Eiskunstlauf: Lambiel Siebenter nach Qualifikation
publiziert: Montag, 2. Feb 2004 / 22:33 Uhr

Die Medaillenträume von Stéphane Lambiel an den Eiskunstlauf-EM in Budapest haben einen Dämpfer erhalten. Nach drei Stürzen in der Qualifikation liegt der Walliser als Vierter der Gruppe A vor dem heutigen Kurzprogramm im 7. Zwischenrang.

Lambiel missglückte der Beginn seiner Flamenco-Kür komplett.
Lambiel missglückte der Beginn seiner Flamenco-Kür komplett.
Patrick Meier (7. der Gruppe A) belegt nach einer guten Vorstellung Platz 13. Gemeinsam in Führung befinden sich der russische Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko und der Franzose Brian Joubert, die in ihren Qualifikationsgruppen souverän siegten. Das Duo hatte bereits im vergangenen Jahr in Malmö die ersten beiden Plätze belegt.

Im Paarlauf sind nach dem Kurzprogramm erwartungsgemäss Tatjana Totmianina/Maxim Marinin aus Russland top. Die Europameister von 2002 und 2003 verwiesen ihre Landsleute Maria Petrowa/Alexej Tichonow sowie die Polen Dorota Zagorska/Mariusz Siudek auf die weiteren Ränge.

Lambiel missglückte der Beginn seiner Flamenco-Kür komplett. Beim vierfachen Toeloop, den er mit dem dreifachen kombinieren wollte, stürzte er, und den Axel drehte er nur doppelt. Der EM-Fünfte von 2003 liess sich dadurch jedoch nicht entmutigen und versuchte den Toeloop nochmals vierfach -- mit Erfolg. "Das war das einzig Positive", sagte Lambiel. Er habe das nie trainiert.

Dennoch war der Bann damit nicht gebrochen. Auch beim Lutz und Flip, die Lambiel normalerweise steht, machte er unliebsame Bekanntschaft mit dem Eis. "Man ist nie sicher", erklärte der vierfache Schweizer Meister lapidar. So musste sich der in Saxon wohnhafte Gymnasiast mit einem Vierfachen und zwei Dreifachen begnügen. Zum Vergleich: An den Schweizer Meisterschaften Mitte Dezember in Neuenburg hatte er einen Vierfach- und sieben Dreifach-Sprünge gelandet.

Die Fassungslosigkeit stand Lambiel ins Gesicht geschrieben, als er sich zur "Kiss-and-Cry"-Ecke begab. Mit geschlossenen Augen erwartete er die Bewertung der Preisrichter. Diese waren ihm allerdings mit A-Noten von 4,6 bis 5,4 sowie B-Noten von 5,0 bis 5,6 gut gesinnt, was zeigt, wie hoch der Unterwalliser dank seiner überragenden Persönlichkeit eingestuft wird.

Er hätte sich nicht beklagen können, wäre er ein paar Plätze weiter hinten klassiert. Mit Sicherheit spielte auch das gute Einlaufen eine Rolle, in welchem er zeigte, wozu er fähig ist.

"Mir hat heute die Kraft gefehlt", begründete Lambiel die schwache Darbietung. Dies ist nicht verwunderlich. Nach dem nationalen Championat war Lambiel an einer Grippe erkrankt, von der er sich noch nicht hundertprozentig erholt hat.

Die fehlende Energie wirkte sich auch auf die Ausstrahlung, die nicht wie gewohnt faszinierend war, sowie die Dynamik aus. Die triste Stimmung in der nur sehr spärlich gefüllten Budapester Sportarena trug wohl ebenfalls ihren Teil dazu bei. Er könne es nur besser machen, so das Mitglied des AIG Art on Ice Talent Team.

Vielleicht ist ja die schlechte Qualifikation ein gutes Omen. An den WM 2003 in Washington hatte er in dieser eine fantastische Leistung gezeigt, worauf der "Tank" leer gewesen war. Daher sprach Trainer Peter Grütter vor den Titelkämpfen davon, die Kräfte zu dosieren. "So wars allerdings nicht gemeint", sagte er.

Dennoch ist Bronze nach wie vor möglich, wenn es Lambiel bei seinen zwei weiteren Auftritten in der ungarischen Hauptstadt gelingt, das Potenzial abzurufen. Im heutigen Kurzprogramm startet er als Dritter der zweitletzten Gruppe.

Wesentlich besser liefs Patrick Meier. Der Winterthurer, der bereits seine neunten Europameisterschaften bestreitet, stand sechs Dreifache, darunter den sehr schwierigen Axel. "Ich wollte einen guten Einstieg haben, daher bin ich sehr zufrieden", sagte Meier, der in seinem Programm den Tagesablauf an einem Wettkampfttag erzählte.

Im Training sei es ihm nicht so gut gelaufen, was ihn etwas verunsichert habe, fuhr Meier fort. "Aus diesem Grund bin ich nicht zu viel Risiko eingegangen." So verzichtete der 27-Jährige auf eine Dreifach-Dreifach-Kombination, die er in der Final-Kür vom Donnerstag nachholen will. Auch Meier, dessen beste EM-Klassierung der 10. Rang 1999 in Prag ist, erkrankte nach den SM, sodass er sich nicht optimal auf Budapest vorbereiten konnte.

Die beste Darbietung der Qualifikation bot wie erwartet Jewgeni Pluschenko. Der an Knieproblemen leidende Weltmeister landete einen Vierfachen und acht Dreifache, und zwar mit einer Leichtigkeit, als wäre es das Einfachste der Welt. In dieser Form ist ihm der vierte EM-Titel nicht zu nehmen.

Resultate

Qualifikation

Gruppe A: 1. Brian Joubert (Fr) 0,4. 2. Frédéric Dambier (Fr) 0,8. 3. Andrej Griasew (Russ) 1,2. 4. Stéphane Lambiel (Sz) 1,6. 5. Witali Daniltschenko (Ukr) 2,0. 6. Kevin van der Perren (Be) 2,4. 7. Patrick Meier (Sz) 2,8.

Gruppe B: 1. Jewgeni Pluschenko (Russ) 0,4. 2. Ilja Klimkin (Russ) 0,8. 3. Stefan Lindemann (De) 1,2. 4. Gheorge Chiper (Rum) 1,6. 5. Andrejs Vlascenko (De) 2,0. 6. Kristoffer Berntsson (Sd) 2,4.

Paarlauf. Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Tatjana Totmianina/Maxim Marinin (Russ) 0,5. 2. Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Russ) 1,0. 3. Dorota Zagorska/Mariusz Siudek (Pol) 1,5. 4. Julia Obertas/Sergej Slawnow (Russ) 2,0. 5. Katerina Berankova/Otto Dlabola (Tsch) 2,5. 6. Eva-Maria Fitze/Rico Rex (De) 3,0. -- 15 Paare am Start.

(von Sascha Fey, Budapest/Si)

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