Eiskunstlauf: Stéphane Lambiel schnuppert am Podest
publiziert: Dienstag, 23. Mrz 2004 / 23:14 Uhr

Stéphane Lambiel schnuppert an den Eiskunstlauf-WM in Dortmund an einem Podestplatz. Trotz einem nicht optimalen Kurzprogramm verbesserte sich der bald 19-jährige Walliser um einen Platz und ist vor der abschliessenden Kür vom Donnerstag Vierter.

Stéphane Lambiel.
Stéphane Lambiel.
An der Spitze befindet sich wie erwartet der russische Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko, der mit einer fehlerfreien Vorstellung mit begeisternden Schrittpassagen brillierte.

Der Olympia-Zweite von Salt Lake City demonstrierte eindrücklich, dass er die EM-Schlappe (2.) gut weggesteckt hat und für den dritten WM-Titel bereit ist. Dahinter folgt Europameister Brian Joubert, der ebenfalls eine beeindruckende Leistung bot. An 3. Stelle liegt überraschend der Deutsche Stefan Lindemann, der dem Druck vor heimischem Publikum standhielt.

Der Grand-Prix-Gesamtsieger Emanuel Sandhu aus Kanada, der nach der Qualifikation gemeinsam mit Pluschenko Erster gewesen war, patzerte gleich zweimal und fiel auf den 11. Rang zurück.

Lambiel, der den zweiten Wettkampfteil als Letzter in Angriff nahm, stürzte diesmal beim Vierfach-Toeloop, den er mit dem dreifachen Toeloop kombinieren wollte.

Dafür stand er den Problemsprung Dreifach-Axel, bei dem er in der Qualifikation noch unsauber gelandet war. Beide Elemente im gleichen Programm waren ihm erst einmal geglückt - an den letztjährigen Weltmeisterschaften in Washington in der Qualifikation.

Auch den dreifachen Flip absolvierte der vierfache Schweizer Meister im zweieinhalbminütigen Programm zur Musik von Violistin Vanessa Mae ("Freedom") einwandfrei. "Ich habe mich frei gefühlt - wie der Titel des Kurzprogramms", sagte Lambiel.

Zudem waren die Pirouetten und Schrittkombinationen einmal mehr vom Feinsten, was die Zuschauer in der Westfalenhalle zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Er erhielt Noten von 4,8 bis 5,3 für die technische Bewertung sowie 5,2 bis 5,8 für den künstlerischen Ausdruck. "Ich kenne viele Leute, die da sind, fühle mich fast wie zu Hause", sagte der in Saxon wohnhafte Gymnasiast.

Trotz des nicht vollends geglückten Kurzprogrammes bewies Lambiel in Dortmund eindrücklich, dass er die richtigen Schlüsse aus dem enttäuschenden Abschneiden an den EM Anfang Februar in Budapest (6.) gezogen hat.

Er ist nun viel gelassener, erwartet nicht mehr zu viel von sich. So brachte ihn auch die 30-minütige Wartezeit nach dem Einlaufen nur marginal aus dem Konzept, obwohl Geduld nicht zu seinen Stärken gehört.

Kann Lambiel seine gute Form für den Final vom Donnerstag konservieren, ist ihm der Sprung aufs Podest zuzutrauen. Es wäre die erste Schweizer WM-Medaille seit dem Titelgewinn von Denise Biellmann 1981 in Hartford (USA). Bei den Männern war dies letztmals vor 56 Jahren dem inzwischen verstorbenen Hans Gerschwiler gelungen, der in Davos Silber geholt hatte.

Dank den guten Auftritten von Lambiel dürfte die Schweiz auch an den WM in einem Jahr in Moskau über zwei Startplätze bei den Männern verfügen. Der Unterwalliser muss dafür mindestens Achter werden, nachdem Patrick Meier in der Qualifikation als 16. der Gruppe B ausgeschieden ist.

Am Mittwoch gilts auch für Sarah Meier erstmals ernst. Die EM-Zehnte von Budapest präsentierte sich im Training in guter Verfassung. "Sie sei besser in Form als vor den Europameisterschaften", sagte die am 4. Mai 20 Jahre alt werdende Bülacherin. Dies lässt einiges erhoffen.

Bei der Auslosung für die Qualifikation hatte Meier Glück im Unglück. Wie vor einem Jahr in Washington, als sie die Konkurrenz eröffnet hatte, zog sie als Zweite der ersten Gruppe eine frühe Startnummer. Dies wirkt sich erfahrungsgemäss negativ auf die Noten aus. Dafür erwischte sie die klar schwächere Gruppe.

Unter anderen ist mit Michelle Kwan der Superstar im "Ruhrpott" erst am Nachmittag an der Reihe. Die 23-jährige Amerikanerin strebt bei ihren 11. Weltmeisterschaften den sechsten WM-Titel an.

Damit wäre nur noch Sonja Henie erfolgreicher; die Norwegerin gewann von 1927 bis 1936 zehn WM-Goldmedaillen. Kwan bestritt in dieser Saison nur die amerikansichen Meisterschaften, die sie zum achten Mal für sich entschied, wobei sie sieben Mal die Traumnote 6,0 erhielt.

Dortmund. WM. Männer. Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Jewgeni Pluschenko (Russ) 1,0. 2. Brian Joubert (Fr) 2,0. 3. Stefan Lindemann (De) 3,0. 4. Stéphane Lambiel (Sz) 4,8. 5. Michael Weiss (USA) 5,0. 6. Johnny Weir (USA) 5,2. 7. Min Zhang (China) 5,8. 8. Ilja Klimkin (Russ) 6,2. 9. Andrej Griasew (Russ) 7,2. 10. Frédéric Dambier (Fr) 7,6. - Die ersten 24 für die Kür vom Donnerstag qualifiziert.

Eistanz. Pflichttanz (Midnight Blues). Gruppe A: 1. Albena Denkova/Maxim Staviski (Bul) 0,4. 2. Jelena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukr) 0,8. 3. Marie-France Dubreuil/Patrice Lauzon (Ka) 1,2. 4. Tanith Belbin/Benjamin Agosto (USA) 1,6. 5. Megan Wing/Aaron Lowe (Ka) 2,0. 6. Natalja Gudina/Alexej Beletski (Isr) 2,4. -- Gruppe B: 1. Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Russ) 0,4. 2. Kati Winkler/René Lohse (De) 0,8. 3. Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder (Fr) 1,2. 4. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Isr) 1,6. 5. Federica Faiella/Massimo Scali (It) 2,0. 6. Oksana Domnina/Maxim Schabalin (Russ) 2,4.

(bsk/Si)

?
Facebook
SMS
SMS
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Schweizer Snowboarder gewannen während Rufers erstem Engagement 16 WM- und Olmympia-Medaillen
Die Schweizer Snowboarder gewannen während Rufers erstem ...
Comeback bei Swiss-Ski  Swiss-Ski bestimmt als Cheftrainer der Alpin-Snowboarder den altbekannten Christian Rufer, der das Amt bereits zwischen 2004 und 2014 erfolgreich ausgeübt hat. mehr lesen 
Knappe Finanzen  Bern - Die Planung für das Nationale ... mehr lesen
In Lenzerheide soll irgendwann ein Schneesportzentrum entstehen.
Sportnation verliert vollends an Glaubwürdigkeit  Immer neue Dopingvorwürfe gegen Russland zerstören auch letzte Reste von Glaubwürdigkeit. Der ... mehr lesen  
Angeblich soll ein staatliches Dopingsystem massgeblich zum Erfolg an den Winterspielen 2014 beigetragen haben.
Titel Forum Teaser
  • thomy aus Bern 4287
    Schade! Ich wünsche Simon Ammann für die weiteren Wettbewerbe mehr Glück und ... Sa, 21.02.15 18:26
  • thomy aus Bern 4287
    Beat Hefti und Alexander Baumann ... ... halte ich die Daumen und wünsche Ihnen Beiden viel Glück im Kampf ... So, 16.02.14 22:54
  • friwalt aus Bolligen 13
    Medaillenspiegel So viele Medaillen an einem Tag sind schon schwierig zu verarbeiten. ... Fr, 14.02.14 21:27
  • tigerkralle aus Winznau 122
    SUPER Das mag ich dieser Frau von ganzen Herzen gönnen !!!! Jetzt hat Sie ... Mi, 12.02.14 13:52
  • Heidi aus Burgdorf 1017
    Bravo! Gut gefahren, Lara Gut. Sa, 30.11.13 21:08
  • BigBrother aus Arisdorf 1468
    Fremdwörter sind Glücksache ... Sa, 08.12.12 13:03
  • Sportexperte aus Luzern 1
    Schweizer Firmen führend Seit diesem Bericht haben sich verschieden Schweizer Firmen als ... Mo, 30.07.12 14:04
  • olaf12 aus St. Gallen 467
    beides arme Schw... sind beide, sowohl Accola als auch die Hinterbliebenen arm dran, denn ... Do, 28.06.12 17:26
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 0°C 12°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 3°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 11°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern -1°C 12°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 1°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 0°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 5°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten