Eishockey: Fall Fribourg-Gottéron
publiziert: Donnerstag, 20. Feb 2003 / 21:49 Uhr

Nationalliga-Einzelrichter Heinz Tännler hat den 4:2-Sieg von Fribourg-Gottéron gegen Zug sowie die 3:5-Niederlage gegen die ZSC Lions in 0:5-Forfait-Niederlagen umgewandelt. Gegen den Playoff-Ausschluss rekurierte Fribourg-Gottéron.

Fribourg-Gottéron ist am Boden.
Fribourg-Gottéron ist am Boden.
1 Meldung im Zusammenhang
Die Freiburger hatten mit Sandro Abplanalp einen nicht qualifizierten Spieler eingesetzt. Den Playoff-Platz von Fribourg erbt bei einer Ablehnung des Gottéron-Rekurses Rapperswil-Jona, das heute (Freitag) im Viertelfinal im Hallenstadion gegen die ZSC Lions anzutreten hätte.

Konsequenzen hätte das Urteil auch für den Abstiegskampf: Zug wäre Zehnter, womit die vermeintlich geretteten SCL Tigers die Playout-Serie gegen Lausanne zu bestreiten hätten. Über die genauen Modalitäten des Playouts wird die Nationalliga bis Samstagabend befinden.

Der 20-jährige Stürmer Abplanalp war nicht spielberechtigt, weil er nach dem 1. Februar bereits für Gottérons Partnerteam Düdingen in der 1. Liga gespielt hatte. Laut Partnerklub-Reglement hätte Abplanalp die Saison mit Düdingen beenden müssen.

Gottérons Sparfimmel als Bumerang

Die Nicht-Teilnahme an den Playoff-Viertelfinals und damit zumindest zwei entgangene Heimspiele wird Fribourg-Gottéron um Einnahmen in der Höhe von rund 150 000 Franken bringen. "Der Verein ist k.o. Zwischen unserem Vergehen und den Konsequenzen ist die Kluft riesig", bilanzierte Klubpräsident Antoine Roulin an einer Medienkonferenz von Gottéron.

Doch der Fall wird bei Gottéron auch interne Konsequenzen haben. Ein aussenstehender Jurist soll die Verantwortlichkeit für den "Fall Abplanalp" innerhalb des Klubs abklären. Der vorzeitig zum Sündenbock gestempelte Generaldirektor Roland von Mentlen weilte am Wochenende während den beiden "fatalen" Spiel-Einsätzen von Abplanalp zur Spielerbeobachtung in Schweden. "Doch auch wenn ich da gewesen wäre, wäre mir ein möglicher Vorstoss nicht bewusst gewesen."

Abplanalp war übrigens als Ersatz des kurzfristig zu Bern abgegebenen Vjeran Ivankovic für die letzten beiden Qualifikationsrunden-Spiele vom Erstligisten Düdingen geholt worden. Mit dem Ivankovic-Transfer und der Streichung eines besser gestellten Lohn-Empfängers hatte Gottéron Geld einsparen wollen. Nun hat es deswegen einiges mehr verloren. Und muss erst noch draufzahlen: Denn die vier ausländischen Spieler bestehen auf die Prämien für das Erreichen der Playoff-Viertelfinals.

Eine Trennung von Gottéron mit RvM scheint ebenso unumgänglich. Denn bereits der Trainerwechsel von Anfang Januar (Colin Muller weg, Assistent Jewgeni Popischin neuer Headcoach) und den Einbezug von Slawa Bykow in die Trainer-Verantwortung als Assistent war durch den Verwaltungsrat gegen den Willen von RvM vollzogen worden.

Nationalliga ohne Dynamik

Dass von Nationalliga-Seite und erst recht in dieser Meisterschafts-Phase erst am Dienstagabend und nicht bereits am Samstag nach dem ersten fehlbaren Einsatz von Abplamalp in Zug das Vergehen entdeckt worden ist, ist zumindest nicht sehr professionell. Auch aus diesem Grunde haben die beiden anderen Westschweizer NLA-Klubs ihre Solidarität mit Gottéron bekundet; Genf-Servette mehr symbolisch, während Lausanne gar aus Protest die Playouts ebenfalls nicht bestreiten will. Und Gottérons Fürsprecher Laurent Schneuwly führte in seinem Rekursschreiben unter anderem auf, dass der Klub am Mittwoch noch das Playoff-Aufgebot von der Nationalliga erhalten habe.

Da sich auch Langnau nicht (mehr) dazu imstande sieht, dürfte die Nationalliga bis am Samstag wohl eine Lösung ohne Playout- und Ligaqualifikation präsentieren. Und die nächste NLA-Saison würde allenfalls mit 13 Klubs gespielt. Dies allerdings wiederum nur, wenn die NLB-Playoffs von Basel oder Biel gewonnen werden und diese Vereine die wirtschaftlichen Anforderungen für die NLA erfüllen. Nur diese beiden Klubs haben ihren Promotions-Willen bei der Nationalliga bekundet. Letztere klärt noch bis Monatsende ab, ob die Klubs die entsprechenden wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen. Der B-Meistertitel ist für beide Klubs aber die andere Voraussetzung für den Aufstieg.

Si

(bsk/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Schweizer Snowboarder gewannen während Rufers erstem Engagement 16 WM- und Olmympia-Medaillen
Die Schweizer Snowboarder gewannen während Rufers erstem ...
Comeback bei Swiss-Ski  Swiss-Ski bestimmt als Cheftrainer der Alpin-Snowboarder den altbekannten Christian Rufer, der das Amt bereits zwischen 2004 und 2014 erfolgreich ausgeübt hat. mehr lesen 
Knappe Finanzen  Bern - Die Planung für das Nationale ... mehr lesen
In Lenzerheide soll irgendwann ein Schneesportzentrum entstehen.
Witali Mutko blickt selbstkritisch auf seine Amtszeit zurück.
Bilanz des Anti-Doping-Kampfes  Russlands Sportminister Witali Mutko zieht eine selbstkritische Bilanz seines Anti-Doping-Kampfes in seiner bisherigen Amtszeit. mehr lesen  
Sportnation verliert vollends an Glaubwürdigkeit  Immer neue Dopingvorwürfe gegen Russland zerstören auch letzte Reste von Glaubwürdigkeit. Der Platz in der olympischen Familie ist höchst gefährdet. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • thomy aus Bern 4287
    Schade! Ich wünsche Simon Ammann für die weiteren Wettbewerbe mehr Glück und ... Sa, 21.02.15 18:26
  • thomy aus Bern 4287
    Beat Hefti und Alexander Baumann ... ... halte ich die Daumen und wünsche Ihnen Beiden viel Glück im Kampf ... So, 16.02.14 22:54
  • friwalt aus Bolligen 13
    Medaillenspiegel So viele Medaillen an einem Tag sind schon schwierig zu verarbeiten. ... Fr, 14.02.14 21:27
  • tigerkralle aus Winznau 122
    SUPER Das mag ich dieser Frau von ganzen Herzen gönnen !!!! Jetzt hat Sie ... Mi, 12.02.14 13:52
  • Heidi aus Burgdorf 1017
    Bravo! Gut gefahren, Lara Gut. Sa, 30.11.13 21:08
  • BigBrother aus Arisdorf 1468
    Fremdwörter sind Glücksache ... Sa, 08.12.12 13:03
  • Sportexperte aus Luzern 1
    Schweizer Firmen führend Seit diesem Bericht haben sich verschieden Schweizer Firmen als ... Mo, 30.07.12 14:04
  • olaf12 aus St. Gallen 467
    beides arme Schw... sind beide, sowohl Accola als auch die Hinterbliebenen arm dran, denn ... Do, 28.06.12 17:26
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 0°C 2°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 1°C 4°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen -1°C 2°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern -3°C 1°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern -2°C 2°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 0°C 4°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 0°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen stark bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten