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Eishockey/WM03: Interview mit Ralph Krueger
publiziert: Donnerstag, 8. Mai 2003 / 18:08 Uhr

Nach drei misslungenen Turnieren hintereinander (WM 2001, Olympia 2002, WM 2002) hat die Schweiz an der WM in Finnland mit Platz 8 die Erwartungen wieder einmal übertroffen. Ein Gespräch mit Ralph Krueger, auf den sich die Kritik in den voran gegangenen zwei Jahren konzentrierte.

Ralph Krueger zur WM 2003.
Ralph Krueger zur WM 2003.
Ralph Krueger, herzliche Gratulation zum Erreichen der Viertelfinals. Wie fällt Ihre WM-Bilanz aus?

Ralph Krueger: Es war eine interessante, wunderschöne Zeit. An Einsatz und Wille fehlte es der Mannschaft nie. Wir standen unter grossem Druck, aber das Team ist mit der schwierigen Ausgangslage ausgezeichnet umgegangen. Die letzten drei Niederlagen resultierten alle gegen Teams, die jetzt in den Halbfinals stehen. Nach dieser WM dürfen wir uns auf die Zukunft freuen."

Weil diese Mannschaft in Zukunft noch stärker wird?

Krueger: Genau! Wir haben jetzt den zweiten grossen Umbruch in meiner Nationalmannschaftszeit abgeschlossen. Martin Plüss war 1998 an meiner ersten WM mit der Schweiz der 13. Stürmer. Jetzt in Finnland war er unser absoluter Leader -- nicht nur Topskorer, sondern auch "Hitleader". Der kleine Plüss checkte über sieben Spiele einen Gegner mehr als Thierry Paterlini. Die jungen Spieler mit 80er-Jahrgängen werden sich weiter entwickeln und die Schweiz in den nächsten Jahren näher an die grossen Nationen heran bringen. Und zum grossen Glück haben wir in Mathias Seger, Mark Streit, Martin Steinegger, Martin Plüss und Patrick Fischer viele Leader für diese Gruppe.

Was lief in Finnland besser als in den voran gegangenen Turnieren?

Krueger: Die Rollenverteilung war viel besser. Wir benötigen Leute wie beispielsweise Thierry Paterlini. Die physischen Voraussetzungen waren auch extrem anders. Und damit meine ich nicht nur Kilos und Gewicht, sondern auch Kondition. Wir bestritten dreimal zwei Spiele innerhalb von zwei Tagen. Und immer gelang uns im zweiten Spiel eine ausgezeichnete, konzentrierte Leistung. In diesem Bereich haben uns sicherlich auch die vielen Nationalliga-Doppelrunden geholfen. Ausserdem haben wir uns auch offensiv entwickelt. Noch nie hatten wir so hohe Werte in der Powerplay- und Skorer-Effizienz.

Aber die Offensive bleibt doch das Problem. In fünf Spielen gegen die Topgegner (Russland 2:5, USA 1:0, Kanada 0:2, Schweden 2:5, Slowakei 1:3) erzielten wir bloss sechs Tore. Und fünf dieser Treffer erzielte mit Martin Plüss ein Mann.

Krueger: Aber gegen die Slowakei kamen wir im Schlussdrittel zu 14:5 Schüssen. Das ist der Anfang. Wir haben die Slowaken ins Schwimmen gebracht. Bevor man Tore schiesst, muss man vor das Tor kommen. Die Tore sind noch nicht so gefallen, wie wir uns das wünschten. Aber Leute wie Patrik Bärtschi und Adrian Wichser werden sich weiter entwickeln. Wir haben an dieser WM viel mehr Torchancen gehabt als in den Vorjahren. Und das ist die Voraussetzung für mehr Tore.

In den Medien ist Ralph Krueger seit der WM in Deutschland vor zwei Jahren sehr viel kritisiert worden. Ist der 8. WM-Platz deshalb eine Genugtuung für Sie?

Krueger: Nein, es ist vielmehr die Bestätigung, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Ich kann mit Kritik umgehen. Ich verstehe Kritik, wenn die Resultate einer Mannschaft nicht stimmen. Aber es gab während der letzten zwei Jahre auch Kritik, die unter die Gürtellinie ging.

Zum Beispiel?

Krueger: Es stand nicht mehr die Nationalmannschaft im Mittelpunkt. Resultate wurden personifiziert. Es ging in einigen Medien zum Teil nur noch um die Person Ralph Krueger. Aber die letzten zwei Jahre waren dennoch eine Superzeit für mich. Die Polemik um meine Person hat mein Privatleben, mein Leben neben dem Hockey, nie beeinflusst. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit. Mir war klar, dass nur Siege und Erfolge die Situation verändern konnten. Schöne Worte nützten nichts mehr. Wir mussten uns rauskämpfen, und wir konnten uns rauskämpfen. Jetzt gibt es im Umfeld wieder viel neue Energie.

Also bleiben Sie noch lange Nationalcoach in der Schweiz...

Krueger: Ich kann mir vorstellen, dass ich noch lange Nationalcoach in der Schweiz bleibe. Ich konzentriere mich aber nur auf die nächste Saison. Ich träume von keinem anderen Job. Mein Beruf ist Schweizer Nationaltrainer. Meine Arbeit lässt sich mit der eines Klubtrainers nicht vergleichen. Bei keinem Klub arbeitest du in einer Saison mit 50 verschiedenen Spielern."

Aber arbeiten Sie in Zukunft auch wieder mit Reto von Arx zusammen, der dem Aufgebot für Finnland nicht Folge leistete?

Krueger: Ich rede jetzt nicht über ihn. Aber die Leader, die in Finnland die Führungsspieler waren, werden meine Leader bleiben.

Was steht für nächste Saison schon fest?

Krueger: Wir werden im November am Deutschland-Cup gegen Deutschland, Kanada und die USA spielen. Wir bestreiten zuvor in Zürich ein Länderspiel gegen Kanada. Im Dezember werden wir in die Slowakei reisen. Im Februar steht wieder der Skoda-Cup auf dem Programm mit Kanada, Deutschland und der Slowakei als Gegner. Während der WM-Vorbereitung werden wir gegen Deuschland, Schweden, Dänemark und die Slowakei spielen.

von Rolf Bichsel, Helsinki

(bert/Si)

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