Eishockey: 'Einige Millimeter nach vorne entwickelt'
publiziert: Freitag, 7. Mai 2004 / 19:38 Uhr

Prag - Kritiker werden die Wiederholung des 8. Rangs der Schweizer Nationalmannschaft an der WM in Prag als Stagnation werten. Trotz der erneuten Viertelfinal-Qualifikation zeigte sich für die Schweiz, dass der Weg in die Top 6 sehr beschwerlich ist.

Für Krueger gilt die Partie gegen Tschechien als Massstab in Sachen Physis und Einsatz.
Für Krueger gilt die Partie gegen Tschechien als Massstab in Sachen Physis und Einsatz.
Der Druck auf Ralph Krueger und sein Team war nach Bekanntwerden der Gruppengegner für die WM 2004 seit der Auslosung im letzten Mai gross gewesen. Ausser gegen Titelverteidier Kanada wurden Siege und der mehr oder weniger souveräne Durchmarsch in die Runde der letzten Acht erwartet.

Schlüsselspiel war der 1:0-Sieg in der dritten Zwischenrunden-Partie gegen Erzrivale Deutschland. Mit zwei Siegen und zwei Unentschieden (gegen Österreich und Lettland) schaffte die SEHV-Auswahl die Viertelfinal-Qualifikation knapper als von medialer Seite erwartet.

Im 24. Länderspiel der Saison 2003/04 am Donnerstagabend gegen die Slowakei (1:3) musste die Schweizer Delegation feststellen, dass für "uns alles stimmen muss, um einen Grossen zu besiegen" (Zitat Krueger). Immerhin befand sich die Schweiz im Quartett der in den Viertelfinals gescheiterten Teams mit Tschechien, Finnland und Lettland in prominenter Gesellschaft.

Fehlende Physis

Wieder einmal wurde bemängelt, es fehle der Schweiz gegen die Topnationen an Muskelkraft und dementsprechend an "Wasserverdrängung". Dieses Manko äusserte sich vielleicht zu oft in vermeidbaren Strafen: Mit 132 Strafminuten führt die Schweiz diese Statistik noch immer mit grossem Vorsprung an.

"Dies ist ein Zeichen von gestiegener Aggressivität. Vor einigen Jahren war die Schweiz jeweils das fairste und bravste Team. Über längere Zeit wird sich die physische Verbesserung auszahlen", ist sich Coach Ralph Krueger sicher. "Als Massstab gilt ab jetzt die Partie gegen Tschechien. Ich habe noch nie auf offenem Eis derart viele gelungene Checks einer Schweizer Mannschaft gesehen."

Weiterhin realitätsfern sind indes Gedanken, sich auf einer Stufe mit Kanada, Tschechien oder der Slowakei zu sehen. Gegen jeden der genannten Gegner verlor die Schweiz 1:3 und hat "drei Mal auf dem Topniveau gespielt" (Krueger). "Wir haben uns einige Millimeter nach vorne entwickelt, die Grossen sind aber noch um Zentimeter entfernt."

Darauf angesprochen, dass man den erneuten 8. WM-Rang als Treten an Ort betrachten könnte, antwortete der begnadete Kommunikator in der Sportsprache. "Es ist wie im Golf: Um sein Handicap von 20 auf 7 zu bringen, braucht man weniger Zeit als es von 5 auf 0 zu schaffen."

Medizinische Hilfe

Der Schweizerische Eishockey-Verband scheint nun einen Weg gefunden zu haben, um die physischen Defizite zu reduzieren. In enger Zusammenarbeit mit Swiss Olympic führt der SEHV ein aufwändiges Testprojekt für seine Auswahlen mit Horizont Olympische Winterspiele 2010 in Vancouver ein.

Bis Ende Juni werden sich 37 Profis aus dem Kreis der Nationalmannschaft in der Muttenzer Rennbahnklinik einer Prüfung auf Herz und Nieren unterziehen. Mit Hilfe dieses Tests soll dann für jeden Akteur ein individuelles Trainingsprogramm ausgearbeitet werden.

(von Stefan Baumgartner/Si)

 
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