Eiskunstlauf: Lambiel stark - Meier ausgeschieden
publiziert: Montag, 22. Mrz 2004 / 22:55 Uhr

Wie vor einem Jahr in Washington belegt Stéphane Lambiel an der Weltmeisterschaft in Dortmund nach der Qualifikation den 5. Zwischenrang. Patrick Meier schied als 31. aus.

Stephane Lambiel wird in der nächsten Woche 19 Jahre alt. (Bild: Archiv)
Stephane Lambiel wird in der nächsten Woche 19 Jahre alt. (Bild: Archiv)
Lambiel, der 2003 WM-Zehnter geworden war, musste sich in der stärkeren Gruppe B nur dem kanadischen Grand-Prix-Gesamtsieger Emanuel Sandhu und Europameister Brian Joubert aus Frankreich geschlagen geben.

Der in der nächsten Woche 19 Jahre alt werdende Walliser aus Saxon liess unter anderen den EM-Vierten Frédéric Dambier (Fr/4.), den letztjährigen WM-Vierten Li Chengjiang (China/5.) sowie den US-Meister Johnny Weir (7.) hinter sich. Damit darf Lambiel im heutigen Kurzprogramm in der letzten Gruppe starten.

In der Gruppe A setzte sich am Nachmittag in der spärlich besetzten Westfalenhalle wie erwartet der russische Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko vor seinem Landsmann und EM-Dritten Ilja Klimkin durch.

Lambiel bot zur Musik des ungarischen Geigers Edvin Marton ("Gipsy Dance") eine fast einwandfreie Kür. Der vierfache Schweizer Meister stand mit dem Dreifach-Axel und dem Vierfach-Toeloop beide Höchstschwierigkeiten; bei der ersteren berührte er mit der Hand allerdings leicht das Eis. Im Gegensatz zu den EM von Anfang Februar in Budapest präsentierte Lambiel den Axel zu Beginn des Programms, weil dieser für ihn der schwierigste Sprung ist.

Zudem zeigte Lambiel sieben weitere Dreifach-Sprünge, wobei er bei der ersten von zwei Kombinationen den Toeloop nicht richtig auslief und nach dem Salchow auf beiden Füssen landete. "Es war ok", sagte Lambiel. Er habe keine Probleme gehabt, sich zu konzentrieren.

Zum Missgeschick beim eher einfachen Salchow erklärte der kurz vor den Maturaprüfungen stehende Gymnasiast: "Wenn etwas nicht klappt, dann der Salchow, hatte ich schon vorher gedacht. Vielleicht ist es darum nicht gegangen." Für die Darbietung erhielt er A-Noten von 5,2 bis 5,6 und B-Noten von 5,1 bis 5,7.

Lambiels Gleichmut

Lambiel, der schwierige Situationen liebt, trotzte in der Qualifikation sämtlichen Missständen. Wie in Budapest musste er in der ersten Gruppe mit der Startnummer 4 aufs Eis. Dadurch war der EM-Sechste im der ersten Trainingsgruppe um 06.00 Uhr eingeteilt.

Auch der am Samstag kaputt gegangene Hacken am neuen Schlittschuh -- er trat mit einem Klebeband an -- sowie die schlechten Übungseinheiten am Wochenende brachten Lambiel nicht aus der Ruhe. "Ich muss Geduld haben, das kommt schon gut", habe er zu sich selber gesagt", erklärte der "Pirouetten-König".

Vor einem Jahr in Washington stürzte Lambiel nach dem starken ersten Wettkampfteil im Kurzprogramm komplett ab und fiel auf den 13. Rang zurück, nachdem er in der Qualifikation zu viel Energie verbraucht hatte. Daher lief er gestern auf Sparflamme, wie es Trainer Peter Grütter umschrieb, und verzichtete auf die Kombination Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop.

Im Gegensatz zu den enttäuschend verlaufenden EM hat Lambiel vor der WM schulisch etwas zurückgesteckt. In den vergangenen zwei Wochen stand er täglich auf dem Eis und absolvierte ausserdem wöchentlich drei Konditionseinheiten. Die Grundlage für die beste Schweizer WM-Klassierung seit dem 8. Platz von Oliver Höner 1989 in Paris scheint also gelegt zu sein.

Meiers Enttäuschung

Patrick Meier verpasste bei seinen neunten Weltmeisterschaften als 16. der Gruppe B das Kurzprogramm um einen Rang. Beim wichtigen Dreifach-Axel, den er 1995 im Schäfer Memorial als erster Schweizer in einem Wettkampf gestanden hatte, patzte der 28-jährige Winterthurer gleich dreimal.

Im Einlaufen war dieses Element problemlos gegangen. "Das ist eine der grössten Enttäuschungen, die ich je erlebt habe", sagte der siebenfache nationale Champion. Er sei in der Form seines Lebens gewesen und nun dies. Zum Unvermögen kam noch Pech hinzu, denn in der anderen Gruppe wäre er mit grosser Wahrscheinlichkeit weiter gekommen.

Resultate der Qualifikation

Gruppe A: 1. Jewgeni Pluschenko (Russ) 0,4. 2. Ilja Klimkin (Russ) 0,8. 3. Stefan Lindemann (De) 1,2. 4. Min Zhang (China) 1,6. 5. Michael Weiss (USA) 2,0. 6. Gheorghe Chiper (Rum) 2,4.

Gruppe B: 1. Emanuel Sandhu (Ka) 0,4. 2. Brian Joubert (Fr) 0,8. 3. Stéphane Lambiel (Sz) 1,2. 4. Frédéric Dambier (Fr) 1,6. 5. Chengjiang Li (China) 2,0. 6. Andrej Griasew (Russ) 2,4. Ferner: 16. Patrick Meier (Sz) 6,4.

Je die ersten 15 für das heutige Kurzprogramm qualifiziert.

Paare. Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Tatjana Totmianina/Maxim Marinin (Russ) 0,5. 2. Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Russ) 1,0. 3. Qing Pang/Jian Tong (China) 1,5. 4. Xue Shen/Hongbo Zhao (China) 2,0. 5. Dorota Zagorska/Mariusz Siudek (Pol) 2,5. 6. Dan Zhang/Hao Zhang (China) 3,0. 7. Julia Obertas/Sergej Slawnow (Russ) 3,5. 8. Anabelle Langlois/Patrice Archetto (Ka) 4,0.

(von Sascha Fey, Dortmund/Si)

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