Slowakei - Schweiz 4:1 (0:1, 1:0, 3:0)
Eisgenossen verloren erstes Olympia-Testspiel in den USA
publiziert: Montag, 4. Feb 2002 / 07:54 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Feb 2002 / 15:31 Uhr

Boise (USA) - Das Schweizer Eishockey Nationalteam verlor sein erstes Olympia-Testspiel in den USA gegen die Slowakei sang- und klanglos mit 1:4 (0:1, 1:0, 3:0). Torhüter Lars Weibel war noch der Beste. Dabei gingen die "Eisgenossen" durch Flavien Conne im ersten Drittel in Führung. Nach dem Führungstreffer der Slowaken in der 50. Minute, fing die Schweizer Nati noch zwei Konter ein.

Sechs Tage vor dem ersten Olympiaspiel kassierte das Schweizer Eishockey-Nationalteam mit 1:4 in Boise gegen die Slowakei eine bittere Niederlage. Am Dienstag bietet sich in Logan gegen den gleichen Gegner die Chance zur Revanche.
Seit Sommer 1997 ist Ralph Krueger Nationalcoach in der Schweiz. Selten waren die Schweizer seither in einem Länderspiel derart chancenlos wie am Sonntag in Boise im Staat Idaho (USA). Die Slowaken befanden sich von Anfang an am Drücker und kamen zu doppelt so vielen Torschüssen (45:21). Torhüter Lars Weibel zeigte indes eine sehr starke Leistung und verhinderte mit 41 Paraden eine deutlichere Niederlage.

So ist am Ende die Frage im Raum stehen geblieben, was die Partie den Schweizern ausser einem langen Tag Beschäftigung brachte. Es schien fast, als ob die Teamleitung die Niederlage provozieren wollte. Mit Jet-lag im Kopf hat es sich noch nie gut gespielt. Die sechsstündige Busreise von Logan nach Boise unmittelbar vor der Partie verstärkte die Müdigkeit noch. In Boise wartete auf die Schweizer zudem ein Eisfeld mit den kleineren, nordamerikanischen Ausmassen. Und der Gegner, gegen den die Krueger-Auswahl in den letzten beiden Jahren in sechs Spielen bloss noch einmal verloren hatte, erwies sich als bis in die Haarspitzen motiviert, weil für sechs der 15 eingesetzten Akteure das Olympia-Abenteuer noch vor der Eröffnungsfeier am Freitag zu Ende geht.

Entscheidung im letzten Drittel
Es passt gut ins Bild, dass mit Keeper Weibel ausgerechnet jener Schweizer der Beste war, der in Salt Lake City wahrscheinlich keine Minute Eiszeit erhalten wird, weil Aebischer und Gerber für den Torhüterposten derzeit die besseren Karten in der Hand haben. "Die Spieler wird dieser Tag auf jeden Fall schmerzen", so Ralph Krueger. "Das ist aber gut so. Niemand ist glücklich darüber, wie wir im letzten Drittel gespielt haben. Wir haben wenig Gutes gesehen. Nun dürfen wir uns aber auf die Reaktion am Dienstag freuen." Im Schlussabschnitt erzielten die Slowaken jene Treffer, die Lars Weibel zuvor noch verhindert hatte. Tomik (50.) und Hurtaj (54.) trafen innerhalb von vier Minuten vom 1:1 zum 3:1. 14 Sekunden vor Schluss kassierten die Schweizer durch Sechny in Unterzahl noch das 1:4. Sechny war mit einem Tor und zwei Assists neben Weibel der auffälligste Einzelspieler. Den Schweizer Treffer zur 1:0-Führung hatte in der 16. Minute Flavien Conne erzielt. Der Ausgleich gelang Lintner nach 70 Sekunden des zweiten Drittels und einem Stellungsfehler von Vauclair.
"Es gab in diesem Spiel so viele Fehler", musste Ralph Krueger zur Kenntnis nehmen, was für ihn allerdings nicht überraschend kam. "Die Fehler waren zum grössten Teil Folge der Müdigkeit. Diese Müdigkeit haben wir erwartet -- Energie und Konsequenz fehlten."

Trotzdem hielten sich die Schweizer entgegen dem Spielverlauf bis zur 50. Minute alles offen. Die Ineffizienz des Gegners liess die SEHV-Auswahl allerdings ungestraft. Rötheli, Reto von Arx und Jean-Jacques Aeschlimann besassen noch vor dem ersten slowakischen Tor gute Chancen. Mitte des zweiten Drittels kamen die Schweizer zu ihrer stärksten Phase, als innerhalb von drei Minuten Patrick Fischer, Olivier Keller, Reto von Arx und Ivo Rüthemann die neuerliche Führung verpassten. Krueger: "In dieser Phase schien es, als ob die Slowaken mit den Kräften am Ende wären. Ich frage mich, was der slowakische Trainer seinen Spielern in der zweiten Pause gesagt hat."

Steineggers Erkältung

Aufschlüsse über den wirklichen Schweizer Formstand vier Tage vor dem ersten Olympia-Spiel gegen Frankreich liess die erste Partie gegen die Slowakei nicht zu. Immerhin bestätigte Björn Christen in seinem ersten Länderspiel, dass er im Olympiateam gut mithält und seinen Platz in der Mannschaft verdient. Im zweiten Spiel gegen die Slowaken wird Martin Gerber heute (Dienstag) Abend das Tor hüten. Gerber traf zusammen mit Marcel Jenni und Assistenzcoach Bengt-Ake Gustafsson am Sonntagabend im Schweizer Quartier ein. Auch Martin Steinegger sollte am Dienstag spielen können. Der Berner kränkelte zuletzt fünf Tage lang (Stirnhöhlenerkältung), trainierte fast nur auf dem Hometrainer und musste den sonntäglichen Busausflug nach Idaho und zurück (total zwölf Stunden Fahrt) nicht mitmachen.

Bank-of-America-Arena, Boise. -- 2500 Zuschauer. -- SR Kotyra (USA), Hill/Glines (USA). -- Tore: 16. Conne (Della Rossa, Olivier Keller) 0:1. 22. Lintner (Sechny/Ausschlüsse Olivier Keller; Pavlikovsky) 1:1. 50. Tomik (Sechny) 2:1. 54. Hurtaj 3:1. 60. (59:46) Sechny (Lintner/Ausschluss Höhener) 4:1. -- Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Slowakei, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Slowakei: Rybar; Majesky, Pavlikovsky; Lintner, Milo; Cierni, Hecl; Pardavy, Pavlikovsky, Robert Petrovicky; Peter Pucher I, Sechny, Török; Tomik, Kapus, Hurtaj.

Schweiz: Weibel; Julien Vauclair, Patrick Sutter; Olivier Keller, Streit; Seger; Salis, Höhener; Aeschlimann, Jeannin, Rötheli; Della Rossa, Martin Plüss, Conne; Christen, Reto von Arx, Rüthemann; Patrick Fischer I, Crameri.

Bemerkungen: Schweiz ohne Steinegger (Erkältung mit Stirnhöhlenerkältung), Bührer (Ersatztorhüter), Jenni, Martin Gerber und Aebischer (noch nicht beim Olympiateam). -- Powerplay: Slowakei 0/1; Schweiz 0/0.

(ba/sda)

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