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Eishockey: Lugano ist Schweizer Meister
publiziert: Dienstag, 8. Apr 2003 / 22:05 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Apr 2003 / 07:05 Uhr

Lugano hat Davos vom Meisterthron gestossen. Die Tessiner deklassierten den HCD auf dem Weg zum 6. Titel ihrer 62-jährigen Vereinsgeschichte vor über 8000 Zuschauern 4:0 und gewannen die Serie nach einem 0:2-Rückstand mit 4:2.

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"Grande Lugano" schallte es bereits zehn Minuten vor Schluss der ungeahnt einseitigen Angelegenheit durch die randvolle Resega. Spätestens als Sandy Jeannin den Puck in der 52. zum Endstand über die Torlinie wuchtete, liessen die begeisterten Tifosi ihren Emotionen noch ungezügelter Lauf. Campioni, Campioni! Erstmals seit der Finalissima gegen Ambri vor vier Jahren entkorkten sie im Tessin wieder den Meister-Champagner.

Mit zwei vermeidbaren Niederlagen waren die Tessiner zur Finalserie gestartet, sie drohten in ihrem 10. Endspiel seit 1986 vorzeitig auf die Verliererbahn abzudriften. Innerhalb von zehn Tagen schrieben die Tessiner die Geschichte der Serie komplett um. Dank vier mehrheitlich verdienten Siegen in Serie feierten gelangten sie beim Triumph an.

Den letzten Schritt zum Titel taten die Bianconeri im Stile eines wahren Champions. Nie liessen sie den entkräfteten Titelträger in der sechsten Partie gewähren. So deutlich wie in keinem der Finalspiele spielte Lugano seine beeindruckenden Stärken aus. Zu keinem Zeitpunkt liess die phasenweise brillante Mannschaft von Trainer Larry Huras Zweifel aufkommen, wer den Rink als Champion verlassen würde.

Ovationen nach dem Startorkan

Nach 17 Minuten erhoben sich die vorbildlichen Tessiner Supporter ein erstes Mal zur Standing-Ovation. Sie feierten einen HC Lugano, der im ersten Abschnitt ein Offensiv-Spektakel aller erster Güte zelebriert hatte. Praktisch im Minutentakt erspielten sich Bianconeri Chancen. Ein taugliches Defensivkonzept der Gäste war in jener entscheidenden Startphase nicht zu erkennen. Mit ihrem Wirbel verursachten die Südschweizer in der Zone des Titelhalters zuweilen ein vorösterliches Verkehrschaos.

Flavien Conne schlug aus dem Davoser Chaos als Erster Profit. Nach einem glänzenden Rückpass von Régis Fuchs schoss er das wegweisende 1:0. Ryan Gardner fälschte einen Schuss Röthelis zum 2:0 ab, ehe Brandon Convery einen genialen Steilpass Näsers am abermals bedauernswerten Davoser Keeper Lars Weibel vorbeischob. Früh, um Längen früher als gemeinhin erwartet, war der HCD Widerstand gebrochen und die Würfel endgültig gefallen.

Der Davoser Trainer Arno Del Curto hatte zumindest aus taktischer Sicht nichts unversucht gelassen, das sich seit Samstag abzeichnende Out noch abzuwenden. Seinen Schlüsselspieler Reto von Arx beorderte er an die Seite der Ausländer Kevin Miller und Lonny Bohonos. Der nachzuvollziehenden Massnahme war indes keinerlei Erfolg beschieden, weil der Druck der Gastgeber insbesondere im ersten Drittel ins Unermessliche stieg.

Als Sandro Bertaggia in seinem 835. und letzten Einsatz auf höchstem Level vor dem Davoser Tor ein Zuspiel unbedrängt kontrollieren konnte, aber an Weibel scheiterte, mochte gar Arno Del Curto nicht mehr hinsehen. Jene Szene widerspiegelte die Desorientierung wohl am besten. Ihm, Murovic, Conne, Jeannin boten sich innert weniger Minuten erstklassige Chancen, den überforderten Gast noch mehr bloss zu stellen.

Energietanks leer

Das 17. Playoff-Spiel war für Davos definitv eines zu viel. Gewiss, Lugano gelang zu Beginn der Partie fast alles und dem HCD nicht einmal im Ansatz etwas. Doch wer sah, wie dem abtretenden Meister die Grenzen aufgezeigt wurden, musste zwingend den Eindruck gewinnen, dass sich die Bündner längst jenseits der physischen Schmerzgrenze bewegten.

Lugano nutzte dieses Kraftmanko -- mindestens zwanzig Minuten lang -- schonungslos aus, weil es durch die raschen Wechsel keinerlei Tempo einbüsste und der finnische Star-Verteidiger Petteri Nummelin abermals grandios Regie führte. Vor allem beim Furioso, das ihnen den 3:0-Vorteil eintrug, zahlte sich die Ausgeglichenheit der Linien voll aus. Dass mit Conne, Gardner und Aeschlimann Spieler dreier verschiedener Formationen trafen, war ein exaktes Zeugnis dieser Qualität.

Die Curva Nord feierte die Squadra während der ganzen Partie mit Sprech-Chören. Einem galt der grösste Applaus: Ronnie Rüeger. Der vorschnell (medial) abgeschriebene Keeper blockte alles ab. Ab der dritten Partie liess er keinen Fehler mehr zu. Seine Steigerung korrespondierte mit der beeindruckenden Rückkehr Luganos. Ihm, der sich in den letzten 123 Minuten von keinem Davoser mehr bezwingen liess, kommt ein wesentlicher Sieganteil zu.

Die Weichen zur erfolgreichsten Saison seit Jahren stellte das Management wohl schon im vergangenen November, als sich die Tessiner vom langjährigen Coach Jim Koleff trennten. Unter dem Kanadier stagnierten zahlreiche Professionels. Erst nach der Einsetzung von Larry Huras korrespondierten die Leistungen wieder mit den hohen Ansprüchen. Der nicht ausnahmslos geschätzte frühere Meister-Coach der ZSC Lions hat es verstanden, die Verantwortung innerhalb der routinierten Mannschaft markant besser zu verteilen.

Davoser Schlüsselspieler ausser Form

Den Titelgewinn der Luganesi gilt es zweifelsohne zu würdigen. In der Analyse darf indes nicht ausser Acht gelassen werden, dass beim entzauberten Meister im Verlaufe des Finals einiges aus dem Lot geraten ist. Träger prominenter Namen -- Lonny Bohonos und Michel Riesen -- vermochten auf den Verlauf der Serie keinen Einfluss zu nehmen. Die Wirkungslosigkeit dieser beiden, vor Jahresfrist zwei unbestrittene Meistermacher, wog schwer -- zu schwer.

Mit dem neuen Schweizer Branchenleader wird in der kommenden Saison zweifelsfrei auf höchstem Niveau zu rechnen sein. Die Finanzquelle Geo Mantegazzas dürfte nach dem Ruin des FC Lugano erst recht nicht versiegen. Ausser André Rötheli (zu Bern), Mirko Murovic und Sandro Bertaggia, der seine brillante Karriere mit seinem sechsten Meistertitel beendete, bleibt die Equipe zusammen. Aller Voraussicht wird die Lohnliste um einige Cracks erweitert.

Lugano - Davos 4:0 (3:0, 0:0, 1:0)

Resega. -- 8250 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Reiber, Mauron/Rebillard. -- Tore: 7. Conne (Fuchs, Wichser) 1:0. 11. Gardner (Rötheli, Astley/Ausschluss Häller) 2:0. 17. Convery (Näser) 3:0. 52. Jeannin (Conne) 4:0. -- Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 2mal 2 Minuten gegen Davos.

Lugano: Rüeger; Guyaz, Keller; Astley, Patrick Sutter; Bertaggia, Nummelin; Jeannin, Convery, Maneluk; Näser, Aeschlimann, Fair; Fuchs, Conne, Wichser; Gardner, Rötheli, Murovic; Cantoni.

Davos: Weibel; Gianola, Kress; Forster, Ott; Winkler, Häller; Jan von Arx; Riesen, Marha, Christen; Bohonos, Reto von Arx, Miller; Fischer, Rizzi, Paterlini; Ambühl, Fabian Sutter, Neff.

Bemerkungen: Lugano ohne Sannitz (verletzt), Richter, Millen, Fröhlicher und Cadieux (alle überzählig), Davos ohne Heberlein (verletzt). Powerplay: Lugano 1/2, Davos 0/3.

(bert/Si)

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