Eklat: Libyen vergleicht Gazastreifen mit Nazi-KZ
publiziert: Donnerstag, 24. Apr 2008 / 14:26 Uhr

New York - Bei Beratungen im UNO-Sicherheitsrat über die Lage im Nahen Osten hat es einen Eklat gegeben. Der libysche UNO-Botschafter verglich die Situation im Gazastreifen mit Konzentrationslagern der Nazis.

«Fürchterliche Situation»: Gaza City.
«Fürchterliche Situation»: Gaza City.
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Daraufhin stand sein französischer Kollege Jean-Maurice Ripert auf und verliess den Saal, wie ein UNO-Diplomat mitteilte. Die Botschafter anderer westlicher Länder folgten ihm.

Eine von Costa Rica gewünschte Stellungnahme zur Lage im Gazastreifen kam nicht zustande. Die Mitgliedsstaaten hätten sich nicht einigen können, sagte der amtierende Sicherheitsratsvorsitzende, Dumisani Kumalo aus Südafrika.

Der Leiter des UNO-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), John Ging, beschrieb die humanitären Bedingungen im Gazastreifen als «fürchterlich». Die von Israel seit zehn Monaten verhängten Strafmassnahmen hinderten die palästinensische Bevölkerung an einem «Leben in Würde».

Akuter Benzinmagel

Wegen akuten Benzinmangels im Gazastreifen drohhe zudem eine «dramatische» Verschlechterung der Lebensumstände, teilte die UNO später mit. Die Nahrungsmittelhilfe für 650 000 palästinensische Flüchtlinge müsse deswegen eingestellt werden.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas beklagte bei einer Unterredung mit US-Aussenministerin Condoleezza Rice in Washington mangelnde Fortschritte im Nahost-Friedensprozess. Fünf Monate nach den Nahost-Friedensverhandlungen in Annapolis bleibe die Kluft zwischen den palästinensischen und israelischen Positionen gross.

Für heute ist ein Treffen zwischen US-Präsident George W. Bush und Abbas zum gegenwärtigen Stand der Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern vorgesehen. Bereits gestern hatte Bush die Lage mit dem jordanischen König Abdullah erörtert. Anfang Mai will er selbst erneut in die Region reisen.

(ht/sda)

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