Eiskunstlauf: Schwarzer Tag für Schweizer Eiskunstläufer
publiziert: Dienstag, 3. Feb 2004 / 23:06 Uhr

Stéphane Lambiel blieb bei den Eiskunstlauf-EM in Budapest auch im Kurzprogramm unter seinen Möglichkeiten und fiel vom 7. auf den 10. Platz zurück. Patrick Meier rutschte gar fünf Positionen nach hinten und liegt vor der abschliessenden Kür am Donnerstag im 18. Rang.

Nach dem erneuten Rückschlag ist für Lambiel eine Medaille nicht mehr realisierbar. (Bild: Archiv)
Nach dem erneuten Rückschlag ist für Lambiel eine Medaille nicht mehr realisierbar. (Bild: Archiv)
An der Spitze befindet sich wie erwartet der russische Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko vor dem Franzosen Brian Joubert und Ilja Klimkin aus Russland.

Nach dem erneuten Rückschlag ist für Lambiel eine Medaille nicht mehr realisierbar -- es wäre die erste eines Schweizers seit 1948 (Hans Gerschwiler) gewesen. "Ich habe nichts zu sagen", so der Unterwalliser schwer enttäuscht. Zuvor hatte er gegenüber Trainer Peter Grütter erklärt, dass er die Kür jetzt nicht mehr laufen wolle. Dies ist natürlich Blödsinn, doch ist dessen Reaktion im ersten Frust zu verstehen. Er wolle sein Bestes geben, formulierte der 18-Jährige vor den kontinentalen Titelkämpfen seine Zielsetzung; davon war er bei seinen ersten beiden Einsätzen in der ungarischen Hauptstadt weit entfernt.

Wie bereits in der Qualifikation am Montag stürzte Lambiel beim vierfachen Toeloop, womit auch die geplante Kombination (mit Dreifach-Toeloop) sprichwörtlich aufs Eis fiel. Immerhin gelang ihm danach der dreifache Axel, den er als schwierigsten Sprung bezeichnet. Doch beim Dreifach-Flip patzerte er mit einer unsauberen Landung erneut, weil er sich zu schief in der Luft befand, und als wäre das noch nicht genug, machte der in Saxon wohnhafte Gymnasiast beim von Choreografin Salome Brunner kreierten Engelsprung abermals Bekanntschaft mit dem kühlen Untergrund.

"Wenn der Wurm drin ist, kann man nichts machen", sagte Grütter. Die schwachen Darbietungen sind umso bitterer, als Lambiel in den Trainings und im Einlaufen die Kombination Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop regelmässig gestanden hatte. Ohne Kombination im Kurzprogramm ist auf diesem Niveau nichts zu holen, was sich in der A-Note (4,0 bis 4,9) manifestierte. Da nützte es auch nichts, dass Lambiel beim Tempo sowie im Ausdruck überzeugte, wodurch er B-Noten von 5,2 bis 5,8 erhielt. Er schloss den zweiten Teil in Budapest nur als Zwölfter ab.

Das Programm zur Musik von Violistin Vanessa Mae ("Freedom") hatte der vierfache Schweizer Champion erst nach den nationalen Meisterschaften Mitte Dezember in Neuenburg einstudiert. Vom alten -- Objection von Shakira -- hatte Lambiel nach zwei missglückten Auftritten (GP Moskau und SM) die Nase voll. War der EM-Fünfte des vergangenen Jahres zu nervös? "Heute war es viel besser als gestern", sagte Grütter. Er sei sehr entschlossen gewesen.

Patrick Meier liefs ebenfalls nicht wunschgemäss. Wie in Neuenburg stürzte der 27-jährige Winterthurer gleich zu Beginn des Programms zu modernem Jazz beim dreifachen Axel, den er mit dem Dreifach-Toeloop kombinieren wollte. "Ich habe schon in der Luft gemerkt, dass es nicht reicht", sagte der siebenfache Schweizer Meister. Er sei zu spät gewesen, daher habe er die Drehung nicht fertig machen können. Immerhin brach Meier im Gegensatz zu früheren Jahren erneut nicht ein und stand die zwei weiteren Sprünge (Dreifach-Lutz und Doppel-Axel). "Das zeigt, dass ich im Laufe der Saison die Sicherheit zurückgewonnen habe, die mir in den letzten Jahren gefehlt hat."

Weltmeister Jewgeni Pluschenko setzte sich gegen Joubert nur hauchdünn durch, nachdem er beim Vierfach-Toeloop unsauber landete und den anschliessenden Toeloop nur doppelt drehte. Für den künstlerischen Ausdruck bekam er allerdings einmal die Höchstnote 6,0. Joubert, der 2003 EM-Silber gewonnen hatte, gelang eine einwandfreie Darbietung.

Favoriten führen im Eistanz

In Abwesenheit der zurückgetretenen Europameister Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch (Russ) zeichnet sich im Eistanz das erwartete Duell um Gold zwischen den Russen Tatjana Nawka/Roman Kostomarow und Albena Denkova/Maxim Staviski aus Bulgarien ab. Erstere behielten im Pflichtanz zum österreichischen Walzer knapp die Oberhand. Nawka/Kostomarow sind in dieser Saison noch unbesiegt, nachdem sie beim GP Skate Canada sowie im GP-Final in Colorado Springs Denkova/Staviski hinter sich gelassen hatten. An den letztjährigen Europameisterschaften (2. resp. 3.) und Weltmeisterschaften (3./4.) war es noch umgekehrt gewesen. Für beide wäre es der erste Titelgewinn an einem Grossanlass.

Männer. Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Jewgeni Pluschenko (Russ) 1,0. 2. Brian Joubert (Fr) 1,6. 3. Ilja Klimkin (Russ) 2,6. 4. Frédéric Dambier (Fr) 3,2. 5. Kristoffer Berntsson (Sd) 5,4. 6. Andrejs Vlascenko (De) 5,6. 7. Stefan Lindemann (De) 6,0. 8. Sergej Dawidow (WRuss) 7,4. 9. Wachtang Murwanidze (Geor) 8,6. 10. (12. im Kurzprogramm) Stéphane Lambiel (Sz) 8,8. Ferner: 18. (19.) Patrick Meier (Sz) 14,2. -- Die ersten 24 für die Kür vom Donnerstag qualifiziert.

Eistanz. Stand nach dem Pflichttanz: 1. Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Russ) 0,4. 2. Albena Denkova/Maxim Staviski (Bul) 0,8. 3. Jelena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukr) 1,2. 4. Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder (Fr) 1,6. 5. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Isr) 2,0. 6. Federica Faiella/Massimo Scali (It) 2,4. 7. Oksana Domnina/Maxim Schabalin (Russ) 2,8. 8. Nora Hoffmann/Attila Elek (Un) 3,2.

(bert/Si)

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