Alexej Jagudin holte den Titel
Eiskunstlauf-EM: 4. Platz für den Schweizer Stéphane Lambiel
publiziert: Freitag, 18. Jan 2002 / 05:31 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Jan 2002 / 10:28 Uhr

Lausanne - Der Schweizer Stéphane Lambiel lief zum dritten Mal an den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Lausanne ein perfektes Programm und erreichte damit den sensationellen 4. Schlussrang. Den Titel holte der Russe Alexej Jagudin.

In seiner "Cirque-du-Soleil"-Interpretation stand der noch nicht 17-jährige Stéphane Lambiel sieben Dreifachsprünge mit traumwandlerischer Sicherheit.
Im Eistanz wahrten die Geschwister Eliane und Daniel Hugentobler den 9. Zwischenrang.
Über allen Jagudin

Trotz einer nicht makellosen Leistung kehrte Alexej Jagudin auf den europäischen Eiskunstlauf-Gipfel zurück. Nachdem ihn Jewgeni Pluschenko in den letzten beiden Jahren verdrängt hatte, gewann der 22-jährige Russe in dessen Abwesenheit seinen dritten EM-Titel. Der Weltmeister der Jahre 1998 bis 2000, der in der Qualifikation noch sein altes Gladiatoren-Programm gezeigt hatte, lief zum Soundtrack von "der Mann in der eisernen Maske" eine hervorragend choreografierte Kür, in der allerdings einer von zwei versuchten Vierfachsprüngen sowie zweimal der Dreifach-Rittberger misslang. Deshalb lag die technische Bewertung mehrheitlich zwei Zehntel unter den B-Noten von fast durchwegs 5,9.

Lambiels Seiltanz-Akt

Den Seiltanz-Akt, den Stéphane Lambiel unter anderem in seinen Zirkus-Impressionen darstellte, überstand der zweitjüngste Teilnehmer dieser EM mit Bravour. Bei keinem einzigen Sprungelement war auch nur der kleinste Wackler zu sehen, und mit zunehmender Programmdauer wich die konzentrierte Anspannung in seinem Gesicht einer überschäumenden Freude. "Unglaublich, dass mir hier drei Programme ohne Fehler gelangen", sagte Lambiel. "Vor zwei Jahren schaute ich die EM noch am Fernsehen an und nun Vierter, das ist unvorstellbar." Vor dem heutigen Wettkampf sei er müde gewesen, aber das Publikum habe ihm die nötige Energie gegeben, meinte Lambiel, der von den Zuschauern standing ovations erhielt. Ein derartiges EM-Resultat hat es bei den Männern wohl seit den Gerschwilers in den vierziger Jahren nicht mehr gegeben. Selbst Oliver Höner war bei seinem besten Resultat 1990 "nur" Sechster.

Erst zum zweiten Mal nach dem Bronzegewinn 1998 stand Alexander Abt auf dem Podest. Der 25-jährige Moskauer bot die technisch klar beste Kür mit Vierfach-Dreifach-Kombination und weiteren acht einwandfreien Dreifachsprüngen. Abt erhielt denn auch die besseren A-Noten als Jagudin, die künstlerische Einstufung entschied jedoch im 6:3-Verdikt zugunsten Jagudins. Bronze ging an den französischen EM-Neuling Brian Joubert.

Patrick Meier biss sich durch

Patrick Meier kämpfte sich trotz einer neuerlichen Adduktorenzerrung durch die Kür und belegte nach einem Programm mit reduziertem Sprungrepertoire den 24. Schlussrang. Für ihn war es "die schwierigste Meisterschaft", die er je bestritten habe. Nachdem er wegen Adduktorenproblemen auf der rechten Seite nicht hatte trainieren können, deswegen ungenügend vorbereitet an die EM kam und sich so schlecht und recht bis zur Kür durchschlug, erwischte es ihn im Mittwoch-Training auf der linken Seite. Zweieinhalb Stunden vor Kürbeginn lautete sein Entscheid nein, dann kam er darauf zurück, weil er bei Nichtantreten rechnerisch die Chance auf zwei EM-Startplätze im kommenden Winter gefährdet hätte. Meier liess in der Kür einige Sprünge weg und zeigte nur zwei saubere Dreifache. "Angesichts der Vorgeschichte bin ich zufrieden. Es war auch besser als in der Qualifikation", bilanzierte er den Abschluss seiner 8. EM-Teilnahme.

Anissina/Peizerat im Eistanz nun allein an der Spitze

Vor der abschliessenden Eistanz-Kür von heute (Freitag) führt das französische Duo Marina Anissina/Gwendal Peizerat. Die WM- und EM-Zweiten interpretierten das "Spanish Medley" mit einem Tango-Flamenco-Mix und setzten sich mit 7:2-Richterstimmen vor Titelverteidiger und Weltmeister Barbara Fusar Poli/Maurizio Margaglio aus Italien an die Spitze.

Einmal erhielten sie sogar die Höchstnote 6,0. "Alle wussten, dass wir den besten Originaltanz haben, aber wir mussten ihn gut laufen. Genau das haben wir heute getan", erklärte Anissina strahlend. Die originellste Umsetzung der spanischen Rhythmen boten die Russen Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch, die vor ihrem dritten EM-Bronzegewinn stehen.

Geschwister Hugentobler wurden 9.

Mit dem 9. Rang haben die Zuger Eliane und Daniel Hugentobler das Ticket für die Olympischen Spiele in Salt Lake City (Top 15) praktisch in der Tasche. Trotz der hervorragenden Ausgangslage gaben sich die Hugentoblers mit ihrer Tango-Flamenco-Darbietung nicht ganz zufrieden. "Es war alles wie es sein sollte, aber wir haben uns nicht sehr frei gefühlt", fasste Daniel Hugentobler kritisch zusammen, "zudem vergass ich eine Drehung bei der Schrittfrequenz." Mit der Notengebung von 4,8 bis 5,5 waren die Schweizer jedoch mehr als zufrieden. "Es ist das erste Mal an einer EM, dass alle Noten um 5,0 sind, und eine 5,5 für die Präsentation haben wir internationale noch nie erhalten", sagte Eliane Hugentobler. Daran könne man sich gewöhnen, ergänzte ihr Bruder, der am Dienstag den 23. Geburtstag gefeiert hatte.

(sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Wo finden die olympischen Winterspiele 2026 statt?
Wo finden die olympischen Winterspiele 2026 ...
Austragungsort noch offen  Lausanne - Wirtschaftsvertreter der Kantone Wallis und Waadt wollen die Olympischen Winterspiele 2026 in die Westschweiz holen. Der Austragungsort ist noch offen. Alle Westschweizer Kantone und Bern sollen sich an den Winterspielen beteiligen. mehr lesen 
Sportnation verliert vollends an Glaubwürdigkeit  Immer neue Dopingvorwürfe gegen Russland zerstören auch letzte Reste von Glaubwürdigkeit. Der ... mehr lesen  
Angeblich soll ein staatliches Dopingsystem massgeblich zum Erfolg an den Winterspielen 2014 beigetragen haben.
Titel Forum Teaser
  • kurol aus Wiesendangen 4
    Das Richtige tun Hatten wir schon, talentierte Spieler wechselten zu Bayern und ... Mi, 01.06.16 12:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Zu dumm nur, dass der Jorian zu 100% aus chemischen Verbindungen besteht, er warnt ... Fr, 22.01.16 21:16
  • Pacino aus Brittnau 731
    Weltweit . . . . . . wird Hanf konsumiert. Zum Genuss aber auch als Arzneimittel. ... Fr, 22.01.16 08:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    1 : 0 Daesh (IS) vs. Freie Restwelt Es läuft aber immer noch die erst Halbzeit. Verlängerung und ... Di, 17.11.15 22:26
  • Bogoljubow aus Zug 350
    Wenn die Russen flächendeckend gedopt haben, dann muss man die Ergebnisse sehr genau ... Fr, 13.11.15 10:53
  • jorian aus Dulliken 1754
    5'000'000 zu 0 für die Verschwörungstheoretiker! Was heute um 20:15 schönes kommt! http://www.3sat.de/programm/ ... Do, 22.10.15 19:21
  • jorian aus Dulliken 1754
    Der Fussballgott! Der Name dieses Gottes wird im Hörspiel nicht genannt, dennoch weiss ... Fr, 16.10.15 18:51
  • Koelbi aus Graz 1
    Wir freuen uns... ...auf den Test gegen den Lieblingsnachbarn am 17. November. ... Mo, 12.10.15 03:31
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 11°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 12°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 9°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 12°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten