinen Menschenrechte in einer Volksabstimmung durchgesetzt. Ein weiterer Beleg dafür, dass die christlichen Kirchen als ethisch-moralische Instanz im Staat ausgedient haben. Die Privilegierung ihrer Ansicht und ihres Wirkens unter dem überkommenen Label «Landeskirche» gehört abgeschafft! mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Vitalis aus Hallau 47
    JAGD AUF MITTELLOSE ... und wer verfolgt Behörden, welche schwache und hilfsbedürftige ... gestern 13:44
  • Kassandra aus Frauenfeld 1346
    Grenzen auf! Ich meine die Hirngrenzen! Wer die ärmsten Länder der Welt derartig ... Mi, 27.05.15 17:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3057
    Grenzen zu! Wer hier her will, zeigt seinen Pass mit Visum vor, wer keinen hat ... Di, 26.05.15 22:04
  • Kassandra aus Frauenfeld 1346
    Jeder Schweizer Bürger, der in der EU arbeitet, hat bereits nach einem einzigen Arbeitstag volle ... Di, 26.05.15 16:59
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3057
    Alle... Unterstützer, Sympathisanten, Refugee-Versteher, Grüne und wer noch ... Di, 26.05.15 16:31
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3057
    Unsinn "Anspruch auf Sozialhilfe hätte gemäss dem Umsetzungskonzept nur, wer ... Di, 26.05.15 16:19
  • Kassandra aus Frauenfeld 1346
    Entsetzt? Dass diese Abschottungsinitiative nie ohne Verluste und schädliche ... Di, 26.05.15 12:21
  • Kassandra aus Frauenfeld 1346
    Wenn es keine Masseneinwanderung gibt, dann kann sie auch nicht beendet werden! Sie reden Unsinn, ... Di, 26.05.15 11:57
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 10°C 17°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 8°C 19°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 11°C 20°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 11°C 23°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 11°C 23°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 10°C 24°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 13°C 22°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten