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Eishockey: Vorschau auf den Spengler Cup in Davos
publiziert: Dienstag, 23. Dez 2003 / 16:27 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Dez 2003 / 16:14 Uhr

Mit der Partie Davos gegen Jokerit Helsinki beginnt am Stephanstag-Nachmittag der traditionsreiche Spengler-Cup in Davos. Die Finnen scheinen fähig, den traditionellen Finalisten HCD und Team Canada ein Bein zu stellen.

In vier der letzten fünf Turniere lautete die Finalpaarung am Silvestermittag Davos - Team Canada. (Bild: Final 2002)
In vier der letzten fünf Turniere lautete die Finalpaarung am Silvestermittag Davos - Team Canada. (Bild: Final 2002)
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In vier der letzten fünf Turniere und zuletzt dreimal in Serie lautete die Finalpaarung am Silvestermittag Davos - Team Canada. Aber den Fans gefiels: Vor einem Jahr waren erstmals sämtliche elf Partien ausverkauft. Etwa zweieinhalb Millionen Franken trug der Spengler-Cup dem HC Davos ein. "Die Zahlen des letzten Jahres sind kaum zu übertreffen", meinte OK-Präsident Fredi Pargätzi.

Pargätzi organisiert in der Altjahrswoche nach dreijähriger Pause seinen zwölften Spengler-Cup. Er sprang im November ein, als nach den Querelen im HCD der damalige OK-Präsident Georg Gasser und Rolf Bachmann nicht mehr erwünscht waren. Pargätzi: "Das Comeback war sehr speziell, vor allem weil ich in ein laufendes Projekt eingestiegen bin."

Pargätzi musste sich einlesen und unterschätzte den Aufwand hiefür. "Andererseits war es nicht meine Aufgabe, das Turnier in sechs Wochen neu zu gestalten. Alles war aufgegleist, ich muss das Turnier nur umsetzen. Sicher gibt es Dinge, die ich anders angegangen wäre. Aber ich hätte die Organisation nicht besser machen können."

HC Davos unter Druck

Wichtig für den Erfolg des Turniers ist in der Regel ein gutes Abschneiden des gastgebenden HCD. Bei der aktuellen finanziellen Gratwanderung ist ein erfolgreicher Spengler-Cup für Davos von enormer Bedeutung.

Die Vorzeichen dazu stehen nicht schlecht: In der Meisterschaft ist es mit den Bündnern seit den Verpflichtungen von Todd Elik und Jonas Höglund aufwärts gegangen. Mit Oleg Petrow, Andrej Baschkirow, Eric Landry, Brett Hauer und Barry Richter wurden attraktive Verstärkungen zugezogen; ausserdem setzte die Klubführung mit der Vertragsverlängerung mit Arno Del Curto bis 2007 noch vor Turnierbeginn ein klares Zeichen. Der HC Davos hat gute Aussichten, den Final wieder zu erreichen.

Turnierfavorit Nummer 1 ist indes der Titelhalter, das Team Canada. Der Betreuerstab mit Assistenzcoach Kent Ruhnke (Bern) würfelte einen Angriff zusammen mit allen Akteuren, die in der Schweiz Rang und Namen haben: Ward, Bohonos, Domenichelli, Roest, Sarault, Maneluk, Shantz, Alston, Di Pietro, Trudel.

Peltonen für Jokerit

Unklarheit herrscht über die Stärke der ausländischen Klubteams. Der deutsche Meister Krefeld liegt in der DEL auf Platz 11 mit elf Punkten Rückstand auf den letzten Playoff-Platz. Die Pinguine mussten im Sommer zehn Spieler aus dem Meisterteam ziehen lassen.

Bei Krefeld werden neben dem Letten Harry Witolinsch vom HC Thurgau vier Schweizer Spielern aushelfen, nämlich Corsin Camichel (Ambri), Philipp Lüber (Rapperswil-Jona), Mario Schocher (Olten) und Pascal Lamprecht (Thurgau).

Auch Russlands Champion Lokomotiv Jaroslawl musste in der Liga bislang unten durch und belegt bloss Platz 6. Letzte Saison hatte Jaroslawl die Qualifikation (elf Punkte Vorsprung) und die Playoffs dominiert.

Die Stars der Mannschaft sind Jegor Podomatski, Dimitri Juschkewitsch, Sergej Nemtschinow, Slawa Butsajew und Andrej Kowalenko. Lok Jaroslawl tritt als einziges Team ohne Verstärkungen an, obwohl auch die Russen ihr Kader mit fünf "Fremdspielern" ergänzen dürften.

Bieder in die Saison gestartet war auch Jokerit Helsinki. Das Team von Hannu Jortikka (ex SCB) fing sich aber auf und ist nun Leader. Jokerit gilt als der wirtschaftlich erfolgreichste Klub Finnlands und produziert im Jahresrhythmus Spieler, welche auswandern, weil sie in der NHL oder in der Schweiz bessere Verträge erhalten.

Letzten Sommer verzeichnete Jokerit zwölf Abgänge. Ari Sulander, Ville Peltonen oder Jukka Hentunen sind ehemalige Jokerit-Stars, die jetzt in der Schweiz für Furore sorgen. Peltonen und Hentunen geben am Spengler Cup ein temporäres Comeback im Jokerit-Dress.

Sieben Spiele ausverkauft

Sieben Turnierspiele gelten derzeit als ausverkauft. Auch für diese Partien gelangen aber erfahrungsgemäss am Spieltag nochmals Karten in den Verkauf, die von Car-Unternehmen zurückgegeben werden. Gegenüber dem Vorjahr gingen 150 Stehplatztickets pro Spiel weniger in den Verkauf, um den Komfort für die Fans auf der Tribüne etwas zu vergrössern.

Kader

Davos Tor: 41 Lars Weibel. 90 Jonas Hiller. -- Verteidigung: 2 Brett Hauer. 5 Marc Gianola. 9 Marc Heberlein. 19 Michael Kress. 20 Andrea Häller. 29 Beat Forster. 52 Benjamin Winkler. 78 Jan von Arx. 88 Daniel Boss. 96 Barry Richter. -- Sturm: 10 Andres Ambühl. 12 Todd Elik. 14 Jonas Höglund. 24 Josef Marha. 40 Thierry Paterlini. 67 Claudio Neff. 69 Sandro Rizzi. 79 Michel Riesen. 81 Franco Collenberg. 83 Reto von Arx. 89 Fabian Sutter. 91 Steivan Hasler. 92 Andrej Baschkirow. 93 Eric Landry. 95 Oleg Petrow. -- Headcoach: Arno Del Curto; Assistent Konstantin Kuraschew.

Team Canada Tor: 33 Wade Flaherty. 39 Jamie Hodson. -- Verteidigung: 2 Matt Kinch. 4 Chris Belanger. 6 Jamie Heward. 7 Mark Popovic. 8 Jamie Pollock. 9 Brendan Bell. 27 Mark Astley. -- Sturm: 11 Dixon Ward. 15 Mike Craig. 16 Lonny Bohonos. 17 Hnat Domenichelli. 19 Stacey Roest. 21 Yves Sarault. 23 Mike Maneluk. 25 Jeff Toms. 29 Jeff Shantz. 43 Jan Alston. 55 Paul Di Pietro. 73 Ryan Savoia. 91 Jean-Guy Trudel. -- Headcoach: Gary Green; Assistent Kent Ruhnke.

Lokomotiv Jaroslawl Tor: 20 Ivan Kassutin. 31 Jegor Podomatski. 42 Andrej Malkow. -- Verteidigung: 2 Alexander Riazanzew. 3 Dimitri Juschkewitsch. 5 Martin Hlavacka. 19. Denis Grot. 27 Sergej Schukow. 36 Jewgeni Koroljew. 41 Alexej Wassilijew. 44 Dimitri Krassotkin. 70 Alexander Guskow. 77 Ilja Gorochow. -- Sturm: 8 Sergej Nemtschinow. 10 Anton But. 11 Jan Peterek. 13 Ivan Neprijajew. 15 Grigori Schafigulin. 17 Ivan Tkatschenko. 18 Konstantin Glazatschew. 22 David Moravec. 24 Anatoli Ustjugow. 26 Wjatscheslaw Butsajew. 28 Wladimir Samilin. 29 Wladimir Antipow. 34 Konstantin Rudenko. 51 Andrej Kowalenko. 52 Dimitri Wlasenkow. 55 Alexej Badjukow. 82 Artem Krijukow. -- Headcoach: Julius Supler.

Krefeld Tor: 35 Markus Janka. 80 Robert Müller. -- Verteidigung: 3 Paul Dyck. 6 Justin Kurtz. 9 Pascal Lamprecht. 15 Daniel Kunce. 23 Chris Luongo. 44 Chris Kelleher. 51 Shayne Wright. 72 Alexander Dück. -- Sturm: 8 Steffen Ziesche. 12 Chris Herperger. 16 Marc Beaucage. 19 Stefan Ustorf. 21 Pascal Appel. 22 Robert Guillet. 27 Terry Yake. 28 Jonas Lanier. 30 Andreas Raubal. 50 Philipp Lüber. 68 Harri Witolinsch. 78 Mario Schocher. 81 Marcel Rodman. 83 Adrian Grygiel. 91 Alexander Seliwanow. -- Headcoach: Harald Wassilijew.

Jokerit Helsinki Tor: 31 Markus Helanen. 33 Pasi Härrkinen. -- Verteidigung: 2 Sami Helenius. 4 Samuli Jalkanen. 6 Olli Malmivaara. 12 Markus Kankaanperä. 26 Jan Latvala. 77 Martti Järventle. 81 Arto Tukio. -- Sturm: 11 Tomek Valtonen. 14 Tomi Mäki. 15 Arto Koivisto. 16 Ville Peltonen. 20 Petri Pakaslahti. 22 Todd Warriner. 25 Jukka Hentunen. 29 Jussi Pesonen. 34 Tommi Turunen. 37 Timo Vertala. 50 Glenn Metropolit. 51 Ryan Gardner. 90 Marko Jantunen. 92 Teemu Laine. -- Headcoach: Hannu Jortikka.

Spielplan

Freitag: Davos - Jokerit Helsinki (15.30 Uhr). Team Canada - Krefeld (20.45).
Samstag: Krefeld - Jokerit Helsinki (15.30 Uhr). Davos - Lokomotiv Jaroslawl (20.45).
Sonntag: Krefeld - Lokomotiv Jaroslawl (15.30 Uhr). Jokerit Helsinki - Team Canada (20.45).
Montag: Team Canada - Lokomotiv Jaroslawl (15.30 Uhr). Davos - Krefeld (20.45).
Dienstag: Davos - Team Canada (15.30 Uhr). Lokomotiv Jaroslawl - Jokerit Helsinki (20.45).
Mittwoch: Final 1. - 2. (12.00 Uhr).

Siegerliste

1975: Tschechoslowakei Olympia. -- 1976: Sowjetunion B. -- 1977: SKA Leningrad. -- 1978: Dukla Jihlava. -- 1979: Krilija Moskau. -- 1980: Spartak Moskau. -- 1981: Spartak Moskau. -- 1982: Dukla Jihlava. -- 1983: Dynamo Moskau. -- 1984: Team Canada. -- 1985: Spartak Moskau. -- 1986: Team Canada. -- 1987: Team Canada. -- 1988: USA Selects. -- 1989: Spartak Moskau. -- 1990: Spartak Moskau. -- 1991: ZSKA Moskau. -- 1992: Team Canada. -- 1993: Färjestad. -- 1994: Färjestad. -- 1995: Team Canada. -- 1996: Team Canada. -- 1997: Team Canada. -- 1998: Team Canada. -- 1999: Kölner Haie. -- 2000: Davos. -- 2001: Davos. -- 2002: Team Canada.

Finals seit Einführung des Finalspiels

1986: Team Canada - Sokol Kiew 9:6 (Davos 3.). -- 1987: Team Canada - Krilija Moskau 3:3 n.V., 3:1 Penalties (Davos 3.). -- 1988: USA Selects - Team Canada 8:1 (Davos 4.). -- 1989: Spartak Moskau - Färjestad 5:3 (Davos 5.). -- 1990: Spartak Moskau - Team Canada 8:3 (Kloten 5.). -- 1991: ZSKA Moskau - Lugano (2.) 5:2. -- 1992: Team Canada - Färjestad 6:5 n.V. (Fribourg 5.). -- 1993: Färjestad - Davos (1.) 6:3. -- 1994: Färjestad - Davos (2.) 3:0. -- 1995: Team Canada - Lada Togliatti 3:0 (Davos 5.). -- 1996: Team Canada - Davos (2.) 6:2. -- 1997: Team Canada - Färjestad 8:3 (Davos 5.). -- 1998: Team Canada - Davos (1.) 5:2. -- 1999: Kölner Haie - Metallurg Magnitogorsk 6:2 (Davos 4.). -- 2000: Davos (2.) - Team Canada 4:2. 2001: Davos (2.) - Team Canada 4:3 n.V. -- 2002: Team Canada - Davos (2.) 3:2.

(von Rolf Bichsel/Si)

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