Ausnahmezustand diskutiert
El Salvadors Jugendbande bietet Waffenstillstand - Regierung verzichtet
publiziert: Montag, 28. Mrz 2016 / 11:45 Uhr

San Salvador - Die grössten Jugendbanden von El Salvador haben einen Gewaltverzicht angekündigt. Damit reagieren sie auf die geplante Verhängung des Ausnahmezustands im Land. Die Regierung von El Salvador will den Kampf gegen das organisierte Verbrechen aber unvermindert fortsetzen.

1 Meldung im Zusammenhang
«Wir werden mit grösster Energie die kriminellen Gruppen bekämpfen, die die Bürger bedrohen und Gewalt im Land säen», sagte Polizeichef Howard Cotto am Sonntag.

Zuvor hatten die grössten Jugendbanden des Landes einen Gewaltverzicht angekündigt. «Wir haben alle unsere Mitglieder landesweit angewiesen, keine Morde mehr zu verüben», sagten Sprecher der Gangs Mara Salvatrucha und Barrio 18 in einem Video. Ob die Aufnahmen authentisch sind und ob die Protagonisten tatsächlich für die Banden sprechen, war zunächst unklar.

Ein im Jahr 2012 geschlossener Waffenstillstand der salvadorianischen Gangs war bereits gescheitert. Seit Jahresbeginn wurden in El Salvador fast doppelt so viele Menschen getötet wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Ausnahmezustand diskutiert

Jetzt riefen die Banden die Regierung des mittelamerikanischen Landes dazu auf, von aussergewöhnlichen Massnahmen im Kampf gegen die Kriminalität abzusehen.

Angesicht der jüngsten Gewaltwelle wird in El Salvador derzeit über die Verhängung des Ausnahmezustandes debattiert. Damit könnten Bürgerrechte ausser Kraft gesetzt und Reservisten einberufen werden. Die Regierung schickte schon zusätzliche Soldaten zur Verbrechensbekämpfung auf die Strasse.

«Diese Regierung wird die Strafverfolgung nicht einstellen. Sie wird die notwendigen Massnahmen ergreifen, um die Kriminalität zu bekämpfen und die Bevölkerung zu schützen», schrieb Regierungssprecher Eugenio Chicas auf Twitter.

Die Gangsprecher versicherten ihrerseits: «Wir haben die Mittel, um die Politik in unserem Land zu zerstören.»

Gefährlichstes Land weltweit

Mit 104 Morden je 100'000 Einwohner ist El Salvador das gefährlichste Land weltweit - abgesehen von Kriegsgebieten. Die Regierung macht Jugendbanden, die sogenannten Maras, für den Grossteil der Gewalt verantwortlich.

Zuletzt gab es aber auch immer wieder Hinweise auf Todesschwadronen, die willkürlich Jugendliche töten, die sie für Gangmitglieder halten.

(pep/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten Mann aus Eglisau getötet zu haben. mehr lesen 
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen Formen der Sklaverei. Die Zahl liegt deutlich höher als die 2014 gezählten 35,8 Millionen. mehr lesen
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ist, hätte in einer Einrichtung mit höherer Sicherheitsstufe ... mehr lesen  
Weitere Verdächtige werden gesucht  Rio de Janeiro - Bei ihren Ermittlungen zur Gruppenvergewaltigung einer 16-Jährigen hat die brasilianische Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Nach weiteren vier Verdächtigen werde ... mehr lesen
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 6°C 7°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 6°C 9°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen 2°C 4°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern 5°C 6°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 5°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 8°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Lugano 7°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten