Eiskunstlauf: Kein Meistertitel bei den Frauen
publiziert: Samstag, 20. Dez 2003 / 21:05 Uhr

Mit einer phantastischen Kür hat Stéphane Lambiel an den Schweizer Eiskunstlauf-Meisterschaften in Neuenburg zum vierten Mal in Serie Gold gewonnen. Im mit Spannung erwarteten Kampf um die Silbermedaille setzte sich Patrick Meier gegen Jamal Othman durch.

Stéphane Lambiel wurde Schweizer Meister, der Frauentitel wurde wegen ungenügender Leistung nicht vergeben.
Stéphane Lambiel wurde Schweizer Meister, der Frauentitel wurde wegen ungenügender Leistung nicht vergeben.
Kurioses ereignete sich bei den Frauen. Cindy Carquillat belegte zwar Rang 1, der Titel wurde ihr allerdings nicht vergeben, weil sie in den Kür-Noten nicht den erforderlichen Schnitt von 4,8 erreichte. Dies ist bei den Frauen noch nie vorgekommen, seit sie 1931 erstmals am nationalen Championat zugelassen worden waren. Auf den Plätzen 2 und 3 klassierten sich Lucie Anne Blazek sowie Myriam Flühmann.

Mit dem 2. Rang sicherte sich Meier auch die zweiten Startplätze neben Lambiel an den Europameisterschaften in Budapest (2. bis 8. Februar) sowie den Weltmeisterschaften in Dortmund (22. bis 28. März). Der zehn Jahre jüngere Othman muss sich mit den Junioren-WM in Den Haag (1. bis 7. März) begnügen.

Bei den Frauen wurde vorerst niemand für die EM und WM selektioniert. Die in Neuenburg wegen einer Fussverletzung abwesende Sarah Meier erhält zwischen dem 5. und 10. Januar die Gelegenheit, bei einem Vorlaufen ihre EM-Tauglichkeit zu beweisen. Sollte sie in Budapest nicht starten können, kommt für die WM das gleiche Prozedere zum Tragen.

Lambiel präsentierte sich gegenüber dem Kurzprogramm wie verwandelt und verzauberte die Zuschauer in der kalten Eishalle. Gleich zu Beginn seiner Flamenco-Kür stand der 18-jährige Walliser den Vierfach-Toeloop, bei dem er am Vortag noch Bekanntschaft mit dem Eis gemacht hatte.

Es war der erste Vierfache an Schweizer Meisterschaften überhaupt. Zudem brillierte er mit sieben Dreifachen. Einzig der Axel, den er nur zwei- statt dreifach drehte, weil er zu nah an die Bande kam, gelang ihm nicht wunschgemäss. "Ich habe die Bande sehr gerne", witzelte Lambiel hinterher.

Als Belohnung für die exzellente Vorstellung bekam der EM-Fünfte dieses Frühjahres zweimal die Traumnote 6,0 für den künstlerischen Ausdruck. Er habe es kaum fassen können, als er die 6,0 sah, gab sich Lambiel überglücklich. Noch nie zuvor hatte er in einem offiziellen Wettkampf die Höchstnote erhalten. Auch die A-Note fiel mit 5,6 bis 5,9 sehr hoch aus.

"Ich war heute ruhiger als am Freitag", sagte der Schüler vom Gymnasium in St-Maurice. Im Kurzprogramm sei er mit dem Kopf nicht in Neuenburg gewesen. Die Leistung in der Kür stufte er als eine der besten in seiner Karriere ein. Sollte ihm bei den Europameisterschaften eine ähnliche Performance gelingen, ist er ein heisser Medaillenkandidat.

Auch Patrick Meier konnte mit fünf Dreifachen -- inklusive einem wunderschönen Axel -- überzeugen. Er erzählte in seinem Programm den Tagesablauf am Wettkampftag. "Ich bin zufrieden, es ist aber immer noch Potenzial da", erklärte der 27-jährige Winterthurer.

Es sei eine Sicherheitskür gewesen, da er unter enormem Druck gestanden habe. Wäre ihm das Programm missglückt, hätte der siebenfache Schweizer Meister ernsthaft überlegt, die sportliche Laufbahn zu beenden.

Jamal Othman begann die Kür mit einem fürchterlichen Sturz auf den Rücken beim dreifachen Lutz. Danach fing sich der 17-jährige Berner auf und demonstrierte damit seine Nervenstärke; er zeigte unter anderem die Kombination Dreifach-Salchow/Dreifach-Toeloop. "Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden", so Othman. Er sei froh, dass es nach dem Sturz so weiter gegangen sei. "Ich habe alles gezeigt, leider hat es nicht gereicht."

Bei den Frauen wurde schmerzlich demonstriert, wie gross die Lücke hinter Sarah Meier und Kimena Brog Meier (Trainingsrückstand) ist. Siegerin Cindy Carquillat brachte in ihrer Kür keinen einzigen sauberen Dreifach-Sprung zu Stande.

Männer: 1. Stéphane Lambiel (Genf) 1,5. 2. Patrick Meier (Winterthur) 3,0. 3. Jamal Othman (Bern) 4,5. 4. Moris Pfeifhofer (Bülach) 6,0. 5. André Kilchenmann (Thun) 7,5.

Frauen: 1. Cindy Carquillat (Bern) 1,5. 2. Lucie Anne Blazek (Lugano) 4,0. 3. Myriam Flühmann (Illnau-Effretikon) 5,0. 4. Angélique Steudler (Neuenburg) 6,5. 5. Jennifer Schmid (Kloten) 7,5. 6. Viviane Käser (Zürich-Oerlikon) 8,5. 7. Sarah Aepli (Herisau) 12,5. 8. Nicole Graf (Uzwil) 12,5. 9. Corinne Djoungong (Genf) 13,0. 10. Fabienne Stoop (Zug) 15,0.

Junioren: 1. Marco Walker (Engelberg) 1,5. 2. Daniel Widmer (Winterthur) 4,0. 3. Christopher Coleman (Lausanne) 4,0.

Junioren. Eistanz: 1. Daniela Keller/Fabian Keller (Mittelrheintal) 2,0. 2. Nora von Bergen/Boris Räber (Bern/Zürich) 4,0. 3. Livia Wetzel/Gerrit Knobloch (Zürich) 6,4.

(von Sascha Fey, Neuenburg/Si)

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